Abgeordnete in Paraguay: Beunruhigt über Lage in Argentinien

Asunción: Anstatt sich vor Augen zu führen was im eigenen Land alles aus der Bahn läuft legt man eine Schweigeminute wegen der Entscheidung für einen legalen Schwangerschaftsabbruch in Argentinien ein. Unmoralischer gehts kaum.

Was kann man schon von einem Cartes-Abgeordneten während der über 2 Monate andauernden Sommerferien erwarten, wenn er die Notkommission des Kongresses präsidiert.

Raúl Latorre schlug vor eine Schweigeminute als Zeichen der Trauer abzuhalten weil die Abtreibung in Argentinien seit heute gesetzeskonform ist. Da Cartes pro Vida und pro Familia angeordnet hat, war diese lächerliche Idee sicherlich auch sein Wunsch.

Wie viele Sekretärinnen oder Angestellte der Abgeordneten der letzten Jahre wurden wegen Schwangerschaften schon zu solchen Abtreibungen getrieben, damit die eigene Untreue nicht ans Licht kommt oder der Schein in der Öffentlichkeit gewahrt wird?

Laut Basilio “Bachi” Núñez, der den Antrag unterstützte, sei die Entscheidung im Nachbarland tragisch und bat deswegen sich hier klar zu positionieren. Für Celeste Amarilla (PLRA), die kürzlich wegen ihren kritischen Äußerungen für 60 Tage vom Abgeordnetenhaus suspendiert wurde, wäre eine Schweigeminute wegen den Covid-19 Opfern weitaus angebrachter gewesen, doch darüber will keiner debattieren.

Nach jahrelanger politischer Auseinandersetzung sind in Argentinien Abtreibungen jetzt straffrei. In der Nacht zum Mittwoch stimmte der Senat mit 38 Ja- gegen 29 Nein-Stimmen für ein historisches Abtreibungsgesetz. Zuvor hatte schon das Unterhaus zugestimmt. Demnach können Schwangerschaften bis zur 14. Woche beendet werden. Die Kosten dafür trägt das öffentliche Gesundheitssystem.

Das Gesetz zur Legalisierung von Abtreibungen hatte der linksgerichtete Präsident Alberto Fernández vorangetrieben. Der Peronist löste damit auch ein Wahlversprechen ein. Vor zwei Jahren war sein Vorgänger, Mauricio Macri, mit einem fast identischen Gesetzesprojekt noch im Kongress gescheitert.

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8 Kommentare zu “Abgeordnete in Paraguay: Beunruhigt über Lage in Argentinien

  1. Claudelina Largio Diomedes de Burgos

    Ja, die Abgeordneten des Paraguays sind immer besorgt um die wichtigen und dringenden Probleme des Landes. So wurde die Beleuchtung auf der Freundschaftsbrücke erneuert und eingeführt, dass auch alle Gewerbetreibenden ab einem Betrag von 20 Mill schön fleißig und unaufgefordert Quittungen ausstellen und alle wegen Veruntreuung, illegaler Einflussnahme, Geldwäsche etc. angeklagten Politiker aufgrund strenger und weitläufig auslegbarer Gesetze pünktlich zu den Wahlen 2023 wieder zur Wahl zur Verfügung stehen.

