Das Desaster der Essap

Schon lange brodelte es hinter den Kulissen der Vorstandsmitglieder des staatlichen Wasserversorgers Essap. Nun aber prangerten Gewerkschaftsmitglieder die Missstände in dem Staatsbetrieb öffentlich an. Ein einmaliger Vorfall.

Im Vorstand der Essap befinden sich der Direktor Osmar Ludovico Sarubbi, sein Stellvertreter Carlos Arce sowie Enrique Dami. Lange Zeit brodelte es hinter den Kulissen, was denn überhaupt so in dem Staatsbetrieb passiert. Das meiste wurde vertuscht oder gelang nicht an die Öffentlichkeit. Die Gewerkschaftsführer prangerten nun die diskriminierenden Behandlungen der Beamten an. Außerdem hätte es ungerechtfertigte Entlassungen gegeben und es fehle an den notwendigen Ressourcen, eingehende Aufträge zu bearbeiten.

Des Weiteren behaupten sie, bestehende Aufträge wären gelähmt weil die Direktoren der öffentlichen Institution mit einigen Dingen nicht einverstanden seien. Die führe zu erheblichen Verzögerungen.

Es fehlt aber vor allem an dem notwendigen Baumaterial. Es gibt nicht genug Dichtungen und Rohre umso neue Verbindungen zu erstellen, geschweige denn sie zu reparieren. Telefone sind anscheinend in einer großen Anzahl außer Betrieb. Es gibt keine Ausschreibung dafür, diese wieder in Betrieb zu nehmen. Kundenreklamationen verlaufen im Sand oder können erst gar nicht gemacht werden.

Eigentlich blieb es in der Essap relativ ruhig. Gewerkschaften hielten sich hier eher mit Kritik zurück, im Gegensatz zum Beispiel bei der ANDE. Es ist das erste Mal, dass nun die Arbeitnehmervertretungen gegen Sarubbi Kritik üben und sich vereinigen, der 2013 das leitende Amt übernahm.

Quelle: ABC Color

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3 Kommentare zu “Das Desaster der Essap

  1. Mich wuerde mal interessieren ob es weltweit einen schlimmeren Wasserversorger als ESSAP gibt.
    Der Service ist eine einzige Katastrophe, die (Un-)Art alle Dienstleistungen auszuschreiben ist ein echter Zeit- und Kostenkiller. Da fragt man sich, ob die überhaupt noch selbst was machen ausser Verwaltung.

    Fuer die Leute in Ciudad del Este und Umgebung gibt es aber Hoffnung auf einen privaten Wasserversorger (Modell: PPP, wie jetzt neu im Flughafen). Dieses Modell funktioniert in Suedamerika in einigen Staedten recht gut, auf jeden Fall besser als staatliche Versorger.

    In Deutschland ist dieses Modell gescheitert durch hohe Steuerlasten, Gewinnorienterung der Unternehmen (ist selbstverstaendlich) und der an sich schon sehr guten Wasserversorgung von staatlichen oder teilstaatlichen Versorgern. Aber in Paraguay waere das eine sinnvolle Loesung in den Staedten.
    Problematisch sehe ich nur ein bisschen die Zahlungsmoral vieler Paraguayer.

  2. Es scheint als ob so alle 20 Jahre die Institutionen unter die Lupe genommen werden. Zwischendurch bastelt man irgend etwas, damit irgendetwas gebastelt wird. Meistens ist es zu heiß. Da trinkt man gerne Terere.
    Was soll denn ein „Arzt“ tun, wenn sein können auf ein paar Stunden Grundschule (morgens), „Caso Cerado“ (nachmittags) und einem Padrino, meist der Tio, Hermano oder Primo, beruht? Richtig, nichts.
    Ändern wird sich gar nichts. Die Missstände morgen vergessen. Keine Kontrolle, keine Verantwortung, keine Konsequenzen.
    Das ist leider die traurige Realität der Mentalität.
    Die leidtragenden ist die Bevölkerung und der kleine Arbeiter. Letztere werden wohl kaum dadurch in ihrer Arbeit motiviert, dass eh alles korrupt und dilettantisch ist.
    Man müsste mal die Qualifikation des stinkenden Kopfs überprüfen und Verantwortung zeigen. Nix wird passieren. Selbst wenn sie ihre Promovierung haben, sagt die Realität wohl mehr über deren Wert aus: nix.
    Solchen wir mir sagen sie immer, ich solle doch das Land wieder verlassen, wenn mir etwas nicht passt. Ich sage ihnen, ja ok, dann gebe ich dem Land zwei Jahre und die Infrastruktur des Landes ist zu Boden repariert.

  3. Nur Dummschwätzer und Tagträumer fordern Kritiker auf, das Land wieder zu verlassen, wenn einem Kriminalität, Korruption und vergammelte Infrastruktur als Kritik würdig erscheinen. Von diesen Typen gibt es in diesem Lande mehr als genug. Leider. Zum Trost: dabei handelt es sich um Menschen, die ein allgemein niedriges Bildungsniveau aufzeigen.

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