Auf ins neue Schuljahr

Asunción: Für 1.600.000 Schüler öffentlicher Bildungseinrichtungen beginnt heute der Unterricht nach fast drei Monaten Sommerferien. Mehr als 80% der Schulen sind immer noch im gleichen Zustand wie vor den Ferien, ohne neue Ausstattung oder Renovierung bzw. Erweiterung.

Nach dem abgebrochenen Streik der Lehrer im vergangenem Jahr brauchen Eltern erst einmal nicht mit neuen Unterbrechungen rechnen. Aber auch ohne diese gestaltet sich das Schuljahr recht kurz. Da Ende November die nächsten Sommerferien beginnen und Herbst- und Frühlingsferien auch noch Platz finden müssen neben den zahllosen Feiertagen, Weiterbildungen und Lehrertagungen kann man auch in 2014 von höchstens sieben Monaten Bildungsarbeit ausgehen.

Die in Paraguay vorgesehenen Schulutensilien für alle Schüler staatlicher Bildungseinrichtungen sind wie auch in den vergangenen Jahren nicht pünktlich an das Bildungsministerium geliefert worden, wodurch sich der Unterrichtsbeginn noch etwas hinauszieht bis alle mit Bleistift und Lineal ausgestattet sind.

Schüler privater Bildungseinrichtungen drücken schon seit mindestens einer Woche wieder die Schulbank.

(Wochenblatt)

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11 Kommentare zu “Auf ins neue Schuljahr

  1. Vielleicht interessieren jemanden diese Zahlen.

    65 % der Schüler beenden nicht die Schule, haben also keinen Schulabschluss.

    Von den restlichen 35 % die verbleiben sind wiederum 25 % deren Wissensstand nach Beendigung der Schule total unzureichend ist.

    Nur 10 % der gesamten Schüler beenden die Schule mit einem normalen Wissen, wie es sein sollte.

    Die Zahlen stammen von der Unterrichtsministerin.

    Daher wird das paraguayische Schulsystem mit dem eines afrikanischen Landes verglichen.

    Schuld an diesen Verhältnissen sind Politiker, die das für Schulen vorgesehene Geld in ihre privaten Tasche gesteckt haben. Itaipu zahlt jährlich Millionen von Dollar an Städte und Gemeinden für den Erhalt und die Verbesserung von Schulen. Wie es schwarze Löcher im All gibt, so scheint es schwarze Löcher in den Kommunen zu geben, wo das Geld auf Nimmerwiedersehen verschwindet.

    1. Ich denke , dass die hohen Politiker in Py gar nicht wünschen, dass ihr Volk gebildet ist ! Ein gebildetes Volk lässt sich nicht so einfach alles gefallen. Uns so wählen sie immer wieder die gleichen, die ihnen nur das nötigste zum leben lassen und selbst in dekadentem Reichtum leben. Fuerza !

  2. Das wissen wir doch alle, der ein zahlt, der andere steckt ein. Wo die Gelder hin sollen kommen diese niemals an. Das ist bei Spenden usw. überall auf der Welt so. Die jenigen, die das Geld empfangen behalten es.

    1. Das ist uebertrieben, auch wen es hier in Paraguay deutsches Gesindel gibt das Hilfscontainer pluendert etc., es gibt ab und zu auch anstaendige Leute. Es gefaellt mir nicht, dass die typische Art von Psychopathen immer mehr gleich der ganzen Menschheit als „Normal“ uebergestuelpt wird. Es ist eben nicht normal, sondern deutet auf eine psychopathische Veranlagung hin. Und natuerlich treiben solche sich ueberall rum wo sie etwas gratis abstauben koennen, aber es ist ja auch nicht jeder Lehrer ein Paedophiler. Je mehr wir solche Vorgaenge als normal bezeichen, desto hemmungsloser werden solche Leute. Die kapitalistische Ellbogengesellschaft kommt z.B. solchen Menschen entgegen. Untersuchungen zeigen aber, dass sie sich etwas anpassen koennen, wen die Gesellschaft auf moralischen Werten besteht. Also hoert auf damit jede Schaebigkeit als NORMAL und JEDER TUT ES zu bezeichen.

