Ein Traum ging in Erfüllung

Asunción/Paris: Delia Mora, Informatikchefin der Wahljustizbehörde und Abgesandte für die Einschreibung von Auslandsparaguayern in Paris, genießt ihren zweimonatigen Urlaub in Europa der ihr ohne eine spezifische Aufgabe vor Ort 200 US-Dollar pro Tag einbringt.

Erfreut über den Anblick des Eiffelturms, postete sie jede Menge Bilder von sich in ihr Facebook Profil, welche allerdings Stunden später wieder gelöscht wurden.

Funktionäre der Wahljustizbehörde TSJE erklärten gegenüber der Tageszeitung „Ultima Hora“, dass andere Kollegen prämiert wurden mit der Europareise, die ein tägliches Taschengeld von rund 880.000 Guaranies mit sich bringt.

Die Kampagne der Einschreibung der Paraguayer im Ausland war nach dem Referendum im Oktober die perfekte Ausrede um den alten Kontinent auf Staatskosten zu bereisen.

Diverse Fotos in sozialen Netzwerken zeigten Mora und andere Funktionäre auf ihren Reisen durch Frankreich, Österreich und Spanien.

Kollegen von Mora, die nicht prämiert wurden, erklärten, dass sie nicht als Einschreiberin aufgelistet sei und somit ohne spezifische Aufgabe die Reise antrat. Zudem zeigt die Behörde wie sie „touristische Gutscheine“ an besonders treue Mitarbeiter vergebe samt dem täglichen Taschengeld.

Die Wahljustizbehörde sieht vor die Mission drei Tage vor Heiligabend abzubrechen. Allerdings gibt eine Hintertür in dem Projekt der TSJE die Möglichkeit die Europareise bis Februar auszugehen, wenn es nötig sein sollte. Die Gelder dafür stehen zumindest bereit.

Die TSJE Mitarbeiter die nach Europa und in die USA flogen erhalten 200 US-Dollar pro Tag. Die Einschreiber die nach Argentinien aufbrachen bekommen immerhin noch 130 US-Dollar pro Tag für Übernachtung und Verpflegung.

Das bis jetzt erreichte Ergebnis ist alles andere als erfreulich. Die Spesenaufwendung deckt sich keinesfalls mit dem Resultat. Erst 12.624 von 180.000 registrierten Auslandsparaguayern, die wahlberechtigt sind haben sich eingeschrieben.

In Argentinien bat diese Gruppe die Einschreibungen zu übernehmen, wozu es allerdings nicht kam. Zudem leben unzählige Paraguayer illegal in Argentinien oder Spanien und ohne Dokumente und Aufenthaltsgenehmigung kann man auch nicht als wahlberechtigt eingeschrieben werden.

(Wochenblatt / Última Hora)

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