CERNECO will die Ethik und Moral verbessern

Angesichts der herrschenden Korruption und Straflosigkeit in unserem Land und dem völligen Mangel an ethischem Bewusstsein hat das Zentrum für Verordnung, Normen und Kommunikationswissenschaft (CERNECO) einen Pilotplan erstellt. Sie will mit einer Kampagne für mehr sittliche Normen und Tugenden in Paraguay werben, unterstützt wird diese auch von Wirtschaftsverbänden.

„Unser größtes Problem sind nicht die Werte, sondern das Verständnis was richtig und falsch ist“, sagte Pater Jesus Montero Tirado, der mit der Entwicklung des Projektes beauftragt ist.
Der Leiter von CERNECO, Enrique Benda, erklärte, dass die Initiative darauf abziele eine andere Zukunft für die paraguayische Gesellschaft zu installieren. Der Staat sei infiziert von korrupten Beamten und Politikern bis hinunter zu den einzelnen Familien.

Pater Tirado sagte, das Projekt bestehe aus drei Phasen und ziele darauf ab, das Niveau der ethischen Sensibilität der Gesellschaft zu erhöhen. „In der ersten Phase verbreiten wir Informationen über dieses Thema auf digitalen Plattformen und Medien, wie Fernsehen und Radio“, erklärte er. In der zweiten Periode wählen wir gezielt moralisch untadelige Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die unser Thema präsentieren, unter anderem an Schulen und Universitäten im Rahmen eines Seminares. In der letzen Phase arbeiten wir eng mit dem Ministerium für Bildung zusammen, in der Lehrbücher der Ethik analysiert und auch neu beschafft werden.

Filippo Eduardo, Präsident des Industrieverbandes von Paraguay, UIP, und einer der Initiatoren des Projektes, sagte, die Absicht sei es auch die Einstellungen der paraguayischen Familien zu ändern.
„Das Hauptproblem beginnt im Elternhaus, in denen die Werte gestört sind. Hier muss man gezielt ansetzen und erklärend einwirken, dass diese wieder zur Vernunft kommen“, fügte er an.
Zum Auftakt des Projekts, berichtete Pater Montero, haben wir eine Investition von 10 Millionen Guaranies monatlich, den die Mitglieder selber finanzieren.

Auf dem Treffen waren auch internationale Beobachter sowie Staatsbeamte aus dem Ministerium für Bildung und Kultur.

Quellen: ABC Color / CERNECO

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12 Kommentare zu “CERNECO will die Ethik und Moral verbessern

  1. Der Ansatz ist richtig, aber wer will Pablo Medina, Korrespondent von ABC Color schon nacheifern.
    Wenns nähmlich an’s Eingemachte geht, hört die Freundschaft bekanntlich auf. Die Erfahrung hat gezeigt, es wird alles nicht so heiss gegessen wie es gekocht wird.

  2. „Ein moralischer Mensch ist nicht ethisch, ein ethischer nicht moralisch. Ein moralischer Mensch unterscheidet zwischen richtig und falsch, ein ethischer zwischen wahr und unwahr.“ (W.D.)

    Wahrscheinlich wird dieser Ausspruch so wenig verstanden, wie heute noch jemand in der Lage ist, den Unterschied zwischen Ethik und Moral zu benennen. Wie es scheint (zumindest lässt das Zitat des Paters Tirado darauf schließen), ist nicht einmal er selbst (als Kleriker?) noch fähig zu erkennen, auf welchen ausgemachten Blödsinn er sich da einlässt.

    Worauf will man denn wirklich hinaus?
    „…das Niveau der ethischen Sensibilität der Gesellschaft zu erhöhen“?

    ETHIK ist die unwandelbare Gewissensinstanz des Einzelnen. Sie lässt sich weder lehren, verbreiten, verallgemeinern, sensibilisieren noch einfordern. Es ist das Verhältnis Mensch (des einzelnen) zum Jenseits.

    Eine Gesellschaft bzw. ein Kollektiv hat lediglich MORAL als gesellschaftlichen Verhaltenskodex mit der geballten Ladung an Normen, Regelungen, Gesetzen etc., die erst mal gar nichts mit Ethik zu tun haben; sie beruhen ausschließlich auf einer mehr oder weniger öffentlichen Interessenlage (eben auch wirtschaftlich), die so wandelbar wie die jeweils herrschende Moral ist.
    MORAL ist das Verhältnis der Menschen untereinander, um die Einzelinteressen zu reglementieren und im besten Fall gegeneinander auszugleichen.
    Einen Verhaltenskodex braucht natürlich jede Gesellschaft, sonst ginge es drunter und drüber, d.h. Betrug, Raub, Mord und Totschlag nähmen Überhand.

