Chaco: Falsche Vorfreude

Asunción: Noch ist die Freude groß. Das Ministerium für öffentliche Bauten wird 1,2 Milliarden US-Dollar im Chaco investieren. Doch diese Summe ist nur durch Kredite finanziert und wird früher oder später von allen bezahlt werden müssen.

Präsident Horacio Cartes, der Ende Mai kündigen will, damit er als Senator angelobt werden kann, autorisierte heute zwei Kredite um die Transchaco zu erneuern. Einer über 400 Millionen US-Dollar stammt von der Lateinamerikanischen Entwicklungsbank CAF und der andere über 160 Millionen US-Dollar von der Interamerikanischen Entwicklungsbank (BID). Zusammen mit den geplanten 640 Millionen US-Dollar für den zweiozeanischen Korridor zwischen Carmelo Peralta und Pozo Hondo summieren sich 1,2 Milliarden US-Dollar, die früher oder später zurückgezahlt werden müssen.

Da Steuererhöhungen vorerst nicht vorkommen und die Zinslast weiter wächst, bedarf es immer mehr Kredite um die alten Schulden zurückzuzahlen. Unter Präsident Cartes verdoppelte sich die Auslandsschuld auf fast 7 Milliarden US-Dollar binnen 5 Jahre.

Die MOPC Mautgebühren sind bestenfalls für die Löhne derer ausreichend, die in den Kassierhäuschen sitzen und nicht für die Wartung der langen Verbindungsstraßen.

Wochenblatt / La Nación

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11 Kommentare zu “Chaco: Falsche Vorfreude

  1. Das ist doch was gutes. Zahlen immer viel Steuern, endlich mal eine neu Strasse und etwas mehr im Departapent, das ist doch toll

  2. HC muss nicht kündigen, er wird doch laut Verfassung Ehrensenator ohne Stimmrecht auf Lebenszeit. Wieso vergeben Banken Kredite ohne Bedingungen? Bedingungen wie einhaltung der Landes Rechtsform und Entwaldungs Stopp Jeder Paraguayer wird diese Schulden mal abarbeiten müssen.

  3. Braucht es noch mehr Beweise für die Befähigung der Politiker? Jede finanzierte Investition benötig eine Gegenfinanzierung. Hat man davon in Paraguay noch nichts gehört? Wenn ich allerdings sehe, wie Jedermann/Frau sich über den Kopf hinaus verschulden ohne sich vorher Gedanken darüber zu machen, wie das alles zurück bezahlt werden kann, ja dann habe ich wirklich große Zweifel daran. Meist ist das Denken davon geleitet, „was interessiert mich heute was morgen ist“ und „irgendwo wird sich schon ein (dummer) Spender finden der mir aus der Patsche hilft. Mit diesem Verhalten wird Paraguay noch rosigen Zeiten entgegen gehen.

    1. Linksgrünversiffter

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      Die ist doch einfach zu beantworten. Heute braucht ein Lastwagen einen halben Tag um 30 Km zurück zu legen und einen halben Tag um abzuladen. Mañana fährt man zurück und lädt erneut auf. Übermorgen geht das Ganze von vorne los.
      Wenn nun die Straßen nicht mehr denjenigen des Mondes, sondern denjenigen von Burkina Faso gleichen, wird ein LKW noch am gleichen Tag zurück fahren können und sie müssen erst morgen aufladen.
      Das bedeutet mit den Jahren mehr Gewinn und man kann sich einen gebrauchten Gabelstapler aus Alemania anno 1956 leisten. Dann hat man noch mehr Zeit um Terere zu trinken.
      Eine Win-Win-Situation für alle, denn auch die Einnahmen des Staates werden prozentual um einige Promille zunehmen.
      Die Frage ist trotzdem: Wie viel Geld von 1,2 Milliarden US-Dollar für Löhne werden für den Bau einer Straße noch übrig bleiben, wenn die Ausgaben für Löhne 1,2 Milliarden US-Dollar betragen? Leider habe ich nur fünf Finger an jeder Hand und davon auch nur zwei und kann das jetzt nicht ausrechnen, da mein iTelefon am Aufladen ist. Vielleicht später werde ich das Ergebnis präsentieren können.

  4. Linksgrünversiffter

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    1,2 Milliarden US-Dollar für Löhne werden ganz bestimmt ausbezahlt. Die Frage ist nur, wie viele Meter Straße fertig gestellt werden.

  5. Ich bin mir sicher,wen die infrastruktur in dem masse geleistet wird,dan werden die steuereinnahmen der regierung sich auch um eineges erhöhen weil die entwiklung ungleich zunehmen wird und somit auch die produktion.Die frage ist nur ob das geld von den kredieten auch mindesten fast die hälfte in den wegen ankommen wird.

  6. Ich lese seit x Jahren das gleiche in was weiss ich wie vielen Staaten. Einerseits heisst es immer, alle korrupt, man kann nicht vertrauen, aber andererseits wird genau diesen Leuten dann jedes mal wieder Geld gegeben.
    Bei Entwicklungshilfe und Flüchtlingskrise ist es doch genau das selbe. Jeder Politiker, jeder Bankmanager oder Firmenchef sagt, dass Korruption und Amigo Wirtschaft in diesen Staaten das Problem sind, aber es wird weiter Geld geschickt und investiert und nicht nur das, es wird immer mehr Geld geschickt und investiert an genau diese dadurch immer mehr und reicher werdenden Korrupten und Amigos.
    Also in etwa ein Wassereimer mit Loch, der mit Wasser gefüllt werden soll und daher rinnt der Wasserhahn. Da die Bevölkerung in diesen Staaten wächst, wächst auch der Eimer und das Loch und damit muss der Wasserhahn immer weiter aufgedreht werden.
    Wenn diejenigen, die das Wasser bereit stellen nicht darauf kommen, dass sie die Kontrolle über den Wasserhahn und den Eimer brauchen oder eben das Wasser abdrehen müssen, dann ist sowieso Hopfen und Malz verloren. Über Korruption und Amigos schimpfen braucht man da eigentlich nicht, weil man sie ja sogar fördert.

  7. Der letzte Satz im Artikel ist ja wohl ein Witz.
    Der Kassierer im Häuschen braucht keine halbe Stunde um seinen Tagesverdienst zu requirieren!
    Was passiert also mit den Einnahmen der restlichen 23,5 Stunden?

  8. Diese 1,2 Milliarden Dollar werden genauso auf wundersame Weise „verschwinden“ wie die 55 Millionen Dollar für die Umgehungsstraße bei Caacupé.

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