Afrikareise ohne greifbares Ergebnis

Asunción: Der Abgeordnete Eduardo Vera Bejarano (PLRA) nahm Ende April an einem Kongress in Ägypten teil, der erst im kommenden November in Mexiko stattfinden wird. Auf die Frage wie er das bewerkstelligen konnte antwortete er der Redaktion der Tageszeitung Última Hora: „Ich erinnere mich nicht mehr daran“.

In Begleitung seiner Ehefrau und seiner Schwester reiste er vom 23. April bis zum 3. Mai in den Wüstenstaat mit ausreichend Zeit für touristische Unternehmungen. Seine Spesen von insgesamt 14,8 Millionen Guaranies neben den Flugkosten wurden vom Abgeordnetenhaus gezahlt. Schade nur, dass neben einer Urkunde, deren Echtheit angezweifelt werden darf, nichts an Resultaten vorliegt, denn die Veranstalter des XII. Weltkongresses für Städte des Kulturerbes, schwören einen Eid darauf, dass der liberale Abgeordnete nicht teilgenommen haben kann, da das Treffen erst vom 19. bis 22. November in Oaxaca, Mexiko stattfinden wird. Da Eduardo Vera Bejarano sich nicht zur Wiederwahl stellte und nun sein Bruder in seine Fußstapfen treten wird, ist anzunehmen, dass dieser eine Teilnahme daran beantragt.

Vera Bejarano wies die Presse jedoch darauf hin, „dass alle Abgeordneten ihre Familienmitglieder auf ihre offiziellen Reisen nehmen und wenn eventuell einer der 80 das nicht tut so ist dies nur die Ausnahme. Auch wenn dies rausgeschmissenes Geld wäre gehört es nun mal zum System. Die weiten Reisen die einer schwierig alleine finanzieren kann sind mit der Hilfe des Abgeordnetenhauses durchführbar“.

Er versicherte, „dass er nur einer von vielen ist und das System das Problem sei. Es ist das System was es uns erlaubt“. „Warum soll ich hierbleiben, wenn andere auch verreisen? Verstehen sie das?“, fragte er.

Er kritisiert damit den Präsident des Abgeordnetenhaus, Victor Bogado, der keine Maßstäbe anlegt, um zu prüfen ob eine Reise nützlich für das Land oder nicht ist. „Zum Ende einer Legislaturperiode zu verreisen ist tatsächlich unnötig“, gesteht er ein und sagt außerdem „dass nur wenige Reisen wirklich nützlich sind“.

(Wochenblatt / Última Hora)

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15 Kommentare zu “Afrikareise ohne greifbares Ergebnis

  1. sogar der Abgeordnete hat es erkannt und bestätigt es ausdrücklich. Nicht die Abgeordneten, die Politiker, sind das Problem, das System ist das Problem. Daher gehört dieses System so bald als möglich beseitigt. Es handelt sich nicht um Volksvertreter sondern Kunden in einem Selbstbedienungsladen in dem die Angebote nichts kosten.

    1. Hallo Asuncion45,
      kennst Du eine Alternative? Die USA und EU sind auf jeden Fall nicht besser. Die Rumänen haben es früher ganz gut gemacht, aber heute sind sie an der EU-Leine.

      Wieviel hat der „EU-Wahlbeobachter-Urlaub“ gekostet uns was hat er gebracht?
      Klar einen schönen Paraguayurlaub.

      Der einzige Unterschied ist der, dass die Politiker aus dem fernen EU keine Urlaubsbilder von den Wasserfällen in facebook einstellen.
      Gruss, Miha

      1. ich teile Ihre Meinung zu hundert Prozent. Die Politikmarionetten sind alle nicht besser, egal, wo sie an den Trögen sitzen. Daher meine Forderung: Keine Berufspolitiker, keine Pensionsansprüche, nur ehrenamtliche Tätigkeit in der Politik mit unmittelbarer Verantwortung gegenüber den Bürgern und bei Nichtbeachtung des Bürgerwillens sofortige Abwahl.

        1. Ehrenamtliche Tatigkeit funktioniert hoechstens auf Gemeindebene. Politik auf Staatsebene kann sehr komplex sein, ist der Politiker den Thematiken nicht gewachsen, wachsen im Hintergrund automatisch graue Maechte heran, seien es Lobbyisten oder Chefbeamte. Hinzu kommt das die Staatspolitk in der Regel in der Hauptstadt stattfindet, wie soll da einer aus der Pampa ehrenamtlich regelmaessig zu einem Parlament reisen ohne Verguetung fuer die Zeit die er nicht arbeiten kann ?

