Asunción: In den Klassenzimmern Paraguays steht eine grundlegende Veränderung bevor: Die Abgeordnetenkammer verfehlte am gestrigen Donnerstag erneut das notwendige Quorum, um den Gesetzesentwurf zu beraten, der die Nutzung von Mobiltelefonen und anderen persönlichen elektronischen Geräten an Schulen landesweit verbietet.
Durch das Ausbleiben einer parlamentarischen Debatte und Abstimmung greift nun ein verfassungsrechtlicher Automatismus: Die Gesetzesinitiative erhält am heutigen Freitag, den 25. September, die sogenannte automatische Billigung (Sanción Ficta). Damit gilt der Entwurf vonseiten des Parlaments als angenommen und wird unverzüglich an die Exekutive unter der Leitung des Staatspräsidenten weitergeleitet. Das Staatsoberhaupt muss anschließend entscheiden, ob das Gesetz offiziell in Kraft gesetzt oder per Veto blockiert wird.
Das geplante Verbot umfasst neben klassischen Smartphones auch Smartwatches, Tablets und kabellose Kopfhörer während des Schulunterrichts. Das Ziel der Initiative ist es, die Konzentration der Schülerinnen und Schüler zu fördern und Ablenkungen im Unterricht sowie Cybermobbing zu reduzieren. Um den Schulalltag dennoch flexibel zu gestalten, sieht der Text klare Ausnahmeregelungen vor: Die Nutzung der Geräte bleibt in Notfällen, zu gezielten pädagogischen Zwecken unter Anleitung der Lehrkräfte sowie für Schülerinnen und Schüler mit besonderen Bedürfnissen oder gesundheitlichen Anforderungen weiterhin gestattet.
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