Anklage gegen Mitarbeiter des obersten Rechnungshof

Am Mittwoch wurde offiziell Anklage gegen den obersten Rechnungsprüfer des Staates, Óscar Velázquez, seine Stellvertreterin, Nancy Torreblanca, die als „goldene Sekretärin“ bekannt gewordene Liz Paola Duarte Meza und weitere Personen erhoben. Staatsanwältin Victoria Acuña machte die Eingabe bei Gericht, die Anklagepunkte lauten auf Betrug, ungerechtfertigte Bereicherung und Anstiftung zu Straftaten von Untergebenen.

Das frühere Modell Liz Paola Duarte hatte Einkünfte in Ministerhöhe, hauptsächlich wegen der Bezahlung von scheinbar nicht geleisteten Überstunden. Die Privatsekretärin von Velázquez, war auf der Arbeit selten zu erreichen wurde aber gefilmt, als sie zur Nachtzeit mit Sportkleidung in Begleitung ihres Hundes zum Stempeln kam, die Wärter hatten nach eigener Aussage Anweisung, dies gewähren zu lassen.

Selbst als die Sekretärin im Februar im Urlaub und außer Landes weilte leistete sie laut den Aufzeichnungen des Finanzministeriums noch 231 Überstunden, während die normale Arbeitszeit am Rechnungshof, wie bei vielen Behörden nur 6 Stunden beträgt und maximal 32 Überstunden pro Monat gesetzlich erlaubt sind. Auch ohne Studium erhielt sie Zulagen für Akademiker.

Der Direktor der Personalabteilung und die Direktorin der Administration sind als Mittäter angeklagt. Weitere vier Mitarbeiter des obersten Rechnungshofes werden des ungerechtfertigten Bezugs von Überstundengeldern und des Einstreichens von Akademikerzulagen ohne abgeschlossenes Studium angeklagt. Der Neffe von Velázquez hatte ähnlich hohe Bezüge wie Duarte und seine Frau bekam bereits während ihres Studiums den Zuschuss für das erfolgreich abgelegte Studium, der immerhin fast einen Mindestlohn ausmacht, sie bekam auch während ihres Mutterschutzes noch Überstunden bezahlt.

Die Staatsanwältin schätzt den Gesamtschaden für den Staat auf 1,221 Milliarden Guaranies. Der oberste Rechnungsprüfer und seine Stellvertreterin genießen diplomatische Immunität, es sieht momentan aufgrund politischer Konstellationen nicht so aus, als sei das Parlament gewillt, diese aufzuheben, auch wenn der zuständige Richter dies beantragen will. Die übrigen Angeklagten müssen sich für die Justiz bereit halten und dürfen das Land nicht verlassen.

Die Stellvertreterin von Veláquez beteuerte unterdessen mehrfach ihre Unschuld und schiebt alle Verantwortung auf ihren Chef, obwohl sie die Gehaltsabrechnungen unterzeichnete. Es ist für viele überraschend, dass es zu einer Anklage in dem Fall kam. Der zuständige Richter, erklärte, dass die Staatsanwaltschaft nun sechs Monate Zeit für ihre Ermittlungen habe und man alle Beteiligten verhören wolle, die nicht gesetzlich vor dem Zugriff der Justiz geschützt sind.

Quelle: Última Hora

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