      1. Hallo Monika, ich habe mit keinem Wort erwähnt, das es normal ist, das sich viele auf Kosten anderer bereichern. Ich stülpe auch niemanden die „Psychopaten“ über. Aber leider ist es so mit Geldern, die für Hilfen bestimmt sind, andere Wege gehen als diese sollen. Damit meine ich nicht nur in Py.

      2. Hallo Monika,

        grundsätzlich hast du ja Recht. Jedoch in Paraguay ist wirklich das Kriminelle und Abartige das „normal“.
        Nicht einmal hier sind ALLE so, aber doch eine solide Mehrheit.

        Je mehr ich die Menschen im Lande besser kennenlerne (unter die oft normale Fasade blicke), damit sind DACH, Paraguayos bis Mby’a gemeint, desto größere Abgründe tun sich auf. Hätte noch vor 5 Jahren oder so, niemals gedacht, daß es wirklich sein kann, daß so viele, so verkommen sind. Aber es ist so.

        @Asuncioner
        Das Problem der Schüler, ist leider mit Geld nicht zu ändern. Die Paraguayer wollen in der großen Mehrheit nichts lernen.

        Meine Kinder gehen hier in Paraguay zur Schule und ich sehe täglich was passiert. Selbst wenn die Schulen geführt würden wie in Finnland mit der Infrastruktur aus Deutschland, würden die Paraguayos immer noch nicht mehr lernen. Es interessiert sie in der Masse einfach nicht.

        Das Ziel der Jungen ist es nicht, eine gute Ausbildung zu machen und sich ein besseres Leben zu erarbeiten.
        Sie wollen natürlich schon Geld. Aber sie wollen das Geld JETZT und arbeiten bitte nur ganz wenig.
        Viele träumen von einem Job beim Staat, wo sie nur 1-2 Stunden täglich anwesend sein müssen und trotzdem 3-4 Millionen Gs bekommen.

        Solche Jobs gibt es aber nicht über Schulbildung, sondern über Parteiarbeit. Also die (meist illegale) Drecksarbeit für Parteifunktionäre erledigen, so dient man sich hoch. So läuft es in Paraguay; Ausbildung, Qualifikation oder Können sind vollkommen unwichtig, bis sogar schädlich.

  3. Nur 7 Monate Unterricht, bedeutet 5 Monate in denen diese kleinen Kanailen wieder mit ihren Steinschleudern herumziehen. Falls die Zahlen oben stimmen, kann das unmoeglich nur mit schlechter Ausstattung der Schule zu tun haben.

  4. Naja, die Lehrer selbst sind ja auch nur 3 Stunden täglich zur Schule gegangen (4 Stunden täglich, abzüglich Pausen).

    Was soll man von diesen Lehrern denn anderes erwarten, als dass sie die vom Staat für die Kinder vorgesehene Milch selbst für ihre eigenen Kinder mit nach Hause nehmen.

    Entweder müssen die Kinder von 7 – 11h oder 12.30 – 16.30h zur Schule, dannach fressen sie mir den Kühlschrank leer und schauen Fernsehen, sogenanntes Basura-TV.

    Arbeiten tun sie auch: Machen das Haus dreckig und dann müssen sie es wieder putzen. Für effektive Arbeiten nicht zu gebrauchen.

    Paraguayer bleibt Paraguayer, die anderen machen es ja auch so. ZB. Plastik verbrennen, denn das Patio ist ja der Mülleimer, der einmal pro Woche zusammengewischt und alles verbrannt wird. Den Plastik raus zu nehmen, dafür müsste sich der Paraguayer ja bücken, doch dazu ist er zu gebildet stolz.

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