Chaco: Wie holländische Investoren über den Tisch gezogen wurden

Agua Dulce: Eine Gruppe holländischer Investoren kauften ein großes Stück Land im Chaco. Problematisch wurde es erst beim Vermessen. Obwohl nur einmal notwendig will man doppelt kassieren.

Die Firma “Los Molinos S.A.“, entstanden aus holländischem Kapital, kaufte im April 208 für 8 Millionen US-Dollar ein 60.000 ha Grundstück in der Zone von Agua Dulce, Departement Alto Paraguay.

Im Juni begann die Vermessung, die im Februar 2009 beendet wurde. Am 11. Dezember 2009 wurden die neuen Eigentümer in das Grundstück im Register eingetragen. Die Vermessung wurde von Lic. Jesús García Fernández durchgeführt, der dafür 88 Millionen Guaranies erhielt. Der Anwalt Leopoldo Elizeche Torreani, damals Repräsentant von “Los Molinos S.A.“ und heute juristischer Berater beim zweistaatlichen Wasserkraftwerk Yacyretá, bekam für die Vertretung bei der Vermessung ganze 41.000 US-Dollar. Bis dahin ist alles ok, alle Sachverständigen erhielten ihr Geld.

Am 5. August 2010 begann jedoch eine zweite Vermessung von dem Grundstück “Los Molinos S.A.“, ohne dass die Firma daran beteiligt war, noch den Auftrag dazu erteilte.

Eingeleitet wurde dies von Anwalt Leopoldo Elizeche Torreani. Am 9. April 2015 war die Vermessung offiziell eingetragen und von Richterin Julia Alonso unterzeichnet worden.

Warum wird ein Grundstück zweimal vermessen, wenn die erste Messung schon ofiziell und rechtmäßig eingetragen ist?

Das Grundstück von “Los Molinos S.A.“ erfuhr keinerlei Veränderung, d.h. es wurde weder ein Teil verkauft noch hinzugefügt. Beim zweiten Vermessungsprozess hatte die holländische Firma keine Beteiligung und war auch nicht über den aktuellen Stand auf dem Laufenden.

Mit abgelaufenen Ermächtigungen von “Los Molinos S.A.“ bat er bei Richterin Julia Alonso um eine zweiten Messung. Da diese anerkannt wurde, war der nächste Schritt die Honorare für getätigte Arbeiten einzuführen. Doch nun geht es nicht mehr um 41.000 US-Dollar. Da alle ihrer Honorare erhielten, hätte keiner etwas zu reklamieren.

Richterin Julia Alonso aus Asunción erkennt die Honorarforderungen an und bat gleichzeitig eine neue Schätzung des Grundstücks, da auf deren Basis die Honorare ermittelt werden. Sechs Jahre nach dem Kauf, nach hohen Investitionen, wurde der Grundstückswert von Lic. Dominga Resquín de Person auf 44 Millionen US-Dollar geschätzt.

Richterin Alonso ordnete an, dass die Firma “Los Molinos S.A.“ Leopoldo Elizeche Torreani stolze 4.892.000 US-Dollar für seine geleisteten Dienste zahlt. Der Vermesser, Jesús García Fernández, hingegen soll 1.865.293 US.-Dollar erhalten; Dominga Resquín de Person immerhin noch 652.850 US-Dollar und Elizeche Torreani’s Rechtsanwalt Vidal Molinas Cabello 230.505 US-Dollar. Insgesamt sind dies fast 8 Millionen US-Dollar.

René Klein, der niederländische Honorarkonsul in Paraguay, bestätigte, dass der Fall samt aller Details nach Amsterdam übermittelt wurde. „Im Außenamt herrscht Furcht, dass andere holländische Investoren auch Opfer von Betrügereien werden könnten“, so Konsul Klein abschließend.

Anwalt Leopoldo Elizeche Torreani war nicht bereit seine Version der Sachlage zum Besten zu geben. Absurd ist, dass das Grundstück den gleichen Preis hat wie die Vermessung desselbigen.

Wochenblatt / Abc Color

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14 Kommentare zu “Chaco: Wie holländische Investoren über den Tisch gezogen wurden

  1. Oh ja mach weiter so:“Mit diese Art von Gewinnabschöpfung, gewinnt man keinen Investor!“
    Es hat schon seinen Grund für die vielen Vorurteile gegen Paraguayer in den Nachbarländer.

    1. Das Wort Vorurteil wird so definiert:
      Als Vorurteil wird eine ungeprüfte Meinung oder Einstellung zu Personen oder Sachen, das heißt, die ohne Wissen über eine Person oder eine Sache eingenommen wird, bezeichnet.
      Also sind das keine Vorurteile, welche die Nachbarländer gegenüber den Paraguayern haben. Es sind wohl eher realistische Betrachtungen der gegebenen Umstände.

