Chaco: Elmer Vogt wird kein Bürgermeister von Boquerón

Boquerón: Nach vier Tagen des gespannten Wartens und der Prüfung der Ergebnisse hat das Oberste Wahlgericht (TSJE) César González (Beitragsbild) zum Bürgermeister des neuen Bezirks Boquerón ernannt.

Er erhielt 55 Stimmen und lag damit vor dem Kandidaten Elmer Vogt (ANR) was aus Sicht der Partei ein Debakel ist. Diese Ergebnisse zeigen eine geschwächte Präsenz der ANR im Departement Boquerón, wo die Allianz in drei der vier Gemeinden gewann.

Der neue Bezirk Boquerón wurde im Dezember letzten Jahres geschaffen und genehmigt. Er wurde vom Kongressabgeordneten Edwin Reimer (ANR, HC) geplant und ist damit der vierte Bezirk im Departement Boquerón.

Alles deutete darauf hin, dass dieser neue, in der Pandemie entstandene Bezirk, der nächste Schritt in der politischen Karriere des ehemaligen Bürgermeisters von Mariscal Estigarribia Elmer Vogt sein würde, aber das überraschende Ergebnis positionierte einen bis dahin wenig bekannten Kandidaten: César González.

Das Wahllokal, das den Ausschlag zugunsten des Kandidaten der Allianz gab, befand sich in der weit entfernten Gemeinde San José Esteros, wo es aufgrund der geografischen Lage lange dauerte, bis die Ergebnisse eintrafen und ausgewertet wurden, sodass zunächst der Sieg von Elmer Vogt verkündet wurde, doch einige Stunden später wurde das Ergebnis geändert.

Daraufhin beantragte die ANR die Anfechtung von drei Wahllokalen mit der Begründung, dass das Wahlverfahren nicht ordnungsgemäß durchgeführt worden sei und Unterschriften auf den Protokollen und Umschlägen mit den Stimmzetteln fehlten. Es wurden auch Fotos der Ergebnisse mit und ohne Unterschriften der Mitglieder des Wahllokals in Umlauf gebracht, aber das TSJE hielt diese Behauptungen nicht aufrecht.

César González muss nun sein Amt in einem immer noch gespaltenen Umfeld antreten, mit der großen Herausforderung, das Vertrauen der deutschstämmigen Gemeinde in seine künftige Verwaltung zu gewinnen, die sich noch nicht von der Überraschung erholt hat, dass der erste Bürgermeister ihres neuen Bezirks lateinamerikanischer Abstammung ist und nicht, wie bei dieser ersten Gelegenheit zu erwarten war, Mennonit. Außerdem muss er die Gemeinde von Grund auf neu aufbauen, da sie nicht einmal über Räumlichkeiten für den neuen Gemeindesitz verfügt.

Die neun Bänke des Gemeinderats bestehen ebenfalls aus: Julio César Deleón (Alianza), Armin Barg Friesen (ANR), Héctor Marciano Pérez (Alianza), José Nery Duarte (PQ), Carmen Kroker (Alianza), José María Marín (ANR), Alcides Rojas (Alianza), Luis Édgar Arroyo (Alianza) und Juan Carlos Pérez (PQ), wobei die Mehrheit der Bänke wiederum von den Aliancistas gestellt wird.

Die anderen Alianza-Kandidaten, die in den anderen Bezirken dominierten, sind: Claudelino Rodas in Filadelfia und Víctor Díaz Ávalos in Mariscal Estigarribia, wobei Ernst Giesbrecht der einzige ANR Bürgermeister im gesamten Departement ist.

Wochenblatt / Abc Color

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2 Kommentare zu “Chaco: Elmer Vogt wird kein Bürgermeister von Boquerón

  1. Ein wenig peinlich, extra zu kündigen und dann nicht gewählt zu werden. Nun ist der Vogt wohl arbeitslos. Auch die Mitarbeiter des Obersten Wahlgerichts (TSJE) sind nun bei vollem Lohn bis zu den nächsten Wahlen arbeitslos. Viel Zeit für alle um sich auf Kosten des Steuerzahlers noch etwas dazuzuverdienen, während teile hiesig Bevölkerung am Hungertuch nagt. Den Namen nach, César González, ist der neue Würgemeister ein Espagnol-Stämmiger. Wieder einmal gekonnt ein Bezirksparlament aufzustellen. Fehlt nur noch das Bezirkshäuschen. Aber das ist ja Nebensache. So in ein, zwei, dreißig Jahren müssens dann ihre Sitzungen nicht mehr draußen unter dem Mangobaum abhalten.

    1. Dem Bergen von Filadelfia schuf man auch extra ein extravagantes Pöstchen das vorher nicht existierte. Irgendwas mit “General Verwaltung der Verwaltung der interkulturellen Verständigung und interethnischer Zusammenarbeit”. Oder so ähnlich heisst es, nur niemand weiss genau wie es heisst und was der Kerl nun genau macht. Was interkulturelles wird es wenigstens schon sein soweit ich mir des geschnurgelten Namens des ad hoc Postens entsinne.
      Dieses hab ich hier schon lange prophezeiht dass den Mennoniten die Flinte nach hinten losgeht. Die Kolonie Neuland hat nur etwa 1500 weisse Mennoniten wo ein neues Munizip mindestens 10.000 Menschen haben muss. Also die Mennoniten stellen sowieso nur maximal 10% bis 20% der Bevölkerung indem Munizip dar. Wie qollen die denn die Regierung stellen? Es sind zu wenige.
      Es geht bei der Munizipsgründung nur um die saftigen Posten. Eine paraguayerin die mit nem Mennoniten verheiratet ist kandidierte auch als Consejal und hatte angeblich ausposaunt dass die Leute regelrecht in die Munizipalität drängen weil sie da weit höhere Gehälter bekommen fürs Nichtstun als bei der Kooperative und im Privatsektor. Das sagte mir mein Arbeiter dass das gesagt wurde und jedermann strebe in die neuen Minizipien um da einen Teil des Kuchens abzubekommen. Die Woke Kultur ist im vollen gange bei den Mennoniten.
      Aber eben niemand hört auf mich.
      Erstaunlicherweise sind es meist Kooperativsarbeiter und Unternehmer die als Beamte in die Munizipalität drängen und diese woke Kultur vorantreiben. Genau wie in Deutschland die Beamten meist Grün gewählt haben. Es faselt sich eben bei sicherer Pension besser von Biofleisch und Migrantenimport. Viele dieser Munizipsbefürworter haben kein Studium, sitzen aber in hochbezahlten Verwaltungsposten oder wurden als ungebildete Unternehmer (Rodungsbereich, etc) reich. Genau derselbe Menschentypus wie in Deutsvhland schafft Paraguay ab.

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