Anleihen oder Aktien: Wo liegt der Unterschied?

Viele Deutsche lagern ihr Erspartes – nicht nur während Krisenzeiten – auf dem Girokonto, Tagesgeldkonto oder dem Sparbuch. Als kurzfristige monetäre Reserve mag das sinnvoll sein. Doch ein langfristiger Vermögensaufbau, vor allem bei den aktuellen sehr niedrigen Zinsen, sollte anders aussehen.

Eine Alternative zum Vermögensaufbau können Anleihen oder Aktien sein. Doch um die passende Form für Ihr Investment zu finden, sollten Sie verstehen, was man überhaupt unter Aktien und Anleihen versteht und wo die entscheidenden Unterschiede liegen.

Was ist eine Aktie?

Unter einer Aktie versteht man ein Wertpapier, das den Anteil an einer Gesellschaft verbrieft – so oder so ähnlich wird diese Geldanlage in diversen Lexika erklärt. Einfach erklärt, funktioniert eine Aktie so: Mit dem Kauf einer Aktie erwerben Sie einen Anteil an einem Unternehmen. Die Aktie ist dabei der Anteilsschein, der Ihnen schriftlich garantiert, dass Sie Miteigentümer – auch Anteilseigner genannt – des betreffenden Unternehmens sind. Als Miteigentümer sind Sie nicht nur vom Erfolg, sondern auch vom Misserfolg des jeweiligen Unternehmens direkt betroffen: 

Hat beispielsweise ein börsennotiertes Unternehmen 1.000 Aktien angeboten und Sie kaufen von diesen 10 Aktien, sind Sie zu 1 % am Unternehmen beteiligt. Aktien auszugeben verschafft Unternehmen frisches Eigenkapital. Je nachdem, wie sich das Unternehmen entwickelt, zeichnet sich dies am Aktienkurs ab. Der Kurs selbst ergibt sich durch Angebot und Nachfrage.

Was ist eine Anleihe?

Wenn Sie mehr Rendite als mit klassischen Sparkonten erzielen und dennoch keine zu hohen Risiken an der Börse in Kauf nehmen möchten, können Sie in Anleihen investieren. Anleihen sind Instrumente für Banken, Institutionen, Staaten und Unternehmen, Geld zu beschaffen. Und das von Privatanlegern. Diese Anleger erhalten dafür wiederum Zinsen und können zusätzlich von Kursanstiegen profitieren. 

Um Ihnen ein Beispiel zu geben: Sagen wir, Sie investieren 5.000 EUR in Anleihen – durch den Grundsatz der Anleihen haben Sie eine sehr hohe Wahrscheinlichkeit, die 5.000 EUR plus Zinsen sowie eventuell mit Kursrenditen zurückzubekommen. Von einer umfassenden Garantie kann man nicht sprechen, da Anleihen je nach Art mit unterschiedlich hohen Ausfallrisiken verbunden sind. Bei einer Insolvenz des Unternehmens können Sie als Anleger daher im Extremfall auch leer ausgehen.

Die wesentlichen Merkmale von Anleihen sind die festen Zinsen und die feste Laufzeit. Das ist ähnlich wie bei Krediten. Der Handel von Anleihen findet direkt über Banken oder an der Börse statt. Um Anleihen kaufen zu können, benötigen Sie ein Depot. Für den Kauf und Verkauf von Anleihen können Ihnen Transaktionskosten berechnet werden. Am Markt finden Sie viele verschiedene Anleihen-Arten wie beispielsweise Staatsanleihen und Bundesanleihen, aber auch Pfandbriefe oder Anleihen-ETFs.

Was haben Aktien und Anleihen gemeinsam?

Beide Formen können und werden an der Börse gehandelt – und um Handel zu betreiben, benötigen Sie ein Wertpapierdepot. Egal, ob Aktie oder Anleihen – Sie bekommen entweder Dividende oder Zinsen und machen damit einen Gewinn. 

Experten raten übrigens dazu, nicht nur in einzelne Werte zu investieren – Anleihe, Aktie oder beides -, sondern Ihr Geld breit zu streuen und in viele verschiedene Geldanlagen zu investieren.