Das “göttliche Kind Jesus“ betrügt die Armen

Itauguá: Familien mit niedrigen Einkommen, die die Notaufnahme von dem Krankenhaus in Itauguá aufsuchen, werden gnadenlos betrogen. Eine Apotheke mit dem Namen “Das göttliche Kind Jesus“ prellt vor allem die Armen.

Schon 2015 intervenierte das Ministerium für Gesundheit bei der Apotheke, weil es zu Auffälligkeiten bei dem Verkauf von Medikamenten kam. Sie kosten vier Mal mehr als in anderen Apotheken.

Die meisten Patienten, die in das Nationalkrankenhaus von Itauguá kommen, haben knappe Ressourcen. Weil das Hospital nicht alle Medikamente zur Verfügung hat, müssen einige von privaten Apotheken vor der Gesundheitseinrichtung gekauft werden.

Wenn die Verwandten der Kranken mit den Rezepten aus dem Hospital kommen beginnt die Betrugsmasche. Eine Person auf dem Motorrad erscheint, die Hilfe bei der Besorgung der entsprechenden Arzneimittel anbietet. Es werden verschiedene Tricks angeboten, wie zum Beispiel, dass man erst nach zwei Tagen bezahlen muss, ohne zusätzliche Kosten oder Zinsen mit Super-Rabatten.

Auf diese Weise werden die Opfer in die Apotheke “Divino Niño Jesus“ gelockt. Francisco Martinez war überrascht, als sie feststellte, dass er, im Vergleich zu anderen, für die gleichen Medikamente vier Mal mehr bezahlte. Für ein Arzneimittel musste er 135.000 Guaranies hinlegen während andere nur 40.000 Gs. zahlten.

Als bei der Apotheke nachgefragt wurde, warum denn die Preise so hoch seien, wurde geantwortet, dass keine Apotheke die gleichen Preise bei Medikamenten habe und ihre Produkte von höchster Qualität seien. Des Weiteren wurde darauf hingewiesen, dass die Familienangehörigen der Patienten kein Geld für die Arzneimittel bezahlen müssen, sondern nur eine Anzahlung notwendig sei. Es gäbe einen zinslosen Kredit über mehrere Tage.

Am 28. Juli 2015 intervenierte die Generaldirektion für Gesundheitsüberwachung vom Gesundheitsministerium in vier Apotheken in der Nähe des Nationalkrankenhauses von Itauguá. Es wurde dabei eine große Menge an Medikamenten beschlagnahmt, die aus dem Krankenhaus und dem IPS gestohlen worden waren. Auch abgelaufene Medikamente beschlagnahmten die Ermittler. Hinzugezogen bei dem Fall wurden die Staatsanwaltschaft und die Abteilung für Wirtschaftskriminalität der Nationalpolizei. Die vier betroffenen Apotheken waren “La Salud“, “San Ignacio“, “Lety“ und “Divino Niño Jesús“.

Wochenblatt / ADN Paraguayo

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4 Kommentare zu “Das “göttliche Kind Jesus“ betrügt die Armen

  1. „Am 28. Juli 2015 intervenierte die Generaldirektion für Gesundheitsüberwachung … in vier Apotheken …“
    Das war, Moment, aha, vor 2,5 Jahren. Dann, großes Lob an die Generaldirektion, wieder einmal zu kontrollieren. Oder ist dieser Artikel erst die Ankündigung, dass dann nächste Woche Kontrollen stattfinden werden?

  2. Betrug wo man hinschaut! Man gehe nur mal in die Bautista- oder Lacosta-Apotheke. Dort bekommen Mitglieder einen „großzügigen“ Preisnachlaß auf die Medikamente. Das auffällige daran ist nur, daß man die gleichen Medikamente in anderen Apotheken ohne Rabatt günstiger bekommt. Ich lebe nun schon lange genug in Paraguay um festzustellen, daß man in diesem Land beinahe überall über den Tisch gezogen oder dreist betrogen wird, wenn man nicht höchste Vorsicht walten läßt. An Einfallsreichtum, wie man ohne Arbeit zu Geld kommen kann, fehlt es hier kaum jemanden. Ein anderes Beispiel: In einer bekannten Supermarktkette des Landes finden sich stets Waren ohne Preisauszeichnung. Wer sich darauf verläßt, daß die am Regal angebrachten Preise mit dem darüber befindlichen Artikel übereinstimmen ist der Dumme. Systematisch werden die Preise dem falschen Artikel zugeordnet. Damit, daß wir in einem „Dritteweltland“ leben kann das alles nicht entschuldigt werden. Das ist schlicht und einfach dumm-dreister Betrug und sitzt tief.

  3. Die Bolivianer hatten wohl schon recht als ich dort im Urlaub war, sie bezeichneten alle paraguayer als Lumpen Drogendealer und Diebe, ich war entsetzt, merke aber immer mehr…es stimmt!

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