Bald kein Platz mehr für Motorräder

San Lorenzo: Die Straßenpolizei, unter dem Namen Caminera geläufig, steht vor einem großen Problem. Fast 10.000 Motorräder wurden beschlagnahmt und nun geht bald der Platz dafür aus.

8.660 Zweiräder wurden im Jahr 2016 konfisziert, der Rest in den beiden ersten Monaten vom Jahr 2017. Die Akkumulation hat einen einfachen Grund.

Die Besitzer zahlen die Bußgelder nicht, im Zuge dessen können die Motorräder auch nicht mehr ausgelöst werden. Alle Abstellplätze, entweder in der Hauptstadt Asunción oder in ländlichen Bereichen, sind hoffnungslos überfüllt.

Derlis Núñez, Direktor von der Straßenpolizei, räumte ein, dass die Situation angespannt sei. Die meisten Besitzer, so fuhr er fort, hätten gegen die nationalen Verkehrsregeln in irgendeiner Form verstoßen und seien nun nicht mehr in der Lage, die Bußgelder zu bezahlen um so ihr Fahrzeug wieder auszulösen.

Núñez führte einige Beispiele an. Wer ohne Helm unterwegs ist muss eine Strafe in Höhe von 11 Tagessätzen vom Mindestlohn begleichen, das sind etwa 831.138 Guaranies. Ohne Führerschein zu fahren schlägt mit 755.580 Guaranies zu Buche.

Im Artikel 106, Absatz 11, aus dem Gesetzestext 5.016/2014, kann die Caminera eine Versteigerung von Motorrädern oder anderen Fahrzeugen innerhalb von sechs Monaten nach der Beschlagnahme in die Wege leiten. Es fehlt aber eine klare Regelung über die Prozedere und kommt daher nicht zur Anwendung.

Núñez betonte aber, die Vorschriften würden überarbeitet und konkretisiert, dann könnte Mitte des Jahres eine Auktion erfolgen.

Quelle. ABC Color

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12 Kommentare zu “Bald kein Platz mehr für Motorräder

  1. Das ist in dEUtschland doch auch so, oder? Wenn man mit 5g Marihuana im Wert einiger Euros erwischt wird bekommt man eine saftige Busse von ein paar Tausend Euro. Viele Deutsche haben aber kein Geld um die Busse zu bezahlen und bekommen daher ihr Eigentum nicht mehr zurück. Kein Wunder also, dass die Polizisten manchmal etwas merkwürdig in der Gegend herum torkeln: man weiß sonst einfach nicht mehr wohin mit dem Zeugs.

  2. Es kann eben nicht alles einen Sinn machen im Leben.
    Physik: Sie lehrt uns, dass Vögel leicht gebaut sind, damit sie der Gravitation entfliehen können, andererseits gab es Menschen aus Fleisch und Blut, die übers Wasser laufen konnten.
    Biologie: Man muss zuerst Getreide und Trauben ernten, um daraus Brot und Wein herstellen zu können. Doch gab es Menschen aus Fleisch und Blut, die dies mit einem Griff ins zuvor leere Körbchen erledigten.
    Hoffentlich verstehen wenigstens ein paar Menschen den Sinn meines Kommentars!

        1. Ndugu, alias mobus ignorantia setzt natürlich allem die Krone auf. Kein Wunder, als angeblicher “Wissenschaftler, verhinderter Schriftsteller, Lektor und Hochschullehrer” Dazu die vielen Erfahrungen aus Auslandsstudien- und Aufenthalten in zahlreichen Länder. Schade nur, daß all diese Errungenschaften nun so in Paraguay verkümmern.

  3. Der Paraguayer ist doch an sich ein sehr kreativer Mensch. Warum buddeln die kein Loch und tun da ein paar Motorraeder rein und fuellen wieder zu? Spart Platz und man sieht nix. Macht man doch schliesslich auch bei Müll. Batterien und Abwasser.

    Wenn der Besitzer seine Strafe zahlt, kann man es ja wieder ausbuddeln und das Motorrad sollte im neuen Glanz erstrahlen. Aus Insiderkreisen hat ein Professor der Universität Asuncion nachgewiesen, dass paraguayische Erde ein wahrer Wunderstoff ist. Neben Baumaterial hat er auch antikorrosive Eigenschaften. Wahrscheinlich wegen den Wurzeln der Yuyos die im Boden das chemische Redoxpotenzial kräftig erhöhen.

