Auslegungssache

Eine brasilianische Zeitung hatte Zugang zu Geheimdokumenten zwischen Dilma Rousseff und Hugo Chávez, aus welchen ersichtlich sein soll, wie Paraguay bedrängt wurde, Venezuela als Vollmitglied in den Mercosur aufzunehmen.

Die ehemalige Präsidentin von Brasilien, Dilma Rousseff (01/2011 – 08/2016) wollte mit der Verdreifachung der Zahlung für den Verkauf von Energie aus Itaipú das paraguayische Parlament dazu bewegen, Venezuela als Mitglied in den Mercosur aufzunehmen, zeigt ein als “geheim“ eingestuftes Dokument auf, welches erst 2026 öffentlich gemacht werden sollte. Es wurde am 04.07.2011 vom brasilianischen Außenministerium an die brasilianische Botschaft in Caracas gesandt, publizierte gestern die Zeitung Veja.

“Die Regierung hat Maßnahmen getroffen um den paraguayischen Kongress von dem Beitritt Venezuelas zu überzeugen. Ein legislatives Dekret, welches vor dem Dialog verabschiedete wurde, sei ebenso Teil der Strategie gewesen, um Druck auf Paraguay auszuüben”, hieß es in dem Schreiben an den venezolanischen Staatschef.

Das paraguayische Parlament verwehrte über sechs Jahr den Beitritt Venezuelas in den Mercosur, da dem Karibikland demokratische Glaubwürdigkeit fehlte.

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Im Mai 2011 änderte der brasilianische Senat den Faktor zur Errechnung der Zahlung an Paraguay, was als riesen Erfolg der Lugo Regierung gefeiert wurde. Anscheinend war Lugo auch nur Mittel zum Zweck, um Venezuela in den Mercosur zu verhelfen. Selbst sein Amtsenthebungsverfahren am 22.06.2012 kam den anderen Mercosur Staaten entgegen, da sie dadurch einen Vorwand hatten, um eine “demokratische Ruptur“ anzuprangern und Paraguay auszuschließen.

Die Veröffentlichung bei Veja bezieht sich außerdem auf die Erinnerungen des uruguayischen Ex Präsidenten, José Mujica, der in seinem Buch schrieb wie Dilma Anordnungen gab um den Mercosur zu Gunsten von Hugo Chávez zu manipulieren.

Wochenblatt / Abc Color / Veja

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6 Kommentare zu “Auslegungssache

  1. hier geht es lediglich darum, dilma rousseff und damit auch die arbeiterpartei zu diskreditieren und kaltzustellen bezüglich einer eventuellen wiederwahl. dies ist ein echtes schmierentheater auf welches leider viele der bürger brasiliens reinfallen dürften.

    1. Paraguay wurde nach der Amtsenthebung von Lugo sehr unfair behandelt. Es drängten sich Erinnerungen an das Jahr 2000 auf, als Österreich von der EU geschnitten wurde, weil damals die SPÖ (=Sozialisten) plötzlich nicht mehr an der Regierung beteiligt waren, sondern die 2. + 3. Partei eine Regierung bildeten.

      Es ist weltweit das gleiche. Kommen Sozialisten an die Macht – egal ob legal oder durch Terror – dann jubeln alle Sozis.
      Wird jedoch eine Sozi Regierung vom Futtertrog verdrängt, dann halten alle zusammen, da sie selber ja mindestens ebensoviel Dreck am Stecken haben und sich vor nichts so sehr fürchten wie vom Futtertrog verdängt zu werden.

      Venezuela ist dafür ein gutes Beispiel. Dieser Clown von einem Präsidenten ist ein Diktator übelster Sorte und würde, wenn er den ein „rechter Recke“ wäre, schon längst wegsanktioniert und gestürzt worden sein. Aber als echte linke Socke wird er unterstützt was geht. Wo sind da die Sanktionen?

      Das einzig gute an diesem Theater ist, daß es so leicht zu durchschauen ist und wir zum Glück nicht gezwungen werden (noch nicht!) im gelobten Sozialismus zu leben. Wir können einfach gehen.
      In der DDR war das nicht immer so. Da wurde eine Mauer gebaut. Manchmal denke ich mir, daß diese Zäune gegen Flüchtlinge vielleicht einmal dazu verwendet werden könnten, die Menschen drinnen zu halten. Aber das ist reine Spekultation und noch keine Realität. Obwohl es mich nicht wundern täte, wenn es denn so käme.

      1. Der „Clown“ ist übrigens schon längst gestorben …
        Alles andere – naja, wie üblich, die bösen Linken und die guten Rechten, immer schön nur Schwarz-Weiß, nur nicht zur Seite gucken.

        1. Nein der Hugo Chavez war kein Clown. Ich habe Respekt vor dem Mann. Er hat für seine Leute (=die indigene Bevölkerung) sehr viel bewirkt. Er war Soldat und Anführer, wie es sich ein Volk nur wünschen kann.

          Als weißheutiger Europäer, der in Südamerika lebt, kann ich ihn zwar respektieren aber trotzdem war er unser Feind. Ganz klipp und klar. Sein Nachfolger jedoch ist als ehemaliger Busfahrer und Sträfling genauso fähig, wie man es mit diesem Lebenslauf erwarten kann. Nicht einmal sein eigenes Volk respektiert diesen Clown noch, wieso sollten wir es dann tun?

  2. Soviel nur zu den „linken“ Linksregierungen in Südamerika. Doch nach Ansicht so mancher Zeitgenossen war diese undurchsichtige Dame Rouseff eine hoch integere Persönlichkeit die das Volk nur mit Wohltaten überschüttete und selbstlos regierte. Das einstmalige Vierer-Gespann Castro – Javez – Morales – Lugo wollten mit ihre Art von „friedlicher Revolution“ den Menschen die Wohltaten des Sozialismus nahe bringen. Bis auf Morales, den ‚Drogenpräsidenten“ der sich von Schamanen segnen ließ, sind sie alle kläglich gescheitert. Nicht, daß andere Regierungen in Südamerika besser wären, doch sie reklamieren für sich wenigsten nicht, daß sie für „soziale Gerechtigkeiten“ kämpfen würden und berufen sich dabei auch nicht auf Ideologien aus dem letzten Jahrhundert.

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