Dengue bedroht komplette Familie

Asunción: In der Hauptstadt zu wohnen bedeutet nicht in Sauberkeit zu wohnen. Das wissen die Bewohner der Chacarita besonders gut. Sie sind besonders gefährdet.

Victoria Velázquez (43) hält das Foto ihrer Tochter Jessica Elizabeth Navarro Velázquez (23) in den Händen. Darauf zu sehen ist sie mit einem breiten Lächeln. Dieses wurde am 17. Januar 2018 ausgelöscht – durch Dengue. Ein Kind von zwei Jahren wird Waise.

Insgesamt fünf Familienmitglieder erkrankten dieses Jahr an Dengue. Alle leben im Stadtteil Ricardo Brugada, auch bekannt als Chacarita, wo seit Dezember 2017 eine Art Dengue Epidemie ausgebrochen ist.

Nach der Beerdigung von Jessica fühlte sich ein weiterer Sohn schlecht. Nelson Nicolás Navarro (28) ist seit dem 19. Januar im Tropeninstitut der Hauptstadt auf der Intensivstation. “Zwei Kinder in einer Woche zu verlieren wäre besonders viel“, sagte Mutter Victoria, die sich selbst von ihrer zweiten Dengue Erkrankung erholt.

Gedemütigt und müde sitzt Victoria auf einem Stuhl in ihrem Hof. Sie selbst hat noch Fieberschübe und Kopfschmerzen. Jessica zeigte erste Symptome der Krankheit als sie ihre Mutter im Tropeninstitut beistand. Sie konsultierte am 11. Januar und wurde direkt dabehalten. Am Samstag den 13. Januar wurde sie jedoch entlassen und kehrte in ihr Haus zurück. Ihr ging es wieder schlechter und sie wurde wieder ins Tropeninstitut gebracht. Da kam sie auf die Intensivstation und verstarb am 17. Januar. Warum wurde sie nach zwei Tagen entlassen, fragt sich nun die Mutter.

In Victorias Familie traf es zuerst den 7-jährigen Enkel, kurz nach dem Jahreswechsel, dann Victoria selbst, danach Jessica, gefolgt von Milagros (11) und schlussendlich Nelson (28). Der einzige, der nicht ein einziges Mal krank wurde ist der Vater der Familie, Osvaldo Navarro (48).

Seit 23 Jahren lebt die Familie in der Chacarita. Zum ersten Mal erkranken so viele Menschen an der Viruskrankheit.

Wochenblatt / Última Hora

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