Abgeordneter warnt vor einer Privatisierung vom Guarani Aquifer

Asunción: Im brasilianischen Senat wurde ein Gesetzentwurf zur Schaffung eines privaten Wassermarktes vorgelegt. Die Initiative erfolgte ohne Berücksichtigung der Staatsbürgerschaft, die sich gegen den Vorschlag aussprach. In Paraguay ist man besorgt über das Vorhaben.

Ein Gesetzentwurf zur Änderung des Gesetzes Nr. 9.433 vom 8. Januar 1997 über die Einführung von Wassermärkten als Instrument zur Förderung der effizientesten Zuteilung von Wasserressourcen wurde im brasilianischen Senat vorgestellt. Der Vorschlag kam von dem Senator Tasso Jerissati.

Die Absicht hinter der Initiative ist eine Privatisierung der Wasserressourcen, die den Guaraní Aquifer und somit auch direkt Paraguay betreffen, denn der Grundwasserspeicher ist Teil des nationalen Territoriums.

Mit der Schaffung des privaten Wassermarktes soll der Zugang zu den Quellen ermöglicht werden; in diesem Fall der Grundwasserleiter.

Der Vorschlag des brasilianischen Senators, die nationale Politik der Wasserressourcen seines Landes zu ändern, hat weder die politische Zustimmung noch die der brasilianischen Bürger selbst.

Die Initiative wurde in einer öffentlichen Umfrage berücksichtigt. Bisher sprachen 96.523 Personen sich gegen den Vorschlag aus, während nur 948 ihre Zustimmung gaben.

Jerissati begründete sein Projekt damit, dass es nicht beabsichtige, die Gewässer zu privatisieren sondern nur die Aushandlung der Nutzungsrechte beinhalte, die von den zuständigen Behörden, insbesondere in Situationen der Wasserknappheit, gewährt werden könnten.

Der Abgeordnete Carlos Rejala von der Partei Hagamos in Paraguay wiederum sagte, wenn der Vorschlag in Brasilien angenommen werde, “wäre dies katastrophal“. So glaubt er, dass Paraguay neben den eigenen Strategien in diesem Bereich die Wachsamkeit gegenüber den brasilianischen Initiativen begleiten und aufrechterhalten sollte.

Er argumentierte, dass das Ziel darin bestehen sollte, die Kontrolle über Reserven von hoher strategischer Bedeutung für die nationale Sicherheit zu bewahren. Rejala erwähnte weiter, dass der Guaraní-Aquifer der größte Grundwasservorrat der Welt sei und Brasilien sowie Paraguay die Länder mit den größten Ausdehnungen in dem Bereich besitzen.

Er warnte davor, dass Wasserressourcen in die Hände von Privatleuten zu geben, bedeute, die Souveränität zu verlieren. Rejala fügte an, dass es nicht möglich sei, den Aquifer zu “teilen“, weil das Nachbarland und Paraguay den Grundwasserleiter gemeinsam umfasse. Wenn Brasilien den Vorschlag umsetze, werde auch das Grundwasser in Paraguay beeinflusst.

Rejala versicherte, dass in naher Zukunft Wasser als strategisches Reserveelement auf globaler Ebene wichtiger sein werde als Öl, weshalb alle notwendigen Vorkehrungen getroffen werden müssten, um die nationale Souveränität über eine so wichtige natürliche Ressource zu erhalten.

Wochenblatt / Ultima Hora

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3 Kommentare zu “Abgeordneter warnt vor einer Privatisierung vom Guarani Aquifer

  1. Zitat WB: „Mit der Schaffung des privaten Wassermarktes soll der Zugang zu den Quellen ermöglicht werden…“
    Da fehlt doch sicher irgendwo das Wort „kostenpflichtig“. Seit wann gibt es nach Privatisierung etwas einfach mal so?
    Und wem die Firma gehört, der bestimmt die Preise. Man möge sich am Beispiel Großbritannien die Umsetzung dieser weltweiten Agenda anschauen…
    Wasser ist eine Ressource und gehört Niemandem!
    Es ist ein unverkäufliches Menschenrecht, da es ohne dieses kein Leben gäbe!
    Auch wenn es dieser Herr anders meint:
    „Wasser ist also das wichtigste Rohmaterial, das wir heute noch auf der Welt haben. Es geht darum, ob wir die normale Wasserversorgung der Bevölkerung privatisieren oder nicht – und da gibt es zwei verschiedene Anschauungen. Die eine Anschauung, extrem, würde ich sagen, wird von einigen NGOs vertreten, die darauf pochen, dass Wasser zu einem öffentlichen Recht erklärt wird. Das heißt, als Menschen sollten sie einfach ein Recht haben, Wasser zu haben. Das ist die eine Extremlösung. Und die andere sagt, Wasser ist ein Lebensmittel und so wie jedes andere Lebensmittel sollte es einen Marktwert haben. Ich persönlich glaube, es ist besser, man gibt einem Lebensmittel einen Wert, so dass uns allen bewusst ist, dass das etwas kostet. Und dann anschließend versucht man, dass man mehr spezifisch, für den Teil der Bevölkerung, der keinen Zugang zu diesem Wasser hat, dass man dort etwas spezifischer eingreift. Da gibt es ja viele verschiedene Möglichkeiten.“
    https://www.finanzen100.de/finanznachrichten/wirtschaft/debatte-um-schweizer-konzern-hat-der-nestle-chef-wirklich-einmal-gesagt-wasser-sei-kein-menschenrecht_H2029013325_546809/

  2. Achtung!!! Die USA schauen 100% -ig auf die südamerikanischen Wasserressourcen! Denen geht allmählich der Saft aus und da gehen die Amis über Leichen! Bestechung gehört zum Geschäft. Nochmals ACHTUNG!!!

  3. Interessant ist, dass in obigem Bericht das so dargestellt wird, als ob das mal so eine IDEE von diesem gekauften Senator Tasso Jerissati ist! Warum wird Ross und Reiter hier weggelassen? Die Verhandlungen laufen schon seit 2014 zwischen den Multis = Nestle, Cocacola und Konsorten! Sie sind die Lobiisten die hinter dem Ganzen privatisieren stehen und wenn man schaut was sie bis jetzt für Wüsten hinterlassen haben dann stellen die erst ihre Maschinen ab, bis der letzte Tropfen ausgesaugt wurde!
    Erst ruinieren sie das Land, die Wirtschaft, dann holen sie sich die Ressourcen des Landes und das wird überall auf der Welt so gehandhabt!
    Gut das Uruguay auch mit im Boot sitzt und diese bis jetzt strikt dagegen sind. Ob die Paraguayer hinter dem Nein stehen wird sich zeigen; es ist nur eine Frage der Höhe des Geldes mit dem gewinkt wird!
    Ich bin dafür, dass in allen drei Ländern eine Bürgerbefragung durchgeführt wird und dieses Ergebnis dann von allen Parteien geachtet wird, sonst geht hier bald auch das Licht aus!

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