Abc Color und Última Hora wurden Opfer von Fake News mit ihren Logos

Asunción: Zwei der größten paraguayischen Medienhäuser – ABC Color und Última Hora – sind erneut Opfer von Identitätsmissbrauch geworden: Cyberkriminelle nutzen illegal deren Namen, Logos und Layouts, um täuschend echte Falschnachrichten zu verbreiten – teilweise mit Hilfe künstlicher Intelligenz. Die Betrugsmasche zielt darauf ab, Vertrauen zu erschleichen, persönliche Daten abzugreifen oder Geld zu erbeuten.

Bei Última Hora: KI-Videos und falsche Investitionsversprechen

Wie die Redaktion von Última Hora selbst meldet, tauchen wieder gefälschte Beiträge auf, die dem Stil der Zeitung nachempfunden sind – ergänzt um KI-generierte Videos. Darin werden unter anderem ehemalige Präsidenten wie Fernando Lugo oder Juan Carlos Wasmosy in erfundenen Szenen gezeigt, um ein angeblich seriöses Angebot zu untermauern.
Die Betrüger werben mit einer Plattform namens „Fynvax“, die als KI-Investitionsdienst ausgegeben wird. Versprochen werden bis zu 25 Millionen Guaraní monatlich – verlangt werden zunächst eine Registrierung sowie eine „Anfangsinvestition“ von rund 1,55 Millionen Guaraní. Die Zeitung warnt: Es handelt sich weder um ein Angebot von Última Hora noch um ein seriöses Projekt; sämtliche Inhalte und Darstellungen sind gefälscht.

Bei ABC Color: Falsche Bank-Meldung mit erfundener Journalistin

Auch bei ABC Color schlugen die Täter zu: Eine gefälschte Webseite kopiert Logo, Design und Schriftzug des Hauses und verbreitet eine erfundene Meldung über die Banco Itaú. Der Titel lautet etwa: „Hunderte Kunden vor der Banco Itaú nach der Einführung von ‚A La Gran 730‘: Das wurde uns allen vorenthalten“.
Zur Glaubwürdigkeit haben die Kriminellen ein KI-Bild erstellt, das die ABC-Journalistin Mabel Rehnfeldt angeblich vor einer Filiale der Bank zeigt – auch diese Darstellung ist vollständig erfunden. Die Fälschung wird über soziale Netzwerke wie Facebook und WhatsApp verbreitet und leitet auf externe, betrügerische Seiten weiter. ABC Color und die Banco Itaú warnen eindringlich, diesen Links nicht zu folgen und keine Daten preiszugeben.

Das Vorgehen der Täter: Vertrauen als Waffe

Beide Fälle folgen einem ähnlichen Muster:
  • Identitätsmissbrauch: Logos, Farben und Gestalt der Medien werden exakt nachgebildet.
  • KI-Unterstützung: Künstliche Intelligenz liefert täuschend echte Bilder und Videos, die die Fälschung kaum noch auf den ersten Blick erkennen lassen.
  • Dringlichkeit und Versprechen: Hohe Gewinne oder angeblich verborgene Informationen sollen zum schnellen Handeln ohne Nachdenken bewegen.
  • Schaden: Die Medienhäuser leiden unter Imageschäden; Verbraucher riskieren den Verlust von Geld oder persönlichen Daten.

Warnung und Tipps der Redaktionen

Sowohl ABC Color als auch Última Hora betonen, dass sie niemals über derartige Plattformen Geld verlangen, „Anlageangebote“ unterbreiten oder sensible Daten abfragen. Empfohlen wird:
  • Nur über die offiziellen Domains abc.com.py und ultimahora.com informieren.
  • Bei Nachrichten, die zu Zahlungen oder Dateneingabe auffordern, immer misstrauisch sein.
  • Fälschungen unverzüglich bei der Polizei oder bei den betroffenen Redaktionen melden.
Die Fälle zeigen eindrücklich, wie neue Technologien die Gefahren durch Falschnachrichten und Betrug verschärfen – und wie wichtig es ist, die Quellen von Informationen stets genau zu prüfen.
Wochenblatt / Abc Color / Última Hora
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