    „Filippo Eduardo, Präsident des Industrieverbandes von Paraguay, UIP, und einer der Initiatoren des Projektes, sagte, die Absicht sei es, auch die Einstellungen der paraguayischen Familien zu ändern. „Das Hauptproblem beginnt im Elternhaus, in denen die Werte gestört sind. Hier muss man gezielt ansetzen und erklärend einwirken, dass diese wieder zur Vernunft kommen“, fügte er an.“

    Ganz falsch, Herr Präsident Eduardo! Bei sich selber und ihren Politiker-Kollegen sollten sie anfangen, denn ihre Kaste ist gestört! Lernen sie erst einmal selber, den Unterschied zwischen Moral und Ethik zu erkennen und ihr Handeln so weit unter Kontrolle zu halten und zu überprüfen, dass sie es für sich und ihre Person jederzeit vertreten können (anstatt die Moral beliebig neu zu interpretieren bzw. zu unterlaufen)!!!
    Vielleicht schaffen sie (und die anderen) es ja mal zum Vorbild, an dem sich das gemeine Volk orientieren kann …

    1. Die „heutigen“ Politiker sind nicht mehr zu veraendern. Deswegen dieses Programm. Die Nachfolger sollen/muesssen besser werden. Bis es mal soweit ist, koennen ja auch mal die Kinder das Erlernte ihren Eltern beibringen. 😉

      Beispiel: „Du, Mama/Papa, ich habe heute erfahren/gelernt, dass Korruption ……………….“

      Aus diesen Kindern (mittlerweile Erwachsen) und aus deren Kindern wieder, usw., usw., muessten logischerweise schon bessere Politiker (Politiker!!) hervorkommen.

      1. Leider haben Sie das Prinzip auch nicht verstanden. Sie reden von MORAL, deren Spielregeln von den „Mächtigen“, sprich vom „Geld“ aufgestellt werden. Alles wunderbar, wenn sich diese Kreise an die eigenen Regeln halten würden, dann würde man auch weiter „unten“ etwas öfter Einsicht in die Notwendigkeit solcher Regeln aufbringen.
        Der Begriff „ETHIK“ hat hierbei allerdings nichts verloren. Nichts anderes wollte ich aufzeigen.

        Und Kinder werden diese Einsicht kaum aufbringen, wenn sie sehen, dass sich nicht einmal die Erwachsenen bzw. die eigenen Eltern daran halten – oder, wie im genannten Fall, Bestechung verschafft Vorteile. Welches Beispiel wird hier also Schule machen?

        Vielleicht mal an die eigene Nase packen: Haben Sie noch nie jemanden bestochen? Oder läuft das bei Ihnen auch unter „Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft“ oder „Eine Hand wäscht die andere“? Kinder sind Nachahmer …

    2. Liebe Dirinella,
      ich verstehe zwar Ihre Argumentation aber ich stimme nicht damit überein. Wenn Ihnen eine Bombe ins Haus fällt und Ihre halbe Familie auslöscht, ist auch für Sie Ethik keine unwandelbare Gewissensinstanz mehr. Und was hat die Gewissensinstanz mit wahr und unwahr zu tun, wie WD behauptet? Wie steht es denn mit Moral und Ethik bei den Kannibalen?

      Ich sehe das so: Moral, Ethik und Sittlichkeit gehören für mich in die selbe Erziehungsecke und daraus resultierend steht die VERNUNFT, welche in einer NORMalen Gesellschaft zu Anerkennung führt, was ja das Bestreben jedes Menschen ist. Da wir aber in keiner NORMalen Gesellschaft leben…… Korruption ist die Norm also normal… Kurzum, Gesellschaftliche Anerkennung ist käuflich, hängt von der Medienpräsenz, dem Besitz, dem erschlichenen oder gekauften Posten oder von reichen Eltern ab… Natürlich gibt es Ausnahmen aber nur zur Beschäftigung der Völker.

      Sie haben aber absolut Recht, indem Sie die Vorbildwirkung hervorheben. Die sagenhafte Doppelzüngigkeit, Wasser predigen und Wein saufen, haben wir hier life und in Farbe.

      LG

      1. Wenn alle Menschen dominant ethisch handeln würden (im gleichen Maße), wäre Moral (als zwischenmenschlicher Verhaltenskodex) mit den dazugehörigen Regelwerken (sprich: Gesetzesbüchern) nicht notwenig. Aber Menschen sind bekanntermaßen nicht grundsätzlich ethisch, sondern jeder einzelne hat seinen höchst individuellen Anteil daran, der jeweils personenbezogen gering oder wesentlich sein kann. Je weniger Ethik in einem Menschen verankert ist, um so mehr Moral braucht er, um gesellschaftlich kompatibel zu sein. Das dürfte doch nachvollziehbar sein?

