San Bernardino: Manchmal passen die Zahlen einfach vorn und hinten nicht – vor allem dann, wenn man sie mit dem offiziellen Gehalt eines Staatsoberhauptes abgleicht. Neue, explosive Enthüllungen aus der offiziellen Anklageschrift der Staatsanwaltschaft bringen den gestürzten Ex-Präsidenten Santiago Peña noch tiefer in den Sumpf des Ueno-Bank-Skandals.
Wie die Ermittler aufgedeckt haben, soll sich Peña während seiner laufenden Amtszeit als Präsident der Republik mal eben zwei massive Kredite bei ebenjener Skandalbank genehmigt haben – und zwar über astronomische 3,55 Milliarden Guaraníes!
Der Kredit, den sich der Präsident (eigentlich) nicht leisten konnte
Der Zweck der fürstlichen Summe? Die Finanzierung und der Bau seiner luxuriösen Residenz in San Bernardino. Am 13.Mai 2024 wurden die beiden Kredite laut Staatsanwaltschaft im Handumdrehen gleichzeitig bewilligt.
Doch die monatlichen Raten hatten es in sich: Satte 239 Millionen Guaraníes pro Monat sollte der Staatschef dafür berappen. Der pikante Haken an der Sache: Diese monatliche Belastung entsprach mal eben dem Sechsfachen des regulären Präsidentengehalts! Wie ein amtierender Präsident eine solche Summe bedienen konnte, ohne dass die Alarmglocken schrillten, wirft nun verheerende Fragen auf.
Das Geflecht aus Aktien, Boni und verbotener Liebe zum Bankenwesen
Die Staatsanwaltschaft (angeführt von den Staatsanwälten Christian Benítez, Silvia González, Elena Fiore und Ruth Benítez) führt diese Kredite in ihrer Anklage als Teil eines tiefgreifenden Interessenkonflikts an.
Millionen-Aktien: Peña war während seiner Zeit als Präsident keineswegs ein unbeteiligter Zuschauer. Er hielt im Ueno-Holding-Konglomerat Anteile im Wert von über 6,1 Milliarden Guaraníes.
Finanzielle Verflechtungen: Neben den Krediten für seine Traumvilla stießen die Ermittler in seinen Vermögensserklärungen auf Einlagen, Zertifikate und Anleihen, die das finanzielle Naheverhältnis des Ex-Präsidenten zur umstrittenen Bankengruppe untermauern.
Anstatt als unparteiischer Wächter über das Finanzsystem zu wachen, soll Peña seine institutionelle Macht laut Anklage dazu genutzt haben, die Platzierung von Staats- und Rentengeldern in genau jener Bank abzusichern und zu steuern, von der er selbst profitierte. Während einfache Sparer und Kunden nun vor eingefrorenen Konten und dem Scherbenhaufen eines kollabierten Finanzimperiums stehen, zeigt dieser Fall einmal mehr, wie eng Politik und private Banken-Deals an der Spitze des Landes verknüpft waren.
Wochenblatt / PDS Digital