  2. Die Indios, die hier vorher gelebt haben, kannten soweit ich weiss, das Wort Eigentum nicht. Wenn dem so ist, muss man die frage stellen, wer denn auf die Idee kam, diesen Begriff hier einzuführen und am ende einzusehen, dass es wohl keine gute Idee war.
    Ansonsten muss man rekolonialisieren, weil es keine andere Lösung gibt, will man hier und anderswo in der 3. Welt vernünftig arbeiten bzw. nicht überrannt werden.

      1. Dort wurde ja quasi beschlossen, dass die Weissen enteigent werden, also entkolonialisieren. Mit Rekolonialisieren wäre gemeint, dass diese Staaten wieder von der 1. Welt regiert werden. Das wäre ohnehin teilweise notwendig, weil bereits Milliarden an Steuergeldern verschwunden sind. Heute schicken wir nur noch Geld, haben aber keinen Einfluss mehr darauf.

        1. Südafrika ist der Testballon, um Enteignungen weltweit durchzuziehen, so der Plan der „NWO-Eliten“.
          Dr. Walter Veith, der selbst in Südafrika lebt, hatte dies schon 2012 prognostiziert.

  3. Raubrittertum wie im tiefsten Mittelalter…… Paraguay = Rechtsfreier Staat. Insbesondere die Ausländer müssen sich hier in acht nehmen, damit sie nicht Opfer solcher Banditen werden.

  4. Eines noch: Diese Firma kann dann auch nicht besonders gewichtig sein, weil ich kaum glaube, dass ein Konzern wie Nestle, Mc Donalds und co. sich von einer Richterin, einem Anwalt und einem Vermesser so pflanzen lassen, egal wo.
    Es zeigt sich eben wieder, dass wirtschaftliches Schaffen gewisse politische und militärische Stärke voraussetzen. Wer das nicht berücksichtigt, fange gar nicht erst an.

  5. Eigentlich muesste in jedem auswaertigem Amt bzw. im Aussenministerium, egal in welchem Land gewarnt werden, dass bei Investitionen in Paraguay die paradoxe Gefahr besteht, juristisch betrogen zu werden. Je hoeher die Investition, desto risikoreicher.

    Das muss man sich auch mal in der Zunge zergehen lassen. Da hat dieses Schwein in Repräsentantenfunktion seinen eigenen Auftraggeber betrogen. Ich weiss, dass viele Paraguayer ausserordentlich scharf sind, „Repräsentanten“ auslaendischer Firmen zu sein. Da gibts viel Geld fuer sehr wenig „Arbeit“. Und durch diese ganze RUC-Scheiße, der Justiz und der Buerokratie MÜSSEN auslaendische Firmen einen Paraguayo beauftragen um sich um den Mist zu kuemmern.
    41.000 Dollar waren dem Kerl nicht genug, jetzt muessen es also fast 5 Millionen (!!!) Dollar sein.
    Yacyreta muesste den Kerl eigentlich sofort hochkant rausschmeissen. Aber der ist sicher durch irgendein hohes Tier geschuetzt, was dann eben der Anreiz vieler ist, solche Dinger zu drehen.

    1. @Philipp
      (Eigentlich muesste in jedem auswaertigem Amt bzw. im Aussenministerium, egal in welchem Land gewarnt werden, dass bei Investitionen in Paraguay die paradoxe Gefahr besteht, juristisch betrogen zu werden. Je hoeher die Investition, desto risikoreicher.)
      Ja das machen auch die Botschaften/Handelkammern.Es gibt genug Hinweise das nicht alles Rosa/Rot ist,wie es dargestellt wird. Bei Rechtsstreitigkeiten/Rechtssicherhit/Kriminalität sprechen sie durch die Blume, das Land vor den Kopf hauen macht doch kein Diplomat. Sie Empfehlen auch vertrauenwürdige Personen.Warum?
      Sehe dir doch die Webseiten an,da sind einige Hinweise auf nicht so schöne Zustände.
      Viele Firmen/Anleger sehen nur das schnelle Geld, wissen es besser, passen nicht so auf,bekommt das ein Element Spitz,werden die Firmen abgezogen, so wie hier!So wie sie in der Realität sind, da wissen sie wo sind.Diese Investoren hier sind noch relativ sicher,Investionsschutzabkommen, ein Privatmann wäre schon Platt!

  6. Dipl. Dr. Prof. Jur. Huggentobler

    @Hermann1

    „Meinung oder Einstellung zu Personen oder Sachen, das heißt, die ohne Wissen über eine Person oder eine Sache“

    Nur zu ihrer Information: Eine Person (von lat. persona; Maske) IST – im Gegensatz zu einem Menschen – eine Sache!

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