Bauruine im Chaco

Filadelfia: Der Bau von dem Interpretationszentrum des “Gran Chacos“, das vom Nationalen Sekretariat für Tourismus (Senatur) für knappe 9 Milliarden Guaranies in Auftrag gegeben wurde, steht still. Das Projekt dürfte zum Fiasko wurden.

Im September 2017 begannen die Arbeiten, vor mehr als fünf Monaten kam es zum Baustopp. Grund war die Vertragskündigung mit der beauftragten Baufirma Constructa Baumann SA, vertreten durch Walter Baumann Bedoya. Die Maßnahme erfolgte, weil die Firma angeblich eine Vorauszahlung missbrauchte und anderweitig verwendete.

Das bestätigte auch Gustavo González, der für das Projekt von Senatur für das Interpretationszentrum zuständig ist. Er kündigte an, dass die Arbeiten im Januar 2018 weitergehen würden, mit einem anderen beauftragten Unternehmen. Gestern jedoch weigerte sich González über Fortschritte bei dem Vorhaben zu berichten. Alle Informationen erfolgen nur mehr über die Pressestelle.

Néstor Noguera, Pressesprecher von Senatur, war nicht in seinem Büro erreichbar und ging auch nicht ans Telefon um Fragen diesbezüglich zu beantworten. Nach weiteren Nachfragen wurde bekannt, dass Noguera verreist sei und “irgendwann wieder zurückkommt um Antworten über das Projekt zu geben“.

Wochenblatt / ABC Color

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6 Kommentare zu “Bauruine im Chaco

  1. Na klar. Diejenigen, die sich dabei die Taschen voll stopfen wollten haben das schon längst getan. Meist erfolgen solche „Vergütungen“ schon bei den ersten Vorauszahlungen auf Bauleistungen die noch nicht einmal begonnen wurden. Wer und warum sollte man daher noch großes Interesse haben das Bauprojekt voran und zu Ende zu bringen. Das Wort „Mittelverwendungskontrolle“ dürfte in Paraguay ein unbekanntes Fremdwort sein. Wer wollte auch hier schon kontrollieren wenn in Wirklichkeit niemand Interesse daran hat etwas zu kontrollieren. Wo bleibt z.B. der Staatsanwalt, der von sich aus Ermittlungen aufnimmt?

  2. So macht man das hier, unnütze Gebäude projektieren, die Kohle dafür veruntreuen und dann das bauvorhaben einschlafen lassen, ist hier absolut Brauch! Paraguay ist voll von Bauruinen!

  3. Wenn die Baumassnahme nicht mehr weiter gehen sollte, kann man diese Ruine in 50 Jahren – wenn sie noch steht –
    als Denkmal deklarieren – durch Mario Abdo Benitez der IV., Enkel von „Marito“ der 2068 Praesident Paraguays sein wird. Er wird dann sagen, wie stark paraguayische Baukunst damals war, dass sie das extreme Klima des Chacos trotzen konnte.

    1. Noch vergessen zu sagen, dass im Jahr 2068 in Paraguay dann keinerlei Mennoniten mehr im Chaco sein werden. Da die EPP sich durch ihre Erfolge zu einer Sociedad Anonima ausgeweitet hat, sind die Mennoniten nach Bolivien gegangen und 1 l Milch kostet dann in Paraguay so viel wie 1 l importierter Orangensaft.

  4. Generell ist Paraguay nun mal KEIN Bauland. Das Klima ist so unberechenbar, dass schlicht nicht viel getan werden kann.
    Es gibt in Süd- und Mittelamerika Bauwerke vergangener Kulturen bei denen oft gar nicht klar ist, wie sie überhaupt gebaut werden konnten. Fest steht also, dass die Menschen damals nicht dumm waren und deshalb haben sie in Paraguay und im Überschwemmungsgebiet des Amazonas eben NICHT oder ANDERS gebaut bzw. gelebt.
    Heute aber regiert der Homo Sapiens Sapiens Investorus Luftgeldicus Ewigwachsenmus, der uns eben das Gegenteil erklärt. If ju can imädschin it ju can du it. Ablaufen tut es immer nach dem gleichen Schema F. Es beginnt alles mit dem grossen Gerede von unternehmerischem Risiko und freier Wirtschaft und am Ende zahlt es der Steuerzahler.

  5. Man baut Gebäude, mit trockenem Zement, deckt den Zement in der Hitze nicht ab, noch befeuchtet man ihn bis er ganz trocken ist. Alles fällt gleich wieder auseinander, Risse, Schimmel. Seit Jahrhunderten. Was ich nicht verstehe: wieso macht man es nicht jedesmal ein bisschen besser? Zu unfähig, zu teuer oder beides?

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