Aussage gegen Aussage

Capitán Bado: Ein brasilianischer Estancia-Besitzer zeigte die illegale Besetzung durch 70 Campesinos an, die 100 ha seines Grundstücks abgefackelt haben. Die Aussagen dazu gehen jedoch weit auseinander.

Jefferson Bernardi ist Besitzer der 8.000 ha großen Estancia Santa María im Distrikt Capitán Bado. Seit drei Jahren hat er Probleme mit Landlosen, die unter der Führung von Rogelio Servín sich sein Grundstück aneignen. „Servín verkauft ihnen Parzellen meiner Estancia“, sagte Bernardi. Nun wütet das Feuer. Wie es dazu kam, dazu hat jeder Beteiligte eine eigene Meinung.

Bernardi kann sich nicht erklären, warum die Landlosen seine Estancia abfackeln. Er ging nicht gewaltsam gegen sie vor. Er begann einen juristischen Prozess, zu einer Räumung kam es jedoch noch nicht. Allerdings stellte die Justiz 9 Haftbefehle einige Landlose aus. Gefasst wurde noch niemand, obwohl die Polizei weiß, wo sie sind.

Etwa 500 ha sind unter der Kontrolle der Landlosen. Bernardi führt die Estancia mit einem Geschäftspartner.

Rogelio Servín verkauft kleine Grundstücke, Lote genannt, an die Landlosen. Er nimmt dafür 1 Million Guaranies. Es gibt viele Familien, die aus gutem Glauben diese erworben haben. Die Leuten haben jedoch nichts mit den Campesino Bewegungen zu tun, die in der Hauptstadt sin, sondern mit Drogenschmugglern.

Der Polizeichef des Departements Amambay, Walter Gomez, erklärte, dass die Campesinos nicht in Bernardis Grundstück sind, sondern außerhalb am Rand. Das Feuer wäre nur aus Prävention gemacht worden, um ein anderes aufzuhalten. Zudem hätten Arbeiter der Estancia auch ein Feuer gelegt, um das andere daran zu hindern bis zu den Häusern zu gelangen. Der Uniformierte erklärte, dass Campesinos seit langem da sind. Allerdings kam es noch nie zu einem Aufeinandertreffen.

Staatsanwalt Hernán Mendoza erklärt, dass es zwei Akten zu dem Fall gibt, einmal wegen Landbesetzung und einmal wegen Nichteinhaltung eines Räumungsbefehls.

Insgesamt wurden 11 Personen angeklagt und Haftbefehle ausgestellt. Die Verhaftung dieser sei in der finalen Phase hieß es. Auf die Nachfrage warum die Personen noch nicht verhaftete wurden, gab die Polizei zu Protokoll, dass die Anzahl der Landbesetzer wuchs und ihre Sicherheit bei einer Festnahme nicht gewährleistet werden könne. Sie brauchen mehr Daten, müssten weiter untersuchen.

Nachdem was in Curuguaty bei einer Räumung passierte, wird ein strenges Protokoll eingehalten. Immer dann wenn die Polizei in der Nähe ist, verlassen sie das Grundstück und besetzen den Seitenstreifen davor, Grund weswegen ein Erwischen auf frischer Tat schwer ist.

Wochenblatt / Abc Color

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2 Kommentare zu “Aussage gegen Aussage

  1. Und da wundern sich die Paraguayos, daß ausländische Investoren ausbleiben……….
    Wenn jeder Hergelaufene fremdes Eigentum verkaufen kann und weder die Politik noch die Justiz sich dafür interessiert, werden Investoren den Teufel tun und auch nur einen Guarani in einem solchen Land investieren.

    Es besteht zweifellos keinerlei Interesse daran, dem geschädigten Eigentümer zu seinem Recht zu verhelfen.
    Jahrelange Prozesse füttern nur die untätigen Rechtsanwälte und Recht bekommt am Ende der Betrüger.
    Wenn dieser Servín nicht Rückhalt aus der Politik hätte, würde er sich solche Frechheiten nicht erlauben können.

  2. Die Aussagen des Polizeichefs sind einfach nur lächerlich, wie kann man sich nur so blamieren. Aber vielleicht muss der arme Teufel nur das sagen, was die „Oberen“ befehlen, die Oberen, die scharf auf das Grundstück sind.

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