1.000 Hektar pro Tag: Wie ein KI-Ultraleichtflugzeug Paraguays Landwirtschaft revolutionieren soll

Asunción: Paraguay entwickelt das erste unbemannte Luftfahrzeug (VANT) großer Bauart in Südamerika für die autonome Feldspritzung mittels Künstlicher Intelligenz (KI). Mit einer Kapazität von 300 Litern und einer Flächenleistung von bis zu 1.000 Hektar pro Tag läutet das Projekt eine neue Ära in der Landwirtschaft ein.

Das Vorhaben wird vom Unternehmen Agro IA in Zusammenarbeit mit der Nationalen Universität von Asunción (UNA) geleitet und zielt sowohl auf den heimischen Markt als auch auf den internationalen Export ab.

Das Projekt wird von Studierenden der Polytechnischen Fakultät der UNA gemeinsam mit Agro IA umgesetzt. Ziel ist die Entwicklung hocheffizienter, unbemannter Ultraleichtflugzeuge, die über ein computergestütztes KI-System gesteuert werden. Die offizielle Markteinführung ist für das Jahr 2027 geplant. Das System verspricht eine erhebliche Reduzierung der Betriebskosten und soll das Land als Exporteur von Agrartechnologie positionieren.

„Wir entwickeln das erste unbemannte Großflugzeug für Spritzarbeiten in Südamerika. Als Flugplattform nutzen wir ein brasilianisches Ultraleichtflugzeug. Wir haben die Sitze entfernt und an deren Stelle einen Tank für die Spritzbrühe verbaut“, erklärte der Ingenieur Gerardo Monzón Manzoni.

Leistungsfähigkeit und Auswirkung auf die Produktion

Monzón betonte, dass das Fluggerät für eine Flächenabdeckung von 70 bis 90 Hektar pro Stunde ausgelegt ist. Bei einer täglichen Betriebszeit von etwa 14 Stunden wird eine Tagesleistung von rund 1.000 Hektar angestrebt. Dies optimiert die Arbeitszeiten auf den Feldern drastisch und senkt die Kosten für die Landwirte.

„Diese Aeronautik wird vollkommen autonom spritzen – ohne die Notwendigkeit eines Piloten an Bord. Die Steuerung übernimmt ein Hochleistungscomputer der neuesten Generation. Mit der Kapazität von 300 Litern können wir enorme Flächen effizient bearbeiten“, hob der Entwickler hervor.

Allianz mit der Nationalen Universität (UNA)

Das Innovationsprojekt stützt sich maßgeblich auf die akademische Ausbildung vor Ort: Neben Studierenden der Luftfahrttechnik unterstützen seit einigen Wochen auch angehende Ingenieure der Elektronik die Entwicklung der automatisierten Steuerungssysteme. Zudem erarbeiten Marketing-Studierende die kommerzielle Strategie für das spätere Dienstleistungsmodell.

„Wir haben eine Vereinbarung mit der Nationalen Universität von Asunción unterzeichnet, über die uns verschiedene Fakultäten unterstützen. Es ist wichtig zu betonen, dass diese Entwicklungsarbeit komplett im Land stattfindet – sowohl für den heimischen Einsatz als auch für den Export“, bestätigte Monzón.

Zukunftsaussichten und Exportziele

Der Zeitplan sieht vor, dass das Projekt Mitte 2027 vollständig abgeschlossen ist. Das Geschäftsmodell sieht zunächst ein technologisches “Delivery“-Konzept innerhalb Paraguays vor, bei dem die Dienstleistung direkt auf den Feldern angeboten wird. Fernziel ist jedoch der Export der Fluggeräte sowie der dazugehörigen Softwarelösungen in ganz Südamerika.

„Wir beweisen, dass wir in Paraguay durch die Kombination aus lokalen Universitätsstudenten und heimischen Ingenieuren Spitzentechnologie für den Landwirtschafts- und Produktionssektor entwickeln können, die auch Nachbarländern in der Region zugutekommt“, so Monzón abschließend.

Wichtige Eckdaten auf einen Blick:

-Autonomer Betrieb: Das Fluggerät agiert zu 100 % computergesteuert ohne Pilot.

-Plattform: Basis ist kein herkömmlicher Kopter, sondern ein umgebautes Ultraleichtflugzeug.

-Schnittstelle: Das Projekt verbindet Agrarwirtschaft, Künstliche Intelligenz und Luftfahrttechnik zur Effizienzsteigerung.

Wochenblatt / La Nación

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