        Um zum Thema des Artikels zurückzukommen, wo davon ausgegangen wird, dass eine Institution (hier CERNECO) „Ethik und Moral verbessern will“, dann halte ich das nicht nur für Unsinn, sondern werde auch sauer, wenn zwei unterschiedliche Prinzipien quasi in einem Atemzug genannt werden, als wären sie doch ein und dasselbe.
        Dabei wird es für den jeweiligen Menschen immer erst dann richtig problematisch, wenn sein ethisches Empfinden den herrschenden Regeln (Moral und/oder Gesetzen) zuwider läuft. An diesem Empfinden (Gewissen) wird nichts und niemand etwas ändern bzw. „verbessern“ können.
        Ein Staat kann nun durchaus von jemanden verlangen, nach seinen geltenden Regeln z.B. einen anderen Menschen zu töten (Krieg, Polizei, Henker etc.) – moralisch ist das einwandfrei. Aber den Menschen, dessen ureigenstes ethisches Empfinden dadurch tangiert wird, wird es auf Dauer zerstören – sein Gewissen wird er nie wieder los. Diejenigen, die keines oder nur ein geringes haben, leben entschieden unbeschwerter – ohne Frage – doch keine Institution der Welt wird das ändern können. Und kein Staat (und keine seiner Institutionen) wird jemals ein Interesse daran haben, die ETHIK des einzelnen zu „verbessern“ oder anzuheben. Da hätten die Staaten aber ein dickes Problem damit, ihre (mal krass ausgedrückt) manchmal notwenigen Killer zu rekrutieren (nur mal so als Beispiel – es gäbe noch manches andere).

        Nun kann es hier nicht wirklich MEINE Aufgabe sein, Lieber Tom, ellenlange Abhandlungen über Moral und Ethik zu schreiben; das würde mit Abstand die meisten langweilen (denke ich mal) und den Rahmen der Kommentarfunktion sprengen. Mein Anliegen war nur – wie schon gesagt – aufzuzeigen, dass Ethik und Moral nicht das Gleiche sind, und der mir wichtigste Satz war:
        „… ihr Handeln so weit unter Kontrolle zu halten und zu überprüfen, dass sie es für sich und ihre Person jederzeit vertreten können …“
        Den Schuh kann sich jeder anziehen, und wenn das für jeden gelten würde, wäre schon viel gewonnen.

        P.S. @ Tom: Wenn eine Bombe auf mein Haus fällt und die halbe Familie auslöscht, ist das ein grauenhafter Schicksalsschlag, der aber nicht MEINE Gewissensinstanz berührt. Da fragen sie lieber den Bombenwerfer, inwiefern das auf ihn zutrifft.
        Was Kannibalismus betrifft, so können Sie das gerne selbst verschärft angrübeln – mir ist es zu widerwärtig (jedenfalls eliminierena sie sich damit selbst).

      2. Dirinella, das einzige Problem welches ich hier erkennen kann, ist das unterschiedliche Verständnis der Begrifflichkeiten. Selbst Philosophen steigern sich in diese Definitionsgebung seit hunderten von Jahren hinein. Ist wie ein Wettkampf scheint`s.

        Die näher liegende Definition ist für mich, daß Moral die Praxis darstellt und die Ethik die Theorie. Wobei beide Begriffe vom Wortstamm das selbe bedeuten und viel wichtiger ist, daß beide im allgemeinem Sprachgebrauch gleichbedeutend benutzt werden. Ein Beispiel: „Eine Gesellschaft hält die Todesstrafe für moralisch vertretbar und sucht nach der ethisch einwandfreien Umsetzung.“ Die Wörter Moral und Ethik kann man in diesem Satz einfach austauschen, der Sinn bleibt der selbe, weil es Synonyme im allgemeinem Verständnis sind.

        Sie, liebe Dirinella, haben hier Ihre MEINUNG dargelegt und die akzeptiere ich, aber nur als Meinung wenn sie auch so dargestellt wird. Somit versuche ich hier einen von vielen möglichen Gegenpols, daß der geneigte Leser in einen Denkprozeß verfallen möge und nicht einfach eine MEINUNG übernimmt. Also nichts für ungut, genau dafür ist die Kommentarfunktion da.

        Die im Artikel dargestellten Ziele halte ich für reine Nebelkerzen weil ausschließlich mit Doppelsprech gearbeitet wird. Eine Moralische Erziehung der Bevölkerung hat nur ein Ziel; funktionierende Untertanen heran zu züchten. Das hebt das BIP und den Profit. Mit Leuten die nur linke Hände haben und trotzdem leben wollen, kann man nicht viel anfangen. Wenn es wirklich erst gemeint wäre, hätte ich hier einen Vorschlag:

        „Jeder Mensch sollte so handeln, daß er ein allgemein gültiges Gesetz daraus machen könnte“ I.Kant (Ethik) 😉

        Dieser Spruch sollte als allererstes im Parlament aufgehängt werden und dann die Stufen immer weiter runter und zu allerletzt in den Schulen. Kants kategorischer Imperativ als Lehre der Gesellschaft wäre ein Anfang.

        Zum Abschluß das:
        „Wer irgendeine Art von Religion zur Stütze seiner Sittlichkeit bedarf, dessen Moralität ist nicht rein, denn diese muss ihrer Natur nach in sich selbst bestehen.“ Karoline von Günderode

        LG

  3. ich glaube nicht, dass die herrschenden Politiker, und ihre Familien eine Moral besitzen, die von den
    unteren Bevökerungsschichten positiv gesehen werden könnte, und da wird sich auch nichts ändern

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