Chaco: Vom eigentlichen Problem abgelenkt

Amsterdam: Seit 2012 hat die holländische Aufbaubank FMO ein Interesse daran, dass in Paraguay die Banken kontrollieren, ob ihre Kunden sich nicht an illegaler Rodung bzw. Abholzung im Chaco beteiligen.

Die Idee der Kontrolle ist vorbildlich und hilft im Sinne des Umweltschutzes, ausgenommen bei der Banco Basa, wo der Eigentümer, Horacio Cartes, selbst Gesetze so abänderte, damit er 2.000 ha Wald abholzen konnte. Neben dem negativen Beispiel war es die besagte Aufbaubank, die einen Spot in Twitter lancierte und dabei die Zahl 250.000 ha ins Spiel brachte, was die geschätzte Abholzungsfläche pro Jahr im Chaco sein soll. Diese Ziffer ist das Resultat von Messungen der Nichtregierungsorganisation Guyra Paraguay die mit Satellitenbilder bestätigt werden kann. Dennoch regt sich nun in Paraguay Widerstand, weil diese Ziffer keinem offiziellen Mitteilung einer Regierungsinstitution entspringt, die selbstredend kaum Werbung für einen der höchsten Abholzungsgrad der Erde machen wird.

Eine solche Veröffentlichung würde ihre Unfähigkeit und Korruption unterstreichen und wäre politisch gesehen Selbstmord. Und ob alle Bilder des kurzen Spots nun aus Paraguay stammen oder nicht, ändert nichts an der Ziffer der Abholzung und lenkt nur vom eigentlichen Problem ab. Anstatt aktiv was gegen die unnötige Ausbreitung der Viehwirtschaft zulasten der Umwelt zu tun, werden Büros der Forstbehörde in Städten wie San Lorenzo geführt, wo kaum noch ein Baum steht, bloss um sich nicht mit dem eigentlichen Problem auseinanderzusetzen.

Wochenblatt

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