Asunción: Der Anlagedirektor des Sozialversicherungsinstituts (IPS) gab bekannt, dass der Verwaltungsrat beschlossen hat, die Situation der bei der Ueno Bank eingelegten Mittel zu bereinigen – nachdem eingeräumt wurde, dass die dort hinterlegten Gelder die gesetzlich festgelegte Höchstgrenze überschreiten.
Hintergrund
In der vergangenen Woche wurde bei einer Sitzung des Verwaltungsrats offengelegt, dass das IPS mehr Geld aus dem Rentenfonds bei der Ueno Bank angelegt hat, als das Gesetz der Aufsichtsbehörde für Renten und Altersversorgung erlaubt. Die Bank gehört zur Vázquez-Gruppe SAE, einem ehemaligen Geschäftspartner des Präsidenten Santiago Peña. Außerdem lässt einen der Verdacht nicht los, dass hier auch wieder Cartes der Eigentümer ist und andere nur als Strohmänner CEO spielen dürfen.
Nach geltendem Recht dürfen Rentenmittel bei einem einzelnen Finanzinstitut nicht mehr als 10 % des gesamten verwalteten Vermögensportfolios ausmachen – derzeit liegen bei der Ueno Bank 2,15 Billionen Guaraníes, also knapp 11 % des Gesamtportfolios des IPS.
Zuerst bestritt der Anlagedirektor Hugo Díaz, dass dies unrechtmäßig sei, und argumentierte, es handele sich nicht nur um Investitionen, sondern auch um täglich verfügbare Guthaben. Später räumte er aber ein: „Nach den Maßstäben der Aufsichtsbehörde liegen wir aktuell über der Grenze.“
Geplante Bereinigung
Gestern bestätigte Díaz, dass die überschüssigen Beträge in den kommenden Tagen auf andere Banken übertragen werden, um wieder die zulässige Obergrenze von 10 % einzuhalten. Der Vorgang könne sofort erfolgen und erfordere lediglich eine entsprechende Überweisungsanweisung.
Als Grund für die Überschreitung nannte er eine geänderte Auslegung des Gesetzes: Bestimmte Wertpapiere werden seitdem einer anderen Kategorie zugeordnet, wodurch sich die Berechnungsgrundlage verschoben habe. Er betonte zudem, dass es sich bei den Geldern nicht um langfristige Investitionen handle, sondern um liquide Mittel – unter anderem um Einnahmen, die für die Auszahlung des Weihnachtsgeldes an Rentnerinnen und Rentner im November angesammelt werden.
Nach Angaben des IPS sei die Ueno Bank ausreichend zahlungsfähig. Zudem seien 94 % der eingelegten Mittel im Rahmen öffentlicher Ausschreibungen und nicht durch eine Einzelvergabe an die Bank gelangt.
Wochenblatt / Abc Color













