Asunción: Wer sich im Nachhinein die Frage stellt, warum einige Akteure und Marktbeobachter von Anfang an ein tiefes Misstrauen gegenüber dem kometenhaften Aufstieg der ueno Bank hegten, während andere blind vertrauten, muss den Blick auf die personellen und unternehmerischen Wurzeln des Geflechts richten. Die Skepsis vieler Insider basierte schlicht auf der Tatsache, dass man die handelnden Personen und Gründer aus früheren Geschäftspraktiken kannte – und genau deshalb frühzeitig Unregelmäßigkeiten oder gar betrügerische Intentionen vermutete.
Ein prägnantes Beispiel für diese verschlungenen, oft undurchsichtigen Seilschaften ist der im September 2025 unter tragischen Umständen verstorbene Unternehmer Luis Augusto Montanaro Bedoya.
Die Verknüpfung von iOiO, Credicentro und ueno
Montanaro war unter anderem als Kopf hinter Firmen wie iOiO bekannt – einem Projekt, das im Dezember 2020 mit großem medialen Aufwand als innovative Einkaufs- und Handelserfahrung in Asunción präsentiert wurde. Schon damals war iOiO eng mit dem Finanzökosystem verknüpft und wurde in der Folge Teil der ueno-Holding (bzw. des eng verbundenen Firmennetzwerks).
Die Wurzeln dieses Netzwerks reichen jedoch weiter zurück in den non-bankenfinanziellen Sektor Paraguays,insbesondere über Vehikel wie Credicentro SAECA und dazugehörige Strukturen, in denen Akteure wie Montanaro agierten. In diesem Dunstkreis bewegte sich auch Santiago Peña, der vor seiner Präsidentschaft als Aktionär bei Credicentro eingestiegen war und später seine Verbindungen in dieses Finanzimperium hielt – Verbindungen, die im Rahmen der aktuellen Ermittlungen und seines tiefen Falls im Jahr 2026 ins Zentrum eines beispiellosen Interessenkonflikts gerückt sind.
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