Seit 30 Jahren belügt uns die Regierung

Asunción: Von Seiten der Produktions und Industrieföderation (Feprinco) verweist man einmal mehr darauf, dass die politischen Führer des Landes erneut gelogen haben in Bezug auf eine Staatsreform, von der seit Beginn der Demokratie die Rede war.

Der Präsident der Vereinigung, Beltrán Macchi, erklärte, „dass seit der Wasmosy Regierung Versprechungen für notwendige Staatsreformen gemacht wurden und selbst ein Rat zur Ausarbeitung einer Staatsreform einberufen wurde. Ein Resultat gab es dabei nicht“.

„Beim zweiten Versuch, unter Präsident Nicanor Duarte Frutos wurde eine Steuerreform unterzeichnet, die auch einige Teile einer Staatsreform beinhalteten, um den Apparat effizienter zu machen. Auch dieser Vorstoß war nicht ausreichend um umgesetzt zu werden, da dies nicht im Interesse der Herrschenden ist, die sich gern die Taschen füllen anstatt Sparpläne umzusetzen“.

„Das dritte und vorerst letzte nicht gehaltene Versprechen kam von Mario Abdo Benítez, der zu Beginn der Amtsperiode, als eine Steuer und Staatsreform- Übereinkunft unterzeichnet jedoch niemals umgesetzt wurde. Kaum kam die Pandemie sprach man erneut von notwendigen Reformen um mit geringeren Einnahmen gleiches erreichen zu können. Staatliche Funktionäre und Itaipú/Yacyretá dürften nicht mehr als als der Präsident verdienen und Bonifikationen müsste verzichtet werden. Alles nur Gerede, nichts davon wurde umgesetzt“.

„Die politischen Führer des Landes belügen uns seit 30 Jahren“, so Macchi weiter und fügte hinzu, „dass jede Steuerreform nur dafür gedacht ist den korrupten und ineffizienten Staatsapparat zu finanzieren, der immer größer statt kleiner wird und wo die Justiz von der politischen Macht instruiert wird und somit Freunde verschont bleiben“.

Wochenblatt / Abc Color

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Europakongress

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4 Kommentare zu “Seit 30 Jahren belügt uns die Regierung

  1. Kann jemand aufklären, welche Reformen die Regierungen versprechen? Habe nix von gehört – oder vielleicht gehört und sofort wieder vergessen, da sich eh nichts tun wird.
    Natürlich wird sich da nix ändern, außer die Regierenden bekommen noch mehr Geld.

    Das die Impfstoffe da sind, gefällt den Regierenden sicherlich auch nicht wirklich. Zum einen sollen ja etliche Millionen bereitstehen um die zu kaufen, aber geiler wäre es sicher gewesen, dass Geld in andere Kanäle verschwinden zu lassen.
    Und zum anderen war es sicher ein äußerst befriedigendes Gefühl, die Leute in Panik und in Masken zu sehen und zu bestrafen, wenn sie Fußball gespielt haben.

  2. Der Mann hat in allen Punkten Recht! Es ist schon richtig, daß die Politiker seit Jahren “Reformen” versprechen, nur konkret wurden sie dabei nie. Ich vermute eher, das gehört mit zum Teil der üblichen Volksverdummung und das “dumme Volk” ist nun mal leichtgläubig und lebt von Versprechungen. Da der Paraguayer ansich immer 1. leichtgläubig und 2. lernresistent ist, läßt es ich hinhalten bis zum St. Nimmerleinstag. Wahrscheinlich fällt das nur wenigen hier auf, solange sie jeden Tag ihr Asado bekommen.

  3. Der Tod darf kein Geschäftsmodell sein

    Viel zu viele Amigos im Staatsdienst. Millionenschwere US-Dollar-Projekte angefangen und wieder abgebrochen (Metrobus Asuncion). Auf PY-Seite des Wasserkraftwerks arbeiten knapp dreimal so viele Amigos (2400) wie auf argentinischer Seite (800), die meisten davon mit der Qualifikation “Verwandte(r) von( Ex)-Präsidenten und ( Ex)-Politiker”. Ein Eisenbahnministerium bei null Eisenbahn. Fehlte nur noch ein Ministerium für Seilbahn und Skilifte. Seit der Ära “Großer Diktator Strössner” hat es hier im Gegensatz zu Chile keine Staatsreformen gegeben, außer dass die Kindergartenpolizei nun blau- statt maki-farbene Uniformen trägt (was den fahlen Geschmack an Diktatur etwas genommen hat): sämtliche politischen, juristischen und exekutiven Strukturen voll und ganz immer noch auf die Colorado-Mafia ausgelegt. Gut, dass es solch Leute wie Beltrán Macchi gibt, die darauf aufmerksam machen. Was eh jeder weiß. Das ist der Preis für eine unendlich große Freiheit: jeder kann tun und lassen was er will, der Staat mischt sich sozusagen nicht ein. Gibt ja nur Arbeit. Und die Staatssubstritute sind schon voll ausgelastet mit Arbeit, stets um das Wohlergehen des eigenen Family-Clans besorgt. Doch es besteht Hoffnung, dass eines Tages jemand wie Amarilla, Rochio, Cubas ua. an die Macht gelangen. Es kann nur besser werden. Die Stimmen werden täglich lauter. Diese Colorado-Poltiker zusammen mit den Liberalen bedienen sich immer unverfrorener, unverschämter und offensichtlicher aus der Staatskasse, so dass es unweigerlich früher oder später zu einem Wind of Change kommen muss. Außer es kommt zu einem Umdenken innerhalb der Colorado-Liberalen-Mafia, indem etwas zurückhaltender in die eigene Tasche gewirtschaftet wird und dem Volk außer etwas roter Erde, um die Straßen fachmännisch zu reparieren, auch noch ein Eishockey-Station, defizitäre Eisenbahn und ein Satelite nacional de Telenovelas spendiert wird. Doch das wird schwierig bei einer Kreditaufnahme von 1,6 Milliarden US-Dollar zur Bewältigung des Uhhh-Viru-V2.0-Zeitalters (davon 800 Millionen für Löhne, Spesen und Boni der Amigos) und Milliarden US-Dollar zum Bau nationaler Straßen. Die Kreditgeber möchten nicht nur ihre Investition zurück, sondern auch noch etwas Zins. Das wird etwas schwierig für die Enkel von einem Volk mit einem BIP von 4000 US-Dollar. Pro Kopf. Pro Jahr. Und einem Staatshaushalt, welcher 76% offiziell für Amigo-Gehälter veranschlagt. Die inoffiziellen Löhne dürften allem Anschein von Nichts fürs Volk bei 24% liegen. Bleibt noch der Gewinn aus Stromverkauf, um ein paar Sozialprojekte zu unterstützen, wobei die Wasserkraftwerke keinerlei parlamentarischer noch sonstiger Kontrolle unterliegen. Toi, toi, toi, Paragauy. Und deinen Enkeln.

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