  4. das heißt andererseits dass die Dinger viel zu billig verkauft werden, natürlich auf Cuotas. Und wenn da NUR 10000 erwischt wurden….normalerweise sollten da 100 000 konfiszierte Motos stehen

  5. Wer erwartet in diesem Land von mir einen ernsthaften Kommentar von mir? Manni? Ich weiß nicht, ich lese die Artikel, dann kann ich einfach nicht anders!
    Diese Motos sind nichts weiter als Schrott, schon wenn sie noch neu sind. Ok, wo bekommt man in EU schon ein Chabishobel für 750 Euro? So weit, so gut, kommt in jedem 5. Weltland vor.
    Haben diese Motos das stolze Alter von 14 Tagen erreicht wurden sie schon mit neuem hypertollen Auspuff ausgestattet, es hat dann mind. 0,5 PS und 50 dB mehr. Im Alter von 30 Tagen funktioniert das Licht nicht mehr und die Schutzbleche bzw. Plastikabdeckungen sind wegen der zahlreichen Stürze auf den schönen Straßen wieder mittels Wollfäden befestigt. Die Glühbirnen müssen nicht ersetzt werden, da diese viel Geld kosten, welches man nicht hat. Außerdem leuchtet der helle Kopf schon genug, weshalb es gefährlich wäre den Helm aufzusetzen: Man würde die Motos in der Nacht einfach nicht erkennen.
    Doch um das geht es im Artikel nicht.
    Es geht um die Handhabung von Verstößen gegen das Straßenverkehrsgesetz. Diese bezahlt man hierzulande mit Schrott. Demnach ist die Polizei auch für die Logistik von Schrott zuständig. Auch wenn dieser Schrott der stolze Besitz so mancher ist, aber bei diesen harten Strafen wird sich wohl keiner an die Verkehrsregeln halten.
    So, und wenn jemand von mir ernsthafte Kommentare zu lesen bekommen möchte, dann muss er sich noch 200 Jahre gedulden, dann werden die Artikel über dieses Land schon weitaus ernsthafter sein, so dass sich die Leserkommentare dem etwas höheren Niveau der Artikel angepasst haben müssten.
    Für diejenigen die wieder nicht verstehen können sei dies noch speziell erklärt, eine Zeichnung kann ich leider nicht liefern: mit “höheren Niveau der Artikel” ist nicht gemeint, dass die Artikel vom Wochenblatt nicht gut geschrieben wären. Damit meine ich, die Zynik der Leserkommentare fängt schon beim Lesen der Artikel an, indem was hier im Lande geschieht aus einer Fortsetzung der Monty Python’s Flying Circus entstammen könnte.

  6. Werter Herr Fili Grano,

    Zunächst mal ein herzliches Dankeschön für ihren regelmässig eingestellten, trieffenden Sarkasmus. Auch hier musste ich wieder laut lachen beim Lesen.
    Nichtsdestotrotz muss ich hier aber auch sagen, dass ihre Behauptungen zu den hiesigen Motos selber Schrott sind. Mein schwarzes Kätzchen, das ich für ca. 700 $ mit Einlösung und allem drum und dran vor über einem Jahr neu erworben habe, leistet mir jedenfalls sehr treue Dienste. Schon bald 5000km, und alles funktioniert noch tadellos. Zugegeben, einmal ist mir beinahe der Topf abgefallen, weil wegen diesen ach so hochqualitativen Pflastersteinstrassen drei! Schrauben abgefallen waren, und da hatte ich auf der Rückfahrt dann auch einen richtig tollen Sound. Für läppische 20’000 hat mir mein Mech den Schaden geflickt und gleich noch einen kleinen Service gemacht.
    In Terrorhelvetien blinzelt ein Mechaniker für ca. 3.50 Fr. nicht mal, und einen Töff für 700$ bekommt man niemals durch die MFK. Da lob ich mir – abgesehen von den Schei**-Pflastersteinstrassen – doch Paraguay und verzichte auch daher gerne auf mein Geburtsland!
    Freundliche Grüsse

  7. Fürderhin möchte ich zum Thema noch sagen, dass ich ein Befürworter einer Abschaffung von Helmpflicht und Lichtpflicht am Tag bin, und ausserem eine Erhöhung der Null-Promille-Grenze auf 0.8, wie das in Terrorhelvetien früher war, ebenfalls befürworte. Diese NWO-Gesetze dienen letztlich sowieso nur der Abschakalerei der Menschen – egal in welchem Land sie bestehen.

  8. Ich vergass eben darüberhinaus auch noch zu erwähnen, dass mit einer libertäreren Gesetzeslage auch die im Artikel beschriebenen Probleme der Caminera beendet wären. Einen Töff einfach zu beschlagnahmen wegen Lächerlichkeiten oder Unfähigkeit/Unwillen zur Bezahlung einer völlig überrissenen Busse bezeichne ich als Diebstahl!

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