Asunción: Wer in der Stadtverwaltung der Hauptstadt bislang einen gemütlichen Posten fürs Nichtstun suchte, muss sich warm anziehen: Der Rechtsanwalt Jorge Rolón Luna übernimmt ab diesem Dienstag offiziell die Leitung der Personalabteilung unter der neuen Bürgermeisterin Soledad Núñez. Seine Mission liest sich wie der Albtraum für alle Parteisoldaten und Scheinangestellten („Planilleros“): Er will einen „tiefgreifenden Wandel“ durchsetzen und die marode Personalstruktur radikal umkrempeln.
Rolón Luna bezeichnete die Personalabteilung unverblümt als eine „schwarze Kiste“, in die man erst einmal tief eintauchen müsse, um das Chaos zu entwirren. Kein Wunder, denn die Liste der Missstände ist lang: Von Angestellten, die seit Jahren keinen Fuß mehr an ihre Arbeitsstätte setzen, über Gehaltsbezüge für Geisterposten bis hin zu Mitarbeitern im Rentenalter, die sich noch immer an ihren Pfründen festklammern. Seine Rolle versteht er dabei eher als die eines kompromisslosen Sonderermittlers, der für Ordnung sorgen soll, während die Gewerkschaften bereits Sturm laufen, weil ihnen offenbar die Felle – beziehungsweise der traditionelle Postenhandel und die Vetternwirtschaft – davonschwimmen.
Der neue Mann an der Personalfront kündigt an, hart durchzugreifen. Es bleibt abzuwarten, ob dieser radikale Frühjahrsputz im Spätherbst der Stadtpolitik tatsächlich die lang ersehnte Transparenz bringt oder ob die lokalen Seilschaften den Besen noch rechtzeitig abfangen können.
Wochenblatt / Última Hora















