Der Aufstieg und der Fall von Fahd Jamil

Pedro Juan Caballero: Als Partner von mehreren Präsidenten und Generälen dominierte er drei Jahrzehnte lang Amambay und Mato Grosso. Von der brasilianischen Justiz und der PCC verfolgt, gab er auf, um seine letzten Tage im Gefängnis zu verbringen.

Im Oktober 1978, auf einem trostlosen und staubigen Feldweg versuchten vier Lastwagen mit 1.200 Säcken Kaffee, die trockene Grenze von Brasilien nach Paraguay zu überqueren, etwa 30 Kilometer von Ponta Porã (Mato Grosso do Sul) und Pedro Juan Caballero (Amambay) entfernt.

Als sie eine Kurve durchfuhren, versperrten ihnen mehrere Patrouillenfahrzeuge der brasilianischen Bundespolizei den Weg, wobei Waffen aus allen Richtungen auf sie gerichtet waren. Die bewaffneten Männer beschlossen, sich wegen der zahlenmäßigen Überlegenheit zu ergeben.

Die von der Bundesjustiz geleitete Untersuchung stieß auf viele Hindernisse der regionalen Behörden, führte jedoch im Juli 1980 zur Festnahme des Eigentümers der Ladung: Fahd Jamil Georges, ein mächtiger brasilianischer Geschäftsmann türkischer und syrischer Abstammung mit mehreren Liegenschaften in Brasilien und Paraguay, die ihn den „Paten“, den „Türken“ und den „König der Grenze“ nannten.

Von den Fotos dieser Verhaftung blieb nur eines übrig, das von der bekannten brasilianischen Zeitschrift Veja mit dem Titel „König im Gefängnis“ veröffentlicht wurde. Darin posiert der 39-jährige Fahd Jamil mit fünf anderen Schmugglern auf einer Polizeistation in der Stadt Curitiba im Bundesstaat Paraná.

Die Zeitungen in Rio und São Paulo wurden beschlagnahmt, bevor sie in der Region verteilt wurden. „Die Ausgaben von Veja, auf denen das Foto von Jamil im Gefängnis zu sehen war, wurden auf dem Weg vom Flughafen nach Campo Grande abgefangen“, erzählt die Schriftstellerin Marisa Bittar.

Die Fernsehsignale von Rede Globo und anderen Kanälen wurden vor der Übermittlung der Nachrichten gestört. „Die lokalen Medien erhielten ein Memo vom stellvertretenden Chef der Landesregierung, in dem sie daran erinnerten, dass sich ein Freund im Gefängnis befände und dass nichts veröffentlicht werden sollte“, so Edivaldo Bitencourt, Herausgeber der journalistischen Website O Jacaré.

Jamil nutzte seinen Einfluss und kam innerhalb weniger Wochen frei. Der Gouverneur von Mato Grosso do Sul, Pedro Pedrossian, empfing ihn, als er das Gefängnis verließ, und entschuldigte sich dafür, dass er ihn nicht daran hindern konnte, inhaftiert zu werden. Der Pate versprach, dass er nie wieder einen Fuß ins Gefängnis setzen würde, was er bis vor wenigen Tagen halte konnte, als er seiner eigenen Geschichte nicht mehr entkommen konnte.

Als Sohn von Jamil Georges und Zine Georges, ein paar Einwanderer syrischer und türkischer Abstammung, die sich in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts in Ponta Porã, Brasilien, an der Grenze zu Paraguay niederließen, war Fahd Jamil Georges, bekannt als Fuad in seinem Kreis der bekannteste. Er hatte sieben weitere Geschwister. Einer von ihnen, Gandi, wurde zwischen 1983 und 1991 brasilianischer Abgeordneter von Mato Grosso do Sul.

„Fuad erlangte ab den 1970er Jahren in der Region Ponta Porã Ruhm und Macht, als er Whisky- und Kaffeeschmuggler wurde: Er brachte den Whisky von Paraguay nach Brasilien und die Bohnen von Brasilien nach Paraguay. In den nächsten zwei Jahrzehnten würde er seine Logistik nutzen, um mit Waffen zu handeln“, hebt eine Untersuchung von Allan de Abreu aus der 2020 veröffentlichten Zeitung Folha de São Paulo hervor.

Die InSight Crime Stiftung, die auf das Studium der Mafia spezialisiert ist, stuft ihn als „erfahrenen Drogenhändler“ oder „Veteran“ ein und erklärt: „Jamil, der sich in Paraguay als wohlhabender Landbesitzer und Pferdezüchter präsentierte, hatte unter seinen Freunden den ehemaligen paraguayischen Diktator Alfredo Stroessner und ehemaliger Präsident Andrés Rodríguez (1989-1993). Er hat auch Geschäfte mit dem ehemaligen Präsidenten Horacio Cartes (2013-2018) gemacht, der zugab, Zahlungen von ihm erhalten zu haben“.

Der damalige Oberst Lino Oviedo, der in den 1980er Jahren Leiter der Kavallerie Division in Amambay war, wird als einer seiner engen Freunde und Geschäftspartner in illegalen Geschäften erwähnt. Es wird auch erwähnt, dass er sehr enge Beziehungen zum Geschäftsmann und späteren Präsidenten Juan Carlos Wasmosy hatte.

Jamil, Inhaber von Geschäften, Estancias und Grundstücken auf paraguayischer Seite, wurde zu einer der mächtigsten Persönlichkeiten auf beiden Seiten der Grenze. In Pedro Juan Caballero war das prunkvolle Hotel Casino Amambay seine Hauptgeschäftsbasis, die von Film- und Fernsehschauspielern, Models und berühmten Sportlern besucht wurde. Sein befestigtes Herrenhaus in Ponta Porã, nur wenige Blocks von der internationalen Allee entfernt, ist eine Nachbildung des legendären Herrenhauses von Graceland des Sängers Elvis Presley.

In den 1980er Jahren war es ein offenes Geheimnis, dass der Pate den Drogenhandel, hauptsächlich Kokain, in Absprache mit einem anderen mächtigen brasilianischen Drogenboss, João Morel, kontrollierte, der Marihuana aus der Region Capitán Bado monopolisierte.

Um seine Macht zu stärken, hatte Jamil nach den Akten des Campo Grande Justice eine Bande zusammengestellt, die auf direkten Befehl seines Sohnes Daniel Alvares Georges, und seines Neffen Luiz Henriques Rodríguez Georges, alias Tulú, diejenigen ermordeten, die als Hindernisse für ihre Geschäfte angesehen wurden.

Praktisch niemand stellte sein Reich in Frage, bis ein rücksichtsloser paraguayischer Journalist namens Santiago Leguizamón begann, ihn in seinen Berichten zu erwähnen, was am 26. April 1991, dem heutigen Tag des Journalisten, sein Todesurteil wurde.

Wochenblatt / Última Hora

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5 Kommentare zu “Der Aufstieg und der Fall von Fahd Jamil

  1. Moyses Comte de Saint-Gilles

    Schon zur Zeit Artigas‘ in Paraguay war Paraguay bekannt als ein Land mit verlotterten Sitten.
    Leider ist es mir nicht moeglich diese Daten des Standesamtes von Paraguay in Bildformat in Text zu verwandeln so poste ich den Bildlink halt hier.
    https://books.openedition.org/ifea/docannexe/image/4500/img-3.jpg
    Dieses sind Daten des Standesamtes von Paraguay wo man uneheliche Kinder und eheliche Kinder statistisch erfasst (damals offenbar noch wichtig).
    Es ist bezeichnend dass Villa Rica wohl eine Bevoelkerungszahl 3mal so gross hatte als Asuncion. Es war ja auch die Zeit wo Villa Rica sich damals unabhaengig machen wollte von Asuncion.
    Folgende Daten werden aufgefuehrt fuer Asuncion (Jahre ueberspringe ich oft): 1811 war die Unabhaengigkeit von Paraguay und bis dann hatten die Spanier das Sagen.
    1818 waren 48% eheliche Kinder und 51% uneheliche Kinder.
    1820 waren 42% eheliche Kinder und 57% uneheliche Kinder.
    1835 waren 20% eheliche Kinder und 79% uneheliche Kinder.
    1848 waren 23% eheliche Kinder und 76% uneheliche Kinder.
    1858 waren 23% eheliche Kinder und 76% uneheliche Kinder.
    1860 waren 21% eheliche Kinder und 78% uneheliche Kinder.
    1862 waren 17% eheliche Kinder und 82% uneheliche Kinder.
    Eheliche Kinder = wurden in Ehen hineingeboren wo Vater und Mutter anwesend waren die das Kind zeugten.
    Uneheliche Kinder = Vater oder Mutter alleinstehend und nicht verheiratet bzw nicht konkubiniert mit dem Zeugungspartner.
    Anscheinend hielten die Spanier mehr oder weniger die Moral so weit es ging aufrecht. Schon zu Dr. Francias Zeiten waren die Sitten verlottert der 1840 starb. Kurz nach der Unabhaengigkeit (1811) waren 1818 noch die Sitten relativ im Rahmen des Moeglichen verglichen zu den Zeiten nachher. Rum 1860 kam dann wohl schon der Marschall Francisco Solano Lopez auf den Thron (ich glaub Antonio Lopez starb rum 1860) und sofort verlotterten alle Sitten zusehends mehr.
    Sie sehen also dass auch im sogenannten Wirtschaftsboom der Lopez die Sitten sich zusehends verschlechterten.
    Hier sind die Gruende der Ehescheidungen aufgefuehrt von damals.
    https://books.openedition.org/ifea/docannexe/image/4500/img-6.jpg
    Die Frauen gingen 5mal so haeufig fremd als die Maenner die dann die Scheidung einreichten: 86% der Frauen initiierten die Scheidung und 14% der Maenner. Die Frauen hatten also damals schon mehrere Beziehungen am Laufen. Eine gute Lektion fuer die heutige Situation.
    Ehebruch/Untreue 37% der Maenner und 91% der Frauen die deswegen geschieden wurden.
    Ursachen weswegen die Frauen sich von den Maennern schieden:
    Versklavung/Koerperliche Misshandlung 88% der Maenner die deswegen geschieden wurden. (Die Frau wurde als bedienstete Magd gehalten)
    Fehlen von Nahrungsmittel 37% der Maenner die deswegen geschieden wurden. (Achtung! Dies ist wichtig)
    Untreue 37% der Maenner die deswegen geschieden wurden. (recht wenig im vergleich der 91% bei den Frauen)
    Lebensgefahr/Drohen die Frau umzubringen 22% der Maener die deswegen geschieden wurden.
    Alkoholismus/Spielsucht/Ehrenbewahrung je 9% der Maenner wurden deswegen geschieden.
    Verlassen 19% der Maenner die deswegen geschieden wurden.
    Gewalt 21% der Maenner die deswegen geschieden wurden.
    Ursachen weswegen die Maenner sich von den Frauen schieden:
    Ehebruch 91% der Frauen die deswegen geschieden wurden.
    Verlassen 27% der Frauen die deswegen geschieden wurden.
    Ehrbewahrung 27% der Frauen die deswegen geschieden wurden.
    Lebensbedrohung/Gewalt/Impotenz je 9% der Frauen die deswegen geschieden wurden.
    Jetzt wissen sie woran sie bei paraguayischen Frauen sind. Diese gehen aus sich selbst fremd und baendeln an. Seit eh und je offenbar. Auch zeigt das dass die goldenen Wirtschaftsjahre zur Zeit der Lopez nicht ganz so goldig waren. Immerhin gingen 37% der Ehen kaputt weil die Familie schlichtweg nichts mehr zu essen hatte. Interessante Daten sind das.
    Sie sehen also dass die Spanier den Karren recht gut am laufen hielten und die Dekadenz setzte mit der Unabhaengigkeit ein. Die ganze Sittenlosigkeit ist keineswegs ein neues Phaenomen unserer demokratischen Zeit oder gar „wegen Stroessner“ wie so viele behaupten. Es ist eher Stammessitte der Guaraniindianer. Vor allem markant wie sich die Sitten verrohten unter Francisco Solano Lopez.

    1. Moyses Comte de Saint-Gilles

      Fuer solche wie sie sind nur Verschwoerungstheorien, Reiseziele und was und wo es was zu essen und saufen gibt, interessant. Das kennt man schon zur Genuege von den angereisten DACH’lern.
      Atheisten interessiert halt nur Vergnuegen, Fressen und Saufen und dann noch Sexualorgien – sonst nichts.
      Sogar der Geschichtssinn ist den Deutschen abhanden gekommen. Etwas fuer mich vollkommen unverstaendliches.
      Die Deutschen sind schon lange nicht mehr „ein Volk der Dichter und Denker“.
      Verlotterte Sitten allewege.
      Verstehen sie eigentlich was ich da gesagt habe? Das was ich da brachte ist ja die Bestaetigung dass u.a. die Korruption praktisch auf die indianischen Guarani Braeuche zurueckgeht. Die Vielweiberei in Paraguay sind unterschwellige indianische Stammeskulturen.
      Desweiteren zeigen dir ja diese zeitgenoessischen Dokumente von 1840 durchaus dass die Missstaende die wir heute anprangern bei den Paraguayern gerade auf die indianische Stammeskultur zurueckgehen und damit „das Volk“ korrupt ist und an jeglichen Missstaenden nicht die Politiker, Regierung oder NWO, Freimaurer, „Eliten“, Weltgesundheitsorganisation oder sonstige Verschwoerungsgruppen schuld sind. DAS VOLK war schon 1820 so und ist es heute weiter so.
      Das was