          1. Politik auf Gemeindeebene ist komplex und die auf Staatsebene auch. Die ehrenamtliche Tätigkeit schließt Aufwandsentschädigungen nicht aus. Das geschieht auf Gemeinde- und Kreisebene auch. Lesen Sie doch bitte mal nach, wie viele Lobbyisten sich in Berlin und Brüssel tummeln (https://www.lobbycontrol.de/tag/lobbyplanet-berlin/) und stellen Sie doch einmal fest, wer die Gesetzestexte schreibt, dann werden Sie erkennen, die Berufspolitiker sind nur Abnicker https://lobbypedia.de/wiki/Lobbyisten_in_Ministerien. Die Gesetze machen die Lobbyisten (die grauen Mächte), die Bänker, die Pharmakonzerne und die Großindustrie und das trotz Berufspolitikern. Diese haben den Vorteil nur alle 4 oder 5 Jahre vor ihren Souverän treten zu müssen und in Wahlkämpfen wird so viel gelogen, wie in Kriegen. Der ehrenamtliche Politiker muss sich nach jeder Abstimmung der Basis stellen und sein Abstimmungsverhalten begründen. Er sitzt auf einem Schleudersitz. Stimmt er nicht so ab, wie von der Basis beschlossen oder kann er nicht plausible Gründe für ein abweichendes Abstimmungsverhalten nennen, wird er sofort abgewählt und ein neuer Vertreter bestimmt.

    2. Das Problem ist, dass die meisten Menschen keine echte, innere Moral haben und nie erwachsen werden. Das Motto „Wen der Andere darf, darf ich auch“ gehoert in den Kindergarten.

  2. „Die weiten Reisen die einer schwierig alleine finanzieren kann sind mit der Hilfe des Abgeordnetenhauses durchführbar“.

    Wenn jemand mit 40 Millionen Gs. Monatsgehalt eine solche Reise nicht selber finanzieren kann, frage ich, wieviel muss dann jemand verdienen um sich eine solche Reise leisten zu können.

    Die Schuld hat nicht der Liberale, der die Reise gemacht hat, sondern der Colorado Präsident des Abgeordnetenhauses, da dieser es ihm nicht verboten hat. Paraguayische Logik!

  3. Wenn ein Mensch nicht in der Lage ist eine Empresa mit mehr als 1.000 Personen gut zu führen,

    Wenn ein Mensch über keinerlei Unrechtsbewusstsein verfügt,

    Wenn ein Mensch sich wie eine Garrapata (auf Deutsch Zecke) verhält,

    dann sollte er nicht politisch tätig sein dürfen!

    Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken,
    der Kopf bestimmt das System.

    Hier stinkt es also mächtig.

    Aber kommen die Europär nicht nach Paraguay weil ihnen diese Quasi Anarchie gefällt? Weil sie ebenso ein wenig Anarchisch, also frei, leben können?
    Gleiches Unrecht für alle?

  4. Der Haken ist nicht die Reise und die unnuetze Geldverschwendung, sondern die Frechheit an ein Kongress zu reisen und noch eine Urkunde zu bringen fuer ein Kongress wo erst im November in einem ganz anderen Teil der Welt stattfindet.

  5. Hoffentlich verklagt der „Veranstalter des XII. Weltkongresses für Städte des Kulturerbes“ diesen Herrn wegen Urkungenfälschung, doch dazu müsste die hiesige Polizei diese Teilnahmeurkunde konfiszieren.
    Aber zum Glück wird ja nun unter dem neuen Präsidenten Horacio Cartes von der Colorado Partei alles besser, so dass solche Vorfälle in Zukunft nicht mehr vorkommen werden.

  6. Ist der amtierende Parlamentspräsident nicht „zufällig“ schon ein Colorado? Wieso sollte dann alles besser werden, wenn der künftige auch ein Colorado ist?

  7. dieses mal haben sie recht
    dieser Praesident des Abgeordnetenhauses heisst VICTOR BOGADO ANR. in der naechsten periode wird er im senat sitzen.noch eine anektote zu victor bogado. vor einigen jahren war er schon einmal praesident des abgeordnetenhauses. um einmal eine unliebsame abstimmung zu verhindern, bestaetigte er sich als „hobbyelektriker“. er wurde dabei gefilmt als er eigenhaendig die schalter im stromkasten herunter drueckte um einen stromausfall zu provozieren und so die abstimmung zu verhindern.

  8. Man muss dafür Verständnis aufbringen warum die Abgeordneten so viel reisen. Reisen bildet und daher ist ein enormes Aufholpotential in Sachen Bildung vorhanden. Da viele Parlamentarier nicht zwei und zwei zusammenzählen können haben sie einen riesen Bildungshunger der nur durch Reisen gestillt werden kann.

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