Chaco: Capataz erklärt wie alles ablief

Fernando de la Mora: Einmal verhaftet hielt Vicente Ramirez nicht inne und gab seine Version des Geschehen von sich. Immerhin war sie so überzeugend, dass daraufhin die Gebrüder Vera verhaftet wurden.

Der bis dahin Hauptverdächtige, Vicente Ramírez Acosta, erklärte vor der Presse, dass er präsent war als Alcibiades Desiderio Ayala Coronel (71), Francisca Nidia Núñez Romero (71) und seine zwei Enkel ermordet wurden. Allerdings war er nicht der Schütze. In seinem Besitz befand sich jedoch die benutzte Waffe.

“Ich war das nicht mit dem Schuss. Vor einem Monat und zwei Wochen planten diese Typen das”, sagte Ramírez in Bezugnahme auf die Brüder José und Carlos Vera Medina. Sie forderten ihn auf mitzumachen. “Los, wir verkaufen die Rinder“, sagten sie. Er antwortete laut eigener Aussage, “dass er es nicht will, da seine Familie da lebt doch dann kamen sie und blieben mehrere Tage“.

“Die Eigentümer der Estancia waren zu Beginn nicht da, da sie des Öfteren nach Asunción fahren. An dem Montag sagten sie mir jedoch Bescheid, dass sie mit ihren Enkeln zurückkehren wollen. Ich konnte sie jedoch nicht warnen vor dem was auf der Estancia abging“, fügte er hinzu.

“Als die Opfer auf die Estancia kamen, schnappte sich einer der Brüder die Schrotflinte und schoss auf alle. Der kleine Junge rannte weg, als er sah wie seine Großeltern und Schwester getötet wurden. Einer der Brüder folgte ihm und schoss auch auf ihn“, sagte Ramírez weiter.

“Sie gaben mir etwas Geld. Ich konnte gar nichts machen“. Zum Zeitpunkt der Morde war seine Frau und seine drei kleinen Kinder im Schweinestall. Er spürte, “dass etwas schlimmes passieren würde und schickte sie deswegen dahin“, so Ramírez. Die Fahrer sowie die Ankäufer der Rinder sind seines Erachtens unschuldig, da sie nichts von den Morden oder dem Diebstahl wußten.

“Nach dem alles vorbei war fuhren wir mit einem Bus nach Asunción und später Fernando de la Mora, wo wir letzten Samstag ein Haus anmieteten“, so Ramírez. Die Waffen sowie anderes Diebesgut von der Estancia fand man in dem Haus in Fernando de la Mora. Ein Auto brachte ihm die Sachen ins Haus. Er konnte jedoch keine Anzeige machen, da er ja eine Art Komplize war.

Elizabeth Duarte, seine Frau und die Mutter seiner Kinder erklärte heulend, “dass sie von den Brüdern mehrmals vergewaltigt wurde. Ich ließ es über mich ergehen, damit sie nicht meine Tochter anfassen“. Sie fügte hinzu, “dass sie die Schüsse nicht einmal hörte, da sie neben einer laugenden Wasserpumpe stand, als es passierte“. Die Staatsanwaltschaft will nun mit einem medizinischen Gutachten überprüfen, ob die Version der Frau der Wahrheit entspricht.

Wochenblatt / Hoy

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2 Kommentare zu “Chaco: Capataz erklärt wie alles ablief

  1. Wenn man PY-IQ-Durchschnitt von 82 erreicht, gemäß Statistik, dann kann man sich etwa ausmalen, dass die Ermittler nach einem Mord gaaanz bestimmt mal das nähere Umfeld der Opfer untersucht, und falls diese eine Vorarbeiter hatten, auch diesen befragen werden. Wie ich allerdings schon feststellen durfte, erreichen ihn eben auch nicht alle, den Durchschnitt meine ich.

  2. Nach meiner Erfahrung erzaehlt jeder der Verhafteten jeden Tag eine andere Version der Geschichte. Die vielen Biere spuelen bei denen die letzte Intelligenz weg so dass sie zu nicht viel mehr als Einzellern werden. Sie sind zutiefst ueberzeugt von jeder ihrer eigenen Versionen der Geschichte.
    Ein Aussenstehender kann kaum wirklich wissen wie der Tatverlauf war. Harte Beweise gibts ja sowieso nicht sondern nur Aussage gegen Aussage und Hoerensagen wo die Geschichten staendig aendern koennen. Wirkliche Beweise die den Mord oder den Diebstahl jetzt direkt mit einem der Verhafteten verknuepfen gibt es nicht. Es sei denn der Anrufverlauf ihrer Telefone bringt was, aber auch dann hat man wohl keinen Mitschnitt des Gespraechs welches die Planung der Taten wirklich konkret beweist. Die Fingerabdruecke auf der Tatwaffe koennten einige harte Beweise bringen, zumal die Kugeln gefunden werden koennen und diese mit der gefundenen Waffe uebereinstimmen.
    Nach deutschem Recht wuerde man alle Verhafteten freilassen bzw fuer kurze Zeit auf Bewaehrung ins Gefaengnis stecken – er schliesst sich im Gefaengnis der „Gemeinde“ (Kirche) an, und benimmt sich artig und schwups isser draussen. Waeren da nicht die reichen Ganaderos die Krach machen aus Angst um ihr Vieh – nicht so sehr um ihre Familie die ermordet werden koennte.
    Alle haben bis dato eine „glaubhafte“ Geschichte – und alle sind sie unschuldig.
    Wie will man denn die Vergewaltigung der Capatazfrau beweisen nach so vielen Tagen? Gibts da noch DNA nachzuweisen? Wohl eher nicht. Koennte man die Vergewaltigung nachweisen so waere die Geschichte des Capataz am glaubhaftesten – aber eben kein richtiger Beweis. Und solange es keinen richtigen Beweis gibt, gilt fuer alle die Unschuldsvermutung, oder sollte es wenigstens.
    Nach einer Version des Fernseh konnte der Eigentuemer den Capataz nicht telefonisch erreichen und fuhr von Asuncion aus Sorge zur Fenz zurueck in den Chaco. Es soll da schlechte Telefonverbindung geben was man ja auch an dem VHF Turm erkennt.
    Wenn die Version des Capataz richtig ist, dann haette der Eigentuemer durch erwiederndes Feuer relativ einfach sein Leben retten koennen. Schon nur eine Taschenpistole und Kugeln die zurueckflogen koennte die Angreifer in die Flucht geschlagen haben.
    Also die Eigentuemer wurden mit einem Kugelhagel aus der Schrotflinte empfangen als sie ankamen. Wurde in einem vorigen Artikel nicht eine Pistole als Tatwaffe genannt? Aus einer Schrotflinte kann man keine Kugeln rueckverfolgen zur „Tatwaffe“ da diese keine Rillen hat. Also weiss man nur dass es eine Schrotflinte gab, aber nicht mal dass diese gerade die Tatwaffe war – auch wenn sie vor kurzem abgefeuert wurde.
    Alle Versionen der Beteiligten sind glaubhaft: denn als sie den Mord merkten, so flohen sie alle in verschiedene Himmelsrichtungen, oder wurden gezwungen die Tiere zu transportieren wenn nicht wartet jemand auf Frau und Kind zuhause und bringt die um. Alles im Bereich des Moeglichen und Hollywood filmreif. Haette es einen Schusswechsel gegeben so haette, wer auch immer mit drinnen steckte, die Flucht ergriffen. 3 Schuesse aus der „Abgesaegten“ reichen zu um die 4 niederzustrecken. Aber eben den letzten Beweislink von Schrotflinte zu Kugeln zu Fingerabdruecke auf der Waffe gibt es nicht da die Kugeln nicht zur Waffe wirklich zugeordnet werden koennen – Schrotflinte schon, aber gerade welche, das kann man nicht genau wissen. Die meisten Trucker haben ja unter dem LKW Sitz immer eine Schrotflinte liegen. Also voreilige Schluesse kann man keineswegs ziehen.
    Letzendlich kann es keiner von diesen gewesen sein, oder alle oder nur einige oder nur einer – Ratefix aufs Geratewohl nach Aussagen und Hoerensagen aber Null Beweise.
    Man merkt also wie kompliziert die wirkliche Wahrheitsfindung ist – es sei denn man setzt auf Lynchjustiz des Mobs, Fingerzeigerei und populaere Beschuldigungen.

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