Auferstehung der Eisenbahn?

Im November 1997 beschloss die damalige Regierung, nach mehr als einem hundertjährigen Betrieb, den Straßenbahnverkehr in der Hauptstadt einzustellen. Einige Versuche ausländischer Investoren schlugen fehl, der Busverkehr gewann die Oberhand, weitere Pläne waren auch erfolglos.

Doch das alte Bahnsystem könnte Ende 2017 Realität werden. Laut dem Leiter der staatlichen Eisenbahn Paraguays (Fepasa), Roberto Salinas, soll der Beginn des ersten Abschnitts einer Zugverbindung zwischen Asunción und Luque auch in das Stadtzentrum von Asunción führen. Der Schlüssel dazu sei die richtige Technologie und Zugauswahl.

„Wir wollen ein Schienenfahrzeug, das eine Kombination aus Schnell- und Trambahn sein soll, für mittlere und lange Strecken mit Geschwindigkeiten zwischen 80 und 100 km / h. Innerorts natürlich langsamer, aber die Kombination ist machbar“, sagte Salinas. Die Idee sei, einen zentralen Bahnhof am Hafen in Asunción zu installieren und dann eine Verbindung über die Straßen Colón, Estrella und die alten Netzwerke nach außen zu führen. „Früher führten die Schienen über Boggiani und Trinidad, ein sehr interessante Verbindung, so könnte das Projekt erneut durchgeführt werden, aber wir müssen mit der Stadtverwaltung darüber reden und zusammenarbeiten“, erklärte er.

Derzeit befinden sich die alten Straßenbahnen in einem Depot des Ministeriums für öffentliche Arbeiten (MOPC) an der Straße General Santos. Zwischen 2005 und 2007 stellte man diese gegenüber der Plaza Uruguaya aus, sie wurden aber wieder entfernt nachdem die alten Züge durch Vandalen beschädigt wurden.

Das Schnellbahnprojekt befindet sich in der letzten Phase, dabei prüft die Fepasa gerade, wer von vier Anbietern den Zuschlag für das Konzept erhält. Die Eisenbahnbehörde geht davon aus, dass mit dem Bau der Schienenstrecke zwischen Asunción und Luque im ersten Halbjahr 2016 begonnen werden könnte, insgesamt sind dies 22 Kilometer. Salinas betonte, die Regierung mache Fortschritte durch sozial verträgliche Lösungen bei den betroffenen Grundstückseigentümern, diese Probleme seien so gut wie aus dem Weg geräumt.

Quelle: Ultima Hora