Betrunken und zu allem bereit

Wenn persönliche Interessen durch politische Gegenspieler der Region in Gefahr sind, kann man schon mal über seinen Schatten springen. Der Abgeordnete Freddy D’Ecclesiis und Bürgermeister von San Estanislao, Agustín Ovando, stellten dies unter Beweis.

Vor fünf Jahren stiftete die Stadtverwaltung von San Estanislao ein Grundstück, worauf die Gobernación (Departementsverwaltung) ihren Dienst tut. Darunter ist auch der Gouverneur, aktuell Carlos Giménez, der wegen politischer Differenzen vom aktuellen Bürgermeister Agustín Ovando sowie dem Abgeordneten des Departements San Pedro, Freddy D’Ecclesiis nicht geduldet wird.

Unter starkem Alkoholeinfluss stürmten gestern Abend gegen 22:00 Uhr der Abgeordnete D’Ecclesiis, dessen Bruder Christian D’Ecclesiis, Sekretär des Bürgermeisters Agustín Ovando und viele andere Anhänger das Gebäude der örtlichen Departementsverwaltung. D’Ecclesiis schrie überheblich das Gebäude niederbrennen zu wollen und nutzte diverse Wörter die man besser nicht in der Öffentlichkeit sagt. Er forderte alle Personen zum Disput auf und unterstrich die Manier wie man in Paraguay Politik macht, das Recht des Stärkeren.

Dabei gingen Autoscheiben zu Bruch, Lichtmasten wurden umgelegt und Möbel aus dem Gebäude auf die Straße geschmissen. Die Mitläufer waren in der Mehrzahl Angestellte der Stadtverwaltung, die zusehen mussten wie ihr Bürgermeister einem Abgeordneten jeden Wunsch von den Augen abließt um nicht selbst in Ungnade zu fallen.

Das relativ große Gebäude wurde 2014 gebaut, nachdem die Stadtverwaltung ihr das Grundstück zur Verfügung stellte. Damals war nich Vicente Rodríguez Gouverneur. Obwohl beide dem Añeteté Flügel angehören, gibt es auf regionaler Ebene tiefgreifende Differenzen, die anscheinend nicht überwunden werden. Weshalb man Abgeordneten jedoch solch ein Verhalten durchgehen lassen sollte, während andere jetzt in Haft genommen werden würden, ist unklar.

Wochenblatt / Abc Color

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6 Kommentare zu “Betrunken und zu allem bereit

  1. Cleopatra Zwicknagl

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    Erinnert mich irgendwie an Afrika. Fotos und Mentalität. Wie nostalgisch, die Schweiz Südamerikas bzw. 300 Tage Sonnenschein.

  2. Dieser Abgeordnete mit dem italienischen(?) Nachnamen hat schon mehrfach gewisse Grenzen überschritten, aber der darf einfach weitermachen. Wohl ein nützlicher Idiot.
    Was mögen diese Differenzen wohl sein, wenn er aufruft den Gouverneur zu stürmen – das können nur Interessenskonflikte sein. D’Ecesis will was tun (natürlich um sein Privatvermögen zu steigern, nix fürs Volk), aber der Gouveneur will das nicht oder will einen höheren Prozentsatz um den Deal abzuwickeln. Und dann kommt dann sowas raus, da der Zivilisationsstand dieser Herrschaften noch auf Steinzeitniveau ist, nur etwas mit Gewalt zu lösen.

    Die politischen Zustände im Landesinneren sind auf tiefstem Wild-West-Niveau.

  3. Ich finde es ja schon erstaunlich, dass so mancher deutscher Auswanderer die Verhältnisse der letzten Jahre in Deutschland bezüglich Kriminalität, Gewalt und Politik anprangert. Im Gegenzug sich aber Länder wie z. B. Paraguay als neuen Lebensmittelpunkt wählt, wo die Verhältnisse streckenweise an Wildwest erinnern. So wie es ein anderer User so treffend formuliert hat.
    Ein Widerspruch in sich.

    1. Das ist kein Widerspruch. Auch wenn man Auswanderer ist, bleibt man doch Deutscher und seinem Heimatland verbunden. Und dass in Deutschland die Mordrate seit 2015 um 50% angestiegen ist (hatte ich hier schonmal einem anhand der Kriminalitätsberichte des Bundesministerium des Innern der letzten Jahre nachgewiesen) ist ein Fakt und Fakten muss man ansprechen dürfen. Außerdem hat jeder Auswanderer seine eigenen Gründe, warum er ausgewandert ist. Selbstverständlich sind die wenigsten nach Py gekommen, weil es hier sicherer sein soll, was ja so viele deutsche „Einwanderungshelfer“ und Immobilienmakler behaupten, um den dummen, deutschen, einwanderungswilligen Tropenromantiker ordenlich auszunehmen, bevor die merken, dass in Py nicht alles nur Sonnenschein ist.
      Ich persönlich bin wegen der günstigen Landpreise und wegen des territorialsteuersystems für Ausländer nach Paraguay gekommen. Und einer meiner Gründe Deutschland zu verlassen war, dass ich dem zunehmend linksfaschistischen deutschen Staatsapparat, der einem Gutverdienenden locker 70% seines erarbeiteten Einkommens wegnimmt, keine Steuern (und die horrenden Sozialabgaben) mehr zahlen wollte. Und nachdem was in den letzten Jahren da geschehen ist, bin ich froh, dass ich diese Verbrechen der Merkelregierung nicht auch noch mit meinen Steuergeldern unterstützt habe.
      Trotzdem bin ich Deutscher, habe den deutschen Pass und nur diesen. Und ich liebe mein Heimatland, aber nicht die Regierung.

    2. Cleopatra Zwicknagl

      Antworten

      Vollkommen richtig. Nach Afrika wollte ich eben NICHT (mehr) auswandern, da ich schon einmal fast drei Jahre in einem afrikanischen Land verbringen durfte. Was und warum schreibe ich dann einmal in einem anderen beliebten und viel gelesenen Kommentar meinerseits.
      Ausgewandert bin ich (wir) nicht wegen den viele Jugos und Nordafrikanern, sondern weil sie mich wegen den Banküberfällen suchen: sie wollen ihre Kugelschreiber zurück haben.
      Jedoch geht es mir wie Ihnen: Auch ich wundere mich wie viele Kommentatoren wegen afrikanischer Verhältnisse in DÖCH ausgewandert sind. Nach Paragauy !?
      Aber das Beste kommt noch. Mir wurde in diesem Forum vorgeworfen, warum ich mich nicht vorab informiert hätte über Paragauy. Wo ich das doch getan habe und mir 300 Tage Sonnenschein und die Schweiz Südamerikas versprochen wurde.
      Jetzt kommt der Allerbeste: Genau diese Kommentatoren, die mich stets darauf hingewiesen haben, dass es in Asuncion einen Flughafen gäbe, die, ja genau die, die haben sich vorab über Paragauy informiert. Und jetzt kommt der Beste vom Besten: Sie sind dann auch tatsächlich hierher gekommen und fühlen sich sauwohl.

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