Cousin Lugos gewinnt Ausschreibung zur Straßenreparatur

Asunción: Es handelt sich um Luis Vigo Lugo, Direktor der Firma Construcciones Civiles SA, aus dem Konsortium Ruta 9, wessen Angebot 59 Milliarden Guaranies betrug, 14 Milliarden Guaranies höher als vom Straßenbauamt (MOPC) veranschlagt.

Das Konsortium Ruta 9, welches aus Construcciones Civiles SA (CCC) und Talavera Ortellado Construcciones SA besteht wurde vom Straßenbauamt ausgewählt die Ruta 9 „Dr. Carlos Antonio López“ zu erneuern. Den Einwohnern ist sie bekannter unter dem Namen „Ruta Transchaco“. Der Bereich in dem gearbeitet wird ist allerdings nur 41 km lang, von km 285 bis 326.

Laut Schätzungen des Ministeriums für öffentliche Bauten sollte die Reparatur nur rund 45 Milliarden kosten. Alle eingegangenen Angebote lagen zwischen 6 und 15 Milliarden über der Summe. Gewonnen hat seltsamerweise das Angebot was am teuersten war.

Am vergangenen 28. November 2011 wurden die Umschläge der Ausschreibung 94/2011 des MOPC geöffnet wo das beste Angebot von Proel Ingeniería mit 51 Milliarden Guaranies eingereicht wurde. Das zweite Angebot war vom Konsortium Ruta 9, um neun Milliarden Guaranies teurer als der Mitstreiter gewann.

Jeder Kilometer den das Konsortium die Asphaltstrecke repariert kostet somit 1,45 Milliarden oder fast 300.000 Euro.  Finktionäre des Ministeriums für öffentliche Bauten haben den Verdacht geäußert, dass der Ingenieur Luis Edgar Vigo Lugo, Cousin des Präsidenten damit zu tun hat. Zudem hat der Familienangehörige auch viele Großaufträge beim Wasserkraftwerk Yacyretá (EBY) erhalten.

Vigo Lugo nahm bis jetzt keine Stellung dazu.

(Wochenblatt / Última Hora)

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15 Kommentare zu “Cousin Lugos gewinnt Ausschreibung zur Straßenreparatur

  1. Keine Macht der Schiebung

    Ein großes Familienunternehmen diese Lugos. Wie hätte jeder Einzelne von uns gehandelt. Halten Familienbande nicht zusammen? ——- Ein fast Heiliger der da über den Dingen stehen kann!

  2. Der wahre Schieber ist doch die „MOPC“ !!!

    Sie hat diese Arbeiten doch ausgeschrieben

    Ausschreibungen werden doch gemacht, das man das man bei exakt gleichem Leistungsumfang den günstigsten Preis ermittelt.

    Ob Lugo da was mit zu tun hat ist für mich nicht erwiesen.
    Ich kenne aber nicht die paraguayischen Ausschreibungsregeln.
    Allerdings würde in D sofort der Staatsanwalt einschreiten.

  3. An alle „Sachbearbeiter“ hier… Genau so ist es… traurig aber wahr. Ich glaube ich habe in jüngster Vergangenheit schon einmal das Wort Nepotismus benutzen müssen… Wenn ich diesen Wahnsinn lese: knapp 300.000 Euro für einen Kilometer?! Geht´s noch?! Da würde ich doch am liebsten bei Lugo persönlich vorsprechen, damit er mir „1km auszahlt“ und dann könnte ich ihm mal zeigen, wie effektiv man hier, mit „1km“ ganz plötzlich das Land verändern kann. Aber wer will das schon? Arm und Reich dürfen sich nicht begegnen.Das werden sie auch kaum auf der zukünftigen Ruta 9. Weiter so… immer schön weg schauen, erst einmal die eigenen Schäflein ins trockene bringen… Aber wo ist es anders?

    1. Liebe Nicole,
      Eine vernünftige Straße mit gutem Unterbau kann schon mal 2 Millionen Euro kosten und mehr, wenn sie denn auch über viele Jahrzehnte halten soll.

      Keine Ahnung welches Material in der Ausschreibung verlangt wird und wie tief das Füllmaterial im Unterbau sein soll.

      Ich weiß von Straßen ohne Unterbau mit nur einer 1 – 2cm starken Asphaltdecke, da sind sicherlich noch 300,000 Euro viel zu viel. nach 1-2 Jahren bröselt dann die Asphaltdecke ab und es reiht sich Schlagloch an Schlagloch.

  4. Auch Hallo,
    billig ist nicht automatisch auch gut.
    Es entscheidet das Preis-/Leistungsverhältnis. Damit meine ich nicht die Quantität sondern die Qualität.
    Wir wissen ja nicht, wie gut oder wie schlecht die billigen Anbieter sind. Man beachte aber, wer gute Werkstoffe und Material sowie wirklich gute Mitarbeiter beschäftigen will, hat wahrscheinlich Probleme, seine Preise in ganz unteren Bereich anzusetzen.
    Es muss also nicht zwingend bedeuten, dass in dem Fall verwandschaftliche Verhältnisse im Vordergrund standen.
    Sollte es doch der Fall sein, schließe ich mich vorbehaltlos dem Kommentar von Sukowsky an.
    Man sollte auch nicht vergessen, dass besonders hier der Familienzusammenhalt sehr stark ist. (Ein wenig mehr davon würde uns Europäern auch nicht schaden)

    1. Ja, ja die Familienbande sind wie Fassreifen beim Weinfass. Sie halten meistens alles zusammen.
      Man schaut schon drauf hat man in der Familie oder im Verwandtenkreis einen Arzt, Ingenieur, Rechtsanwalt in der Justiz, Armeeangehöriger oder Polizeioffizier so kann den Alltag im paraguayischen Leben besser bewältigen.
      Ein guter Arzt z.B. erspart die Krankenversicherung. Ein einflussreicher Justizbeamter ist das Pendel an der Waage für ein Prozessgewinn usw. —– So nun verstehen wir besser wie Paraguay auf den oberen Rängen tickt – nicht wahr?

      Nun bin ich aber wieder abgeschweift von der Straßenreparatur. So sollte man das Ausschreibungsergebnis sehen?
      Nachsatz: Bei uns in Deutschland ist es die vielschichtige Lobby wie:
      Industrie, Geheimbünde, politische Freunde, Industrie, Religion usw.

  5. für
    Sukowsky & Lilo
    Ausschreibungen sind für alle gleich ! das heißt man ändert nur den Preis für die arbeit !
    Die Ausführung sind bei allen gleich ! jetzt sagt ihr mir mal wieso nimmt man den TEUERSTEN ?

    1. Vielleicht – ich betone VIELLEICHT –
      haben die billigeren Anbieter einen schlechten Ruf?
      Richtig, die Qualität der Materialien ist vorgegeben – aber VIELLEICHT hat die Erfahrung gezeigt, dass trotzdem billigere Baustoffe verwendet wurden.
      Das kommt auch in Deutschland vor 😉

  6. Ich sag nix mehr, außer, dass ich keine große Ahnung vom Straßenbauwesen habe und ich mich vielleicht etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt habe. Mag sein, dass der Preis theoretisch gerechtfertigt ist (hab nachgeschlagen), aber es ist wie es überall ist. Wenn die neue Straße nach 2 Jahren anfängt zu bröckeln, wird jeder die Schuld auf den nächsten schieben (siehe Eishalle Bad Reichenhall) Der Bauherr auf den Ingenieur, der Lieferant auf den Hersteller und umgekehrt und zurück und hin und her. Teuer ist nicht immer besser, billig ist nicht immer schlechter. Fakt ist nur, dass Qualität ihren Preis hat, aber ob man bekommt was man dann bezahlt hat, stellt sich in der Regel erst zu spät heraus und alle werden ihre Hände in Unschuld waschen.

  7. Schnelles Geld, Übel unserer Zeit!
    Sei es wie es sei@Lumi! Diese verfluchte Mentalität schnelles Geld zu machen auf Kosten der Qualität liegt wohl begründet in unserer heutigen schnelllebigen Wirtschaftsform.
    In der Ära des Alfredo Strössner wurden grundsätzlich wichtige Straßenbauprojekte an ausländische Unternehmen ausgeschrieben. Der Grund war, für gutes Geld wollte man Qualität. Milde gesagt, er wusste um seine Pappenheimer.
    Möchte hier kein Loblied singen auf seine Regierungszeit. Demokratie in dieser Zeit war nur reine Farce …..und heute? Die Meinungsfreiheit ist gegeben, sonst würde man hier nicht so schreiben können! …….Wer sich nicht seinerzeit in politische Händel einmischte oder nicht geschäftlich einen Strössnerfreund in die Quere kam konnte ungestört auf weiter Flur in Stadt und Land seines Weges dahinziehen. Der Alfredo hatte paraguaysches und deutsches Blut in den Adern wie man so schön sagt. Er wusste um die Befindlichkeiten, Denkweisen und Wankelmütigkeit seiner wichtigen Parteifreunde und denen wurde erlaubt sich die Taschen vollzumachen. Damit legte er die wankelmütige Loyalität seiner Minister und Generäle an die Kette und konnte sein Regime, auf dem Rücken politisch freiheitsliebender Menschen, so über Jahrzehnte stabil halten.
    Was wollen wir eintauschen Freiheit gegen Sicherheit? Ist ja auch ein Thema in Deutschland!
    @Lilo, Italiener haben starke Familienbande. Resultierend daraus die Mafia?
    @Nicole Qualität hat ihren Preis, wie sie richtig sagen und bei Menschen…………?

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