Brandfolge: 133 Vergiftungen

Der Brand auf dem Friedhof für Transformatoren des staatlichen Stromversorgers ANDE mitten in San Lorenzo führte inzwischen zur ärztlichen Behandlung von 5.036 Personen, 133 davon zeigten nach Angaben des Gesundheitsamtes Vergiftungserscheinungen. Die meisten Vergifteten hatten während des Brandes Rauch eingeatmet, darunter befinden sich zahlreiche Feuerwehrleute und Journalisten.

Die Behörden suchen nach eigenen Angaben aktiv nach Symtomen, sie befragen Anwohner und nehmen Wasserproben. Die Kosten für die Analysen werden für die Feuerwehrleute vom nationalen Notstandssekretariat getragen, in den anderen Fällen ist unklar, ob das Gesundheitsministerium oder die ANDE für die Kosten aufkommen wollen.

Von der Umweltbehörde SEAM hieß es am Mittwoch, dass definitiv zahlreiche Transformatoren in San Lorenzo das hochgiftige Öl Askarel (PCB) enthielten, am Donnerstag erklärte der Direktor für Umweltstudien der Institution dagegen, dass man sich allerdings noch nicht sicher sei, ob die in Brand geratenen Geräte mit dieser Substanz bestückt waren. Von den ca. 20.000 Einheiten seien nur 8.000 bis 9.000 abgebrannt.

Für Beratungsleistungen, welche die ANDE in Anspruch nehmen will, um über das weitere Verfahren mit den kontaminierten Transformatoren zu entscheiden, will man zwei Millionen USD aus dem Kredit der BID zum Bau einer neuen Stromtrasse abzweigen.

Mitarbeiter der ANDE sprachen bei mehreren Gelegenheiten von Brandstiftung, die Staatsanwaltschaft hat bisher keine Beweise für diese Theorie gefunden. Ein weiterer Friedhof in Fuerte Olimpo im Chaco mit 150 Transformatoren wird zurzeit untersucht. Nach Auskunft einer Mitarbeiterin des obersten Rechnungshofes treten hier Öle aus, die teilweise von Anwohnern zu „medizinischen Zwecken“ benutzt werden oder in den Rio Paraguay laufen. Ein weiterer verlassener Abstellort für Transformatoren aus den 70er Jahren befindet sich in Bahía Negra, ebenfalls im Chaco.

Quellen: Última Hora, ABC Color