Asunción: Die Forderung von US-amerikanischen Eltern und Behörden bezüglich der Auswirkungen übermäßiger Social-Media-Nutzung bei Minderjährigen hat einen Wendepunkt erreicht. Meta hat sich mit den Generalstaatsanwälten der USA darauf geeinigt, neue Einschränkungen für Jugendliche auf Facebook und Instagram einzuführen.
Die Vereinbarung soll Klagen beilegen, die dem Konzern vorwarfen, seine Plattformen bewusst auf Suchtförderung ausgelegt und Minderjährige nicht ausreichend geschützt zu haben.
Zu den wichtigsten Maßnahmen gehört ein standardmäßiges Tageslimit von zwei Stunden für die kombinierte Nutzung von Facebook und Instagram bei Jugendlichen. Dieses Limit kann nur mit Zustimmung der Eltern deaktiviert werden. Zudem wird eine nächtliche Sperre zwischen Mitternacht und 06:00 Uhr morgens eingerichtet, Benachrichtigungen werden während der Schulzeit stummgeschaltet und die Nutzer erhalten alle 15 Minuten kontinuierlicher Nutzung einen Warnhinweis.
Die Vereinbarung sieht darüber hinaus weitere Schutzmaßnahmen vor, wie strengere Alterskontrollen, erweiterte elterliche Kontrollmöglichkeiten und Beschränkungen für Inhalte, die als schädlich für Minderjährige eingestuft werden. Meta weist jegliches Fehlverhalten von sich; das Abkommen muss noch gerichtlich genehmigt werden, um vollständig in Kraft zu treten.
Welche Folgen könnte das für Paraguay haben?
Die Debatte ist bereits im Gange. Der Cybersicherheitsexperte Miguel Ángel Gaspar, der seit Langem vor den Risiken der dauerhaften Vernetzung von Kindern warnt, betont in diesem Zusammenhang, dass die Herausforderung nicht darin bestehe, Technologie zu teufeln. Vielmehr gehe es darum zu verhindern, dass Minderjährige ohne Aufsicht von Erwachsenen Plattformen ausgesetzt sind, die gezielt darauf ausgelegt wurden, ihre Aufmerksamkeit zu fesseln. Für ihn ist der Fall die Bestätigung einer jahrelangen Warnung: Plattformen bieten nicht nur Unterhaltung oder Kommunikation, sondern sind um die Erfassung von Aufmerksamkeit und die Datensammlung herum aufgebaut.
Gaspar verglich die aktuelle Entwicklung mit der Evolution von Cookies – Mechanismen, die es Plattformen und Websites jahrelang ermöglichten, das Nutzerverhalten nachzuvollziehen. Als erste Einschränkungen für Cookies eingeführt wurden, fanden einige Medien eine Alternative: Sie stellten Nutzer vor die Wahl, entweder ein kostenpflichtiges Abo einzugehen oder der Cookie-Nutzung zuzustimmen, um gratis auf Inhalte zuzugreifen. Für den Experten zeigt dies, dass die Daten der Nutzer für bestimmte Unternehmen einen noch höheren Wert haben können als Geld aus Abonnement-Einnahmen.
Angesichts der neuen Beschränkungen für Meta geht Gaspar davon aus, dass die Konzerne nach neuen Wegen suchen werden, um ihr Geschäftsmodell aufrechtzuerhalten. „Sie werden Möglichkeiten finden, diese Dienste weiterhin anzubieten“, erklärte er im Interview, wies aber auch darauf hin, dass die Unternehmen gezwungen sein könnten, Teile ihres Geschäftsmodells anzupassen, wie es in anderen Märkten bereits geschehen ist.
Der Experte sieht die Herausforderung für Länder wie Paraguay darin, über ausreichende rechtliche und technologische Kapazitäten zu verfügen, um die Auswirkungen dieser Plattformen zu überwachen und zu kontrollieren – insbesondere wenn es um Kinder und Jugendliche geht.
Wochenblatt / Megacadena / Beitragsbild Archiv














