Aquidabán: Sein Alter kann täuschen

Concpeción: Das Transport- und Passagierschiff Aquidabán fährt schon seit rund 70 Jahren zwischen Concepción und Bahía Negra auf dem Rio Paraguay. Es sichert das Überleben.

Da wo man 9 Monate im Jahr nicht mit dem Auto hinkommt, erscheint pünktlich einmal pro Woche das Handelsschiff Aquidabán, proppenvoll mit überlebenswichtigen Waren in Bahía Negra, rund 800 km von Asunción entfernt.

Immer am Freitag kommt das Schiff in Bahía an, nachdem es rund 4 Tage auf dem Fluss unterwegs war, rund 30 Mal Halt machte. Abgeladen werden Tomaten, Bananen, Gaskaraffen, Eier, Kleidung. Der schwimmende Markt hat alles was man benötigt. Mit rund 80 t an Waren und bis zu 150 Passagieren zur gleichen Zeit ist der alte Dampfer nicht zu unterschätzen. Wer als Passagier auf Luxus hofft hat sich vertan. Es gibt sechs kleine Kabinen mit Betten, die keineswegs für Privatsphäre sorgen aber deswegen auch nur 100.000 Guaranies pro Koje kosten. Wer es traditioneller mag nimmt eine Hängematte für 30.000 Guaranies. Die Fahrt – einfach – von Concepción nach Bahía Negra kostet 130.000 Guaranies. Verpflegung kostet extra.

Die Geschäfte warten auf neue Ware und die Fischer auf neue Netze und Haken. Ohne den Aquidabán wäre sogar die Fischerei um Jahrzehnte zurückgeworfen. Das Aquidabán ist nicht nur das Transportmittel der Zone, was besonders bei Überschwemmungen besten Dienst leistet, sondern auch die Lunge des örtlichen Kommerzes. Das Untergeschoss des Schiffes ist ein chaotischer aber kompletter Supermarkt, zusammengesetzt aus 14 Verkäufern. „Es gibt Kleidung, Spielzeug, Gemüse, Früchte, Milch. Es gibt alles“, sagte Ingenieur Ángel Desvars, einer der Eigentümer des Schiffes.

Das 314 km lange Teilstück zwischen Vallemí, Concepción, nach Bahía Negra, Alto Paraguay ist voll von Fauna, da es sich um das Tor zum paraguayischen Pantanal handelt. „Es ist unmöglich nicht die weißen und grauen Störche sowie die schwarzen Olivenscharben zu sehen. Ebenso sieht man allerhand Tiere am Ufer des Flusses. Das ist eines der Vorteile des Schiffes, der direkte Kontakt zur Natur“, so Ángel Desvars. Sein Vater, Julio Pablo Desvars, hatte 1930 die Idee für den Aquidabán, Jahr in dem es gebaut wurde. „Früher war alles aus Holz, doch mit der Zeit wurden viele Teile durch Metall ersetzt. Heutzutage reisen zwischen 40 und 70 Passagiere Woche für Woche. Früher waren es doppelt so viele. Auch wenn das Geld für ein luxuriöseres Schiff vorhanden ist, wird es nicht gebaut, da höhere Preise nicht gezahlt werden. Unsere Gäste sind meist arme Menschen“, schloss Desvars ab.

Wochenblatt / Abc Color

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1 Kommentar zu “Aquidabán: Sein Alter kann täuschen

  1. Stefan Krasulsky

    Reply

    … nur gut, dass man beim laden und löschen keine Kohlesäcke schleppen muss,

    weil man die in Paraguay nicht braucht.

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