Das “wirtschaftliche“ Wunder der Jungfrau

Caacupé: Viele Pilger warten auf ein Wunder der Jungfrau von Caacupé, indem sie mit ihren Gebeten hoffen, Gehör zu finden, in Bezug auf Gesundheit oder anderen Dingen. Einige erfahren aber wirklich ein wahres “wirtschaftliches“ Wunder.

Als der Dezember mit seinem unverwechselbaren Aroma von Kokosblüten, Melonen, Mangos und dem hypnotisierenden Lied der Zikaden ankommt, erinnern sie uns daran, dass wir kurz vor dem Ende des Jahres stehen Das Fest der Jungfrau von Caacupé markiert den Dezember.

Schon Kinder erfahren, wie wunderbar die Jungfrau ist und die Pilger, Tausende von ihnen, kommen zu ihr und fragten nach Trost für ihre Krankheiten, für ihre müden, gequälten oder kranken Gesichter.

Wenn die Novene beginnt, begleiten neben den Pilgern auch eine andere Gruppe von Menschen den Feiertag, “die Verkäufer“, die versuchen, „ihren Reibach zu machen“.

Die wichtigen Utensilien und nicht so sehr Hotels und Privatunterkünfte, sondern Rosenkränze, Kerzen, Lebensmittel aller Art und für jeden Geschmack, Wasser, Schirme und was wir uns nur vorstellen können, werden wir heutzutage in Caacupé auf diese Weise vorfinden. Mit diesen formellen oder informellen Verkäufen wird eine große Menge Geld generiert und so haben viele paraguayische Familien etwas Besseres auf dem Tisch zum Essen, das sie mit ihren Familien auf dieser Party teilen können.

Wenn man den Schwarm von Verkäufern gesehen hat, wie Kinder darauf bestanden, Rosenkränze mit unüberwindlichen Schnäppchen nach dem anderen zu kaufen und angesichts dieser Unschuld und dieses Unheils ein kostenloses Lächeln bekamen, ist schnell klar, dass in Wirklichkeit die Jungfrau “Realität“ ist. Sie vollbringt Wirtschaftswunder, die den Dezember zu einem Erfolgsmonat machen kann, zumindest für einige.

Wochenblatt / El Independiente / Foto Archiv

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11 Kommentare zu “Das “wirtschaftliche“ Wunder der Jungfrau

  1. Ich mußte gestern leider durch Caacupe fahren und erlebte hautnah diesen Kommerz. Mich erinnert das sehr an die Geschichte von Jesus, wie er die Händler mit der Peitsche aus dem Tempel trieb und dabei sagte: „Ihr habt aus meines Vaters Haus eine Räuberhöhle gemacht“. Einfach nur widerlich dieses ganze Treiben. Und wenn man dann noch sieht, wie viel Abfall bzw. Müll überall auf den Straßen und entlang der Routa 2 hinterlassen wird – es wird einem dabei ganz schlecht und die pure Abscheu übermannt einen. Mit christlichem Glauben und der Nachfolge Jesus hat das alles überhaupt nichts mehr zu tun. Doch die Katholische Kirche akzeptiert diesen widerlichen Rummel.

    1. Dito. Jeder versucht nur sein Geschäft zu machen, hektisches Treiben, rücksichtsloses Miteinander, Gestank nach Urin.
      Liegt es nun an den Menschen, oder deren Umständen, dass es sie dorthin zieht?

      1. Aus der Reie: Peteudende Intellekteule des 21. Jahrunderts

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        Sowohl als auch. In gewissen SInne ist der Mensch so, dass er Gruppen und Massen gerne hat aber solange die Menschen wegen jedem Guarani, Cent etc. rennen müssen, wird es so aussehen. Das ist unser System und es gibt genug, die meinen, dass alle Grenzen aufgemacht werden sollten, damit jeder weltweit jedem Cent hinterherlaufen kann. Dieses Chaos wollen wir niemals sehen und wir können auch nur hoffen, dass wir es niemals sehen müssen. Aber dennoch: Wer so etwas kritisiert ist ein Hetzer und hat nichts aus seinem Leben gemacht. Hauptsache ihr seid gut und Experten. Lacher!!!

        1. mach bloß nicht die Türen auf, sonst ist dein Wohlstand ganz schnell im Eimer, wenn Herkunft nicht mehr über den sozialen Rang entscheidet. Das gilt sowohl national als auch international.

          1. Aus der Reie: Peteudende Intellekteule des 21. Jahrunderts

            Von dir brauche ich sicher keine Anweisungen. Lacher!!! Was ihr immer herumlabert funktioniert im realen Leben nicht und damit sind wir fertig.

          2. ich dachte der Links-Faschismus ist schon lange an der Macht? was denn nun?
            Anweisungen? wo denkst du hin? was interessiert mich dein Leben? geschenkt!

          3. Offenbar interessiert dich das sehr. Ansonsten würdest du ja nicht schreiben? Und welche Regierung außer einer linken gibt es denn in Alemania?

  2. Faehrt man heute durch Caacupe, denkt man auf einer Muellkippe zu sein. An manchen Stellen liegt der Kehricht kniehoch. Eine Religion der Verwuestung und Verseuchung, nicht nur der Hirne?

    1. Seltsam, lieber Manni und Werner.
      Ich wohne mitten in Caacupe. Gestern morgen war der Müll wirklich überall. Am Nachmittag alles picobello geputzt und sauber. Es wird jedes Jahr noch besser.
      Und positiv ist weiter: die Pilger sind sehr anständig. Kein Gegröle, keine Besoffenen, keine Belästigungen. Seit 20 Jahren wirklich positiv.

  3. Für viele Menschen ist die Novena DIE Einkommensquelle des Jahres.
    Was ist daran widerlich oder böse?
    Jeder muss schauen, wie er über die Runden kommt.
    Leider bekommt nicht jeder hier eine fette Rente aus DACH.
    Was echauffiert ihr euch über die Geschäftstüchtigkeit der Händler hier?
    Verschenken die Standbetreiber auf den Weihnachtsmärkten in Europa ihre Waren an die Besucher?
    Oder wird da mal wieder mit zweierlei Maß gemessen?
    @Hans Iseli
    auch ich fuhr heute schon in Caacupé herum. Und zwar schon vor 7 Uhr.
    Da lag kaum noch Müll herum, fast alles war schon säuberlich in gelbe Säcke verpackt am Straßenrand zur Abholung bereitgestellt. Und die Müllautos waren schon am Einsammeln.
    Was mich allerdings bei jedem Fest ein wenig ärgert ist, daß die Municipalidad vorher so gut wie alle Müllcontainer und -tonnen einsammeln läßt.
    Selbst wenn man wollte, könnte man seinen Abfall nicht korrekt entsorgen.
    Diese Politik verstehe ich wirklich nicht.

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