Tavapy: Der Mann war 2012 aus einem Gefängnis in Rio Verde, Brasilien, geflohen und hatte sich schließlich in Paraguay versteckt. Ein Einsatz mit Überwachung und dem Abgleich von Fingerabdrücken führte zu seiner Ortung.
Vargas Quintiliano da Costa hatte sich jahrelang in Paraguay versteckt und war in Brasilien zu 24 Jahren und 10 Monaten Haft verurteilt worden, weil er die Ermordung eines Fahrlehrers in Auftrag gegeben hatte. Die Polizei kam ihm durch Daten- und Fingerabdruckabgleiche auf die Spur, doch um endgültig zu bestätigen, dass er der Gesuchte war, mussten sie seine Zehen zählen.
Überraschend und im Eiltempo stürmten Polizisten einen Bauernhof in Tavapy (Alto Paraná), wo sie einen Mann ins Visier genommen hatten, der sich seit Jahren vor der brasilianischen Justiz versteckt hielt. Der Einsatz wurde gefilmt, und es gab ein Detail, das ihn verraten konnte: Der Mann, den sie suchten, hatte an einem seiner Füße einen Zeh weniger.
Als sie ihm schließlich gegenüberstanden, gingen die Beamten direkt daran, diese Information zu überprüfen. Sie sahen sich seine Füße an und zählten die Zehen, um nachzusehen, ob er zehn hatte. Er hatte sie nicht: An einem Fuß fehlte ihm ein Zeh. Dieses körperliche Merkmal war schließlich ausschlaggebend, um zu bestätigen, dass es sich um den Flüchtigen handelte, nach dem seit fast 14 Jahren gesucht wurde.
Den Ermittlungen zufolge gab Vargas den Mord an Eduardo Henrique Cabral in Auftrag, einem Fahrlehrer aus Rio Verde (Goiás), der 2011 getötet wurde. Der Grund? Eifersucht. Eduardo hatte der Ehefrau von Vargas Fahrstunden gegeben, und er hegte den Verdacht, dass die beiden eine Affäre hatten. In der Überzeugung, dass der Fahrlehrer der Liebhaber seiner Frau war, soll Vargas dessen Tötung angeordnet haben.
Nach dem Verbrechen führte die Spur der Ermittlungen zu Vargas, und 2012 landete er in Brasilien im Gefängnis. Doch er hielt es nicht lange hinter Gittern aus, da ihm die Flucht aus dem Gefängnis von Rio Verde gelang, woraufhin er zum Flüchtling vor der Justiz wurde.
Die Zeit verging, und Vargas fand Unterschlupf in Paraguay. Den Ermittlungen zufolge lebte er etwa viereinhalb Jahre lang auf diesem Bauernhof, bis es den Ermittlern gelang, ihn in Tavapy ausfindig zu machen.
Die Polizei von Goiás arbeitete mit paraguayischen Beamten und anderen brasilianischen Kräften zusammen, um seine Fährte aufzunehmen. Durch Überwachung und den Informationsaustausch zwischen den Sicherheitskräften beider Länder gelang es ihnen, ihn zu lokalisieren. Schließlich trafen Beamte der Abteilung gegen Organisierte Kriminalität der Polizei am Donnerstag, den 13. August, gegen 06:30 Uhr an dem Haus ein, in dem er sich versteckt hielt.
Der Einsatz wurde auf Video festgehalten und zeigt den Moment, in dem die Polizei eintrifft, um ihn zu schnappen. Vargas befand sich auf dem Grundstück und versuchte dem Polizeibericht zufolge zunächst, die Einsatzkräfte in die Irre zu führen.
Er gab an, Daniel Freitas de Siqueira zu heißen, und legte einen paraguayischen Ausweis auf diesen Namen vor. Doch die Beamten gaben sich mit dieser Version nicht zufrieden und begannen zu überprüfen, wer er wirklich war.
Die Daten wurden über das Dreierkommando (Comando Tripartito) abgeglichen, und den Fallakten zufolge wurden auch die Fingerabdrücke verglichen, die zwischen den Polizeibehörden Brasiliens und Paraguays ausgetauscht wurden. So tauchten der in Brasilien gegen ihn vorliegende Haftbefehl und die vom Gericht des Bundesstaates Goiás mit Sitz in Rio Verde verhängte Strafe von 24 Jahren und 10 Monaten wegen Mordes auf.
Aber es gab ein körperliches Detail, das den Kreis schloss. Die Ermittler wussten, dass der gesuchte Mann an einem seiner Füße einen Zeh weniger hatte, also untersuchten sie seine Füße und zählten seine Zehen. Er hatte an einem von ihnen nur vier.
Dieses Merkmal stimmte mit den Informationen überein, die den Ermittlern vorlagen, und half zu bestätigen, dass der Mann vor ihnen Vargas Quintiliano da Costa war – derselbe Mann, der aus einem brasilianischen Gefängnis geflohen war und sich jahrelang in Paraguay versteckt gehalten hatte.
Vargas wurde der paraguayischen Staatsanwaltschaft überstellt. Neben dem brasilianischen Haftbefehl wird in Paraguay auch gegen ihn ermittelt, und zwar wegen des mutmaßlichen Inverkehrbringens öffentlicher Dokumente mit falschem Inhalt und anderer Delikte.
Nun muss entschieden werden, ob er sich zuerst dem in Paraguay eröffneten Verfahren stellen muss oder ob er ausgewiesen und den brasilianischen Behörden übergeben wird, um seine noch ausstehende Haftstrafe zu verbüßen.
Wochenblatt / Extra















