Aquädukt im Chaco: In Vergessenheit geraten

Asunción: Walter Stöckl, Bürgermeister von Loma Plata, nahm kein Blatt vor den Mund, als er den Bericht des MOPC zum Aquädukt hörte. Er kritisierte lautstark und bekam Unterstützung.

Das Ministerium für öffentliche Bauten (MOPC) informierte am gestrigen Freitag die Bürgermeister von Loma Plata und Puerto Casado, Städte, die von der Bauphase 1 betroffen sind, über die Fortschritte. Da diese eher rar waren, ernteten sie nur Kritik. Das Ministerium sieht nur Fortschritte, wie in ihrem Bericht publiziert. Ebenso ist die aktuelle Präsentation zum Projekt durchaus sehenswert und informativ.

Das Pump- und Filterwerk in Puerto Casado mit einer Kapazität von 13 Millionen Liter täglich ist fertiggestellt. Die Rohrverbindung nach Loma Plata erreichte jedoch erst km 156, womit noch 46,2 km fehlen.

“Im vergangenen Jahr hatten wir ein Treffen, wo wir eine Übereinkunft mit dem MOPC unterzeichneten. Darin versprachen die Vertreter der staatlichen Behörde die Bauphase 1 bis November 2017 abzuschließen. Passiert ist jedoch nichts. Es wurde weder rangeklotzt noch uns informiert, dass man es nicht schafft“, sagte Walter Stockl, Bürgermeister von Loma Plata.

Jetzt wo wieder ein la Ñiña Jahr ansteht, müssen sich die Bewohner des Chacos noch mehr anstrengen und schauen, wie sie sich mit Wasser versorgen. “Das MOPC unterrichtet die Städte und die Departementsverwaltung kaum über Arbeiten. Wegen der geringen Einwohnerdichte wird uns keine Bedeutung beigemessen. Die Anzahl der Wähler ist gering, deswegen werden wir vergessen“, fügte Stöckl hinzu.

Yudith Medina, die Bürgermeisterin von Puerto Casado, beuchte die Baustelle und war geschockt zu sehen wie die Arbeiter ohne Sicherheitsvorkehrungen agieren müssen, um nicht ihren Job zu verlieren. Die Verspätungen beim Bau sollen laut ihrer Auskunft das Produkt von ausgebliebenen Zahlungen von Seiten des MOPC sein.

In einer zweiten Etappe soll von Loma Plata ein Rohrnetz bis nach Filadelfia und Neuland verlegt werden, wo Reservoirs von 1 und 2 Millionen Liter errichtet werden. Die Städte Tte. Irala Fernández und Lolita sollen auch daran angeschlossen werden.

Der Bau, der seit mehreren Jahrzehnten geplant wurde, begann seine Umsetzung unter der Präsidentschaft von Federico Franco im Jahr 2012. In mehr als fünf Jahren schafften es Regierung nicht diese notwendige Baustelle zu Ende zu bringen.

Der Bau finanziert sich durch eine Spende der spanischen Kooperationsagentur in Höhe von 60 Millionen US-Dollar, einem Kredit der Interamerikanischen Aufbaubank (BID) in Höhe von 20 Millionen US-Dollar und eigener MOPC Mittel von 8 Millionen US-Dollar.

Wochenblatt / Última Hora

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5 Kommentare zu “Aquädukt im Chaco: In Vergessenheit geraten

  1. Der Buergermeister von Loma Plata sollte doch wissen, dass Versprechungen in Paraguay egal von wem oder was, sehr oft nur Geschwaetz ist. Etwas naiv zu glauben, dass am 1.November die Leitung fertiggestellt wird.

    Die Bezahlung, u.a. 60 Millionen Dollar SPENDE von der EU, geht vermutlich deswegen so langsam weil da 8 Millionen Eigenmittel sind. In einem Papier habe ich mal gelesen, dass wenn etwas vom MOPC bezahlt wird, die Rechnung durch 23 Abteilungen durchgereicht werden muss. Ironischerweise stand da auch wie lange die Rechnung bei der jeweiligen Abteilung verbleiben soll.

    Anmerkung: Die Spende wird vom BID verwaltet, da besteht keine Chance sich selbst was in die Taschen zu stecken.

  2. Aber durch die Baufirma, weil diese besteht aus Tios, Hermanos und so weiter. Letztendlich wird dann auch nur billig Material verwendet, wie überall, damit genügend Geld in die eigene Tasche fließen kann. Außerdem wird sicher ein Nachschlag gefordert, weil die Baukosten durch unvorhersehbare Komplikationen nach oben gegangen sind, eben wie überall hier.

    1. Die Rohrleitung aus Glasfaserverstaerktem Kunststoff kommt aus Argentinien und hat direkt mit dem MOPC einen Liefervertrag. Jetzt sagte mir ein Kollege, dass die Qualitaet nicht ausreichend waere so wie ausgemacht und wird daher nicht akzeptiert. Naehere Details nannte er mich nicht, aber vermutlich koennte es auch daran liegen, dass es so schleppend vorwaerts geht.

  3. Hoffentlich schafft Mensch es nicht, mit dem Atlantik das zu machen, was Mensch in 60 Jahren aus der Aralsee gemacht hat.

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