Asunción: Wenn Behörden zuschlagen, dann richtig: Der Skandal um die kollabierte ueno bank in Paraguay sprengt inzwischen alle Dimensionen. Nach monatelangen Spekulationen und dem bitteren Erwachen für Millionen von Sparern hat ein gigantischer Justiz- und Polizeigroßeinsatz (Megaoperativo) das volle Ausmaß des mutmaßlichen Mega-Betrugs offengelegt.
Was bei den Durchsuchungen und Beschlagnahmen rund um den Hauptverdächtigen und ex-CEO Miguel Vázquez (Beitrgsbild) ans Licht kam, liest sich wie das Drehbuch zu einem Hollywood-Thriller – inklusive einer astronomischen Gesamtsumme von rund 441 Millionen US-Dollar an beschlagnahmten und eingefrorenen Werten!
Der Fuhrpark der Superreichen: Vom Porsche bis zum gepanzerten Brabus
Wer glaubte, Geld würde schlafend auf Konten liegen, wurde in der Residenz von Miguel Vázquez eines Besseren belehrt. Die Ermittler staunten nicht schlecht über die automobilen Schätze, die dort sichergestellt wurden:
Ein Porsche 911 GT3 (Marktwert bis zu 274.000 Dollar)
Ein edler Bentley Continental GT (bis zu 400.000 Dollar)
Ein protziger, gepanzerter Mercedes-Benz Brabus 500 G im Wert von satten 550.000 Dollar
Dazu eine Flotte weiterer Luxuskarossen wie Mercedes AMG, BMW M8, Lexus und Toyota-Modelle.
Privatjets und Luxus-Yachten: Fluchtmittel im Wert von Millionen
Doch damit nicht genug: Auf dem internationalen Flughafen Silvio Pettirossi in Luque beschlagnahmten die Behörden gleich zwei luxuriöse zweimotorige Privatflugzeuge (eine Beechcraft King Air 300 und eine Beechcraft Baron 58), die nun der Antikorruptionsbehörde Senabico übergeben wurden. Und selbst das Wasser bot keine Zuflucht: Im exklusiven Alto Paraná stellten die Ermittler eine luxuriöse Motoryacht mit über 20 m Länge sicher.
Das „Handbuch“ der Millionen-Deals
Bei den Durchsuchungen in den Büros des Grupo Vázquez und der ITTI S.A.E.C.A. fanden die Ermittler zudem brisante Dokumente: Ein handfestes Dossier bzw. „Handbuch“ mit maßgeschneiderten Regierungsaufträgen im Gesamtwert von atemberaubenden 241 Millionen US-Dollar – darunter Projekte für Radarsysteme, elektronische Fußfesseln,Geheimdienstausrüstung und Infrastrukturprojekte.
Das große Einfrieren: Die Justiz zieht die Reißleine
Um zu verhindern, dass Vermögenswerte im Eiltempo ins Ausland verschwinden, hat das zuständige Zivilgericht auf Betreiben der Zentralbank (BCP) einen präventiven Mega-Stopp verhängt. Aktuell sind 70 Millionen US-Dollar plus 1,6 Billionen Guaraníes gerichtlich eingefroren.
Während die Chefs noch kurz vor dem Kollaps vollmundig behauptet hatten, das Geld sei „ultrasicher“, stehen nun tausende Mitarbeiter und Millionen Kunden vor den Trümmern eines Systems, das sich als extrem teure Seifenblase entpuppt hat. Eines ist sicher: Dieser Finanzkrimi wird Paraguay noch lange in Atem halten!
Wochenblatt / Hoy