  2. Moyses Comte de Saint-Gilles

    Ja, Wasser zu predigen und Schnaps einzuschenken ist ja die Spezialitaet der paraguayer. Normalerweise kopieren die Paraguayer die Argentinier in fast allem.
    Die Logik “sie treiben ja sowieso ab”, die von der Logik “jemand schmeisst sowieso irgendwann die erste Atombombe, warum dann nicht wir” oder “die Juden sterben ja sowieso irgendwann, warum dann nicht gleich in den muffel Topf mit ihnen” – zieht wohl ganz besonders bei den modernen Menschen.
    Im Sinne von “korrupt sind sie ja doch alle, warum dann nicht auch ich, sonst hab ich ja das Nachsehen und gelte als der Dumme”, war die gaengige Rechtfertigung der Mennoniten ihre krummen Touren zu rechtfertigen.
    Es gibt dadurch immer weniger Salz der Erde das das Gute konserviert und so geht so langsam aber mit beschleunigter Geschwindigkeit alles den Bach hinab.
    Zuerst faellt man in allen faellen privat vom Christentum ab. Deswegen kann man ja auch in Deutschland abtreiben. Dann fallen immer mehr moralische Schranken und letztendlich geht das auf Kosten der Frauen, Kinder und Schwachen der Gesellschaft.
    Deswegen ist die Grundlage der Wirtschaftlichkeit die Suende. Langfristig zwar zerfaellt so ein System aber kurz- bis mittelfristig gewinnt der Suender dabei auf kosten der Ehrlichen bzw Christen.
    Wenn ich die Kosten anderen aufbuerden kann und die Gewinne in die eigene Tasche stecke, so bin ich wirtschaftlicher als der Naechste der das nicht kann.
    Deswwegen draengt heute alles in den Staatsdienst bzw Kooperativsdienst.
    Rentabilitaet = Einnahmen – Ausgaben
    Die Gleichung beinhaltet ja schon die Korruption. Die Einnahmen werden erhoeht durch exorbitant hohe Preise verlangen oder die Qualitaet des Produktes (indirekt Kosten) zu senken (der Kunde bekommen weniger Produkt fuer das Geld). Kosten werden reduziert indem man diese auslagert auf andere – also wenn moeglich den Staat die Kosten tragen laesst.
    Das Auslagern der Kosten passierte kuerzlich bei US Haushalt wo Trump das stoppen wollte aber von den Korrupten haushoch ueberstimmt wurde. Man merkt erst jetzt wer ihn abgewaehlt hat denn er wollte das Militaerbudget kuerzen – das Militaer waehlte dieses mal die Demokraten und die US Armee bleibt in Deutschland so dass Deutschland wiederum sich Milliarden an Euro sparen kann da die Amerikaner wiederum deren Verteidigung uebernehmen (Atomschild). Anscheinend hat niemand ein Interesse an Haushaltssanierungen. Dasselbe dann nochmal in den Mennonitenkolonien und Kooperativen – es wurde nicht sonderlich Personal reduziert sondern eher noch die Gehaltsstaffeln an die Inflation angepasst (erhoeht). Es ist eben rentabler in Staatsdiensten bzw Koloniesdiensten zu treten als als Privatunternehmer sich abzuplagen (ausser fuer die dicken Fische im Privatsektor).

  3. Moyses Comte de Saint-Gilles

    Immer wieder sieht man dass Vertreter der PLRA wie diese Celeste Amarilla eigentlich ideologisch tief Links stehen. Sie sind fuer die Abtreibung, LGBTIQ, etc.
    Was ist nur aus der Partei des Marschall Estigarribia, Eligio Ayala, Eusebio Ayala und anderen damals sehr guten “blauen” Praesidenten Paraguays geworden! Unglaublich deren ideologischer und moralischer Abfall.
    Laesst man sich mit dem Teufel ein, was will man da erwarten.
    Die Blauen von anno dazumal waren fortschrittlich eingestellt und liebaeugelten keineswegs mit dem latenten Kommunismus.
    Das kommt wohl daher dass damals die ANR als die Kommunisten galten und die Blauen waren eher Royalisten, Plutokraten und die Partei der Reichen.
    Die PLRA ist heute noch die Partei der Reichen, Entrepreneurs und Banker, nur hat sie im Schlepptau den billigen Poebel der zum Sozialismus (in Lateinamerika immer = Kommunismus = ich nehm dir deins weg) tendiert.
    Die ANR hat sich langsam zur Partei des Mittelstands und der Emporkoemmlinge gemausert – wo man die Neureichen und Emporkoemmlinge an den Staatstrog sich bedienen liess. Etwa wie die spaeteren Oligarchen in der UdSSR auch Emporkoemmlinge der Partei waren.
    Es waren damals “blaue” (PLRA) Regierungen die die Mennoniten in den Chaco brachten – also der paraguayer war damals ein ganz anderer Menschentypus als heute. Die Landser durften damals nicht nach Asuncion ziehen, wo die Musik spielte, sondern hatte auf dem Land zu bleiben. Die wachsende Korruption im Land wurde wohl dann angeheizt indem die ANR den armen Poebel fuer Schuetzenhilfe waehrend der Revolution von 1948 (gegen die “Blauen”) als gleichberechtigt ansahen und diese nach Asuncion holten. Diese mussten dann ab 1954 vermehrt in Staatsdienste verguetet werden als die Roten ihre Macht festigten mit Stroessner und dieses System wurden dann weiter verfolgt bis zum heutigen aufgeblaehten Staatsapparat.

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