Covid-19: Mediziner vs. Unternehmer

Asunción: Kaum gab die Regierung bekannt, die Ausgangssperre etwas zu flexibilisieren, melden sich ein Dutzend Vereinigungen von Medizinern und fordern von Präsident Abdo und Gesundheitsminister Mazzoleni diese Entscheidung erst nach Ostern zu fällen.

Auch wenn Präsident Abdo im Detail noch nicht angab, worin die Flexibilisierung oder Zwischenphase besteht, scheint es der Sektor der Unternehmen zu sein, der diese Maßnahme von der Regierung fordert. Seit rund zwei Wochen sind die meisten Geschäfte geschlossen, was bei vielen berechtigte oder unberechtigte Existenzängste auslöst. Abgesehen von den Arbeitnehmern, die nun eventuell wieder in Kontakt mit den Kunden kommen müssen, wird ein Versammlungsverbot und Einschränkungen für Ältere aufrechterhalten.

Präsident Abdo versucht dadurch eine eierlegende Wollmilchsau zu schaffen, mit der alle Mitglieder der Gesellschaft „nur Vorteile haben und allen Ansprüchen genügen, ohne dabei Brasiliens Präsident Bolsonaro zu imitieren, der Covid-19 als nicht existent abtut.

Bei den medizinischen Vereinigungen, die gegen die Flexibilisierung sind, befinden sich die Verengung der paraguayischen Chirurgen, der paraguayische Zirkel der Mediziner, die Vereinigung der paraguayischen Krankenschwestern, die paraguayische Gesellschaft für Hämatologie und Transfusionsmedizin, die Vereinigung paraguayischer Psychiater, die paraguayische psychoanalytische Föderation, die paraguayische Gesellschaft für medizinische Onkologie, die paraguayische Vereinigung für Medizin und Palliativmedizin, die paraguayische Gesellschaft für Pneumologie, die paraguayische Gesellschaft für Koloproktologie sowie die Vereinigung der Mediziner des IPS und der Verband ehemaliger paraguayischer Studenten von La Plata.

Den Medizinern, die seit zwei Wochen im Krisenmodus an verschiedenen Stellen eingesetzt werden, sehen neben der Ausbreitung der Krankheit auch ihre Sicherheit in Gefahr, wenn die Regierung es unterlässt die richtigen Entscheidungen anzuerkennen.

Die Industrielle Vereinigung Paraguay (UIP) ließ in einem Kommuniqué verlautbaren, dass die von der Regierung angekündigten Schritte weise und umsichtig seien. Carlos Jorge Biedermann, Präsident der paraguayischen Gesellschaft der Werbetreibenden (CAP), ist ebenso für eine Reaktivierung der Wirtschaft jedoch mit nächtlichen Ausgehverboten.

Bisher gibt es 56 Infizierte, drei davon starben, einer gilt als geheilt.

Wochenblatt / ABC Color

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5 Kommentare zu “Covid-19: Mediziner vs. Unternehmer

  1. Es kann sich kein “ Privater“ Arbeitgeber leisten, den vollen Lohn zu bezahlen, für keine Arbeit, es sei der “ Unternehmer“ hat das richtige “ Buch“ und Zugriff auf das Säckle de Publico. Ich habe heute auch meinen 3 Arbeitern gesagt, das der Lohn runter geht, weil viele Kunden sagten, 3 Monate ist das Zahlen, egal ob Wasser, Strom und dergleichen ausgesetzt wurde. Ich sagte ich bin privat. Antwort, das gilt für alle Unternehmen in diesem Bereichen. Da kann man mal sehen, wie beschränkt die hier sind, Im Supermarkt redet keiner, das die Zahlungen jeglicher Einkäufe für 3 Monate ausgesetzt werden.

    1. Ja. Das sehe ich auch so. Ich bin erstaunt wie gelassen es die Paragauyer (noch) nehmen (können bzw. müssen). Ich meine, nun sitzt die halbe Bevölkerung schon seit 14 Tagen zuhause und darf nicht arbeiten. Jedenfalls sehe wirklich nicht mehr viele Autos, Motos und Fußgänger vorbeifahren/-laufen bei uns. Demnach sind sie zu hause und verdienen nichts. Wie kann das aufgehen?
      Wenn gemäß Statistik 60% die hiesig Bevölkerung nicht auf den Mindestlohn von 300 Euro monatlich kommt gehe ich davon aus, dass diese Menschen auch null Reserven haben. 14 Tage sind immerhin einen halben Monat und es geht ja noch ein paar Wochen so weiter. Kann ja gemäß Schätzungen noch 2-3 Monate bis zurück zur Normalität dauern.
      Ich bin überzeugt, dass die doch etwas arbeiten. Sozusagen zurück zum Tauschhandel und beim Nachbarn irgend etwas basteln im Tausch gehen Felle, Keulen und Feuersteine. Jedenfalls sehe ich bei uns keine Polizeipräsenz. Nur viel ruhiger ist es geworden. Können sich wohl keine Swudi Iglesias CD leisten zur Zeit.
      Und herrlich. Heute der erste Sonntag seit meinem Ausstieg aus dem Petit Grosi an dem es nicht nach Grill und Rauch stinkt (nebst 6 Tagen Müllabfackeltime). Was wahrscheinlich auch erklärt, dass sie keine Lust haben den Ghettoblaster auf 120 dB ins Patio zu stellen.
      So verärgert auch ich über diesen SARS-V2.0-Viru bin, so muss ich schreiben, der erste Sonntag ohne Gestank und Lärm. Laufe schon den ganzen Tag ohne SchuMa-auf und Oropax rum. Ein Novum.

  2. Ich hoffe jeder der fünf anwesenden Globis durfte mal zu Wort kommen und das Mikrofon in die Hand und zwei Millimeter vor dem Mund halten.
    Wenigstens scheint unter Gesundheitsmister Calimero seit Monaten kein Einheimischer mehr an Bienenstichen gestorben zu sein, weil der einzige Arzt eines Distrikts gerade in den Ferien sei und niemand dem Patienten mit Bienenstrichen Medikamente verschreiben konnte.
    „Bisher gibt es 56 Infizierte,…“ das ich nicht lache bei knapp 8 Mio. Halbwilden. Habens auch nur zu fünft schätzen können die Zahl 56. Ab der Schätzung 100 müssens dann noch einen weiteren Amigo mit 7 bis 11 Schul vielleicht abgeschlossen anstellen mit Zahltag bei welchem jeder afrikanische Gesundheitsmister neidisch wird.

  3. Frage ist nur wer die Toten wohin ein rechnet die nun durch Überfälle aus Not heraus sterben werden. 500 Tausend soll den Leuten auf Handy geladen werden aber erst einmal muss es beantragt werden und da reicht das Personal nicht aus diese Anträge zu bearbeiten. Dann ist Annahme Schluss Heute am 28.03.2020 also was soll das bringen. Nur Chaos.Das Geld für Lebensmittel ist gar nichts für eine Familie von 5 Personen und hier gibt es viel größere Familien. Dann hat die Mafia die Preise so erhöht für Lebensmittel, das das Geld ein Scheiß ist.Klar ist für die Mediziner da ein gutes Geschäft. Selbst in Italien und Spanien wo Corona wütet sind die Zahlen der Toten in Prozente gesehen nicht anders als bei einer schweren Grippe Pandemie. 2017/18 wahren 9 Millionen Menschen wegen Grippe in Deutschland beim Arzt in beiden Jahren davon sind in den beiden Jahren 25100 Menschen gestorben,Alte und Kranke Hauptsächlich ,da wurde auch nichts gesperrt und zu gemacht. Die Prozent Zahlen Infizierte und Tote ist zu Heute fast Gleich. Welt weit wahren in den beiden Jahren 17-18 290 bzw 645000 Menschen gestorben.Zur Zeit sind Weltweit 10030 Menschen gestorben. Nur ein Beispiel noch aus Deutschland und alle Zahlen sind überprüfbar Raucher-tote 2018 890000 das sind ca.300 am Tag.Alkohol Tote 74000. Keine Fabriken geschlossen und Geschäfte zu.Migranten werden jeden Tag mit Flugzeuge ins Land geholt jetzt sogar mit Kreuzfahrschiffe.Alles das obwohl die Menschen in Quarantäne leben sollen und Zuhause bleiben sollen. Also ich halte diese Sperre für viel gefährlicher als den Grippe Virus Covid 19.

  4. Was sofort auffällt: 1.) Sitzen doch diese Experten in aller Öffentlichkeit wie die Sardinen dicht aufeinander und ohne eine Gesichtsmaske zu tragen. Was für Vorbilder sind das nur! Typisch paraguayisch – alles halbherzig, nichts konsequent aber Sprüche klopfen daß sich die Balken biegen. 2.) Natürlich wird es zum Spagat, Entscheidungen zu treffen zwischen den berechtigten Forderungen der Wirtschaft und den Anforderungen an die Volksgesundheit. Hier gilt die bekannte Regel: „Allen Leuten Recht getan ist eine Kunst die niemand kann“. Da die paraguayische Kultur vorwiegend eine Kultur der Amigowirtschaft ist, werden so gesehen klare und harte, aber notwendige Entscheidungen den Politiker schwer fallen. Doch noch schwerer wird es sein, die getroffenen Entscheidungen auch durchzusetzen und zu sanktionieren! Genau hier liegt der Schwachpunkt in dieser Krise. Wie weit reicht der Arm der Regierung in einem Land, in dem jeder Provinzfürst, jeder Bürgermeister selbstherrlich entscheidet ohne sich um Gesetze und Bestimmungen zu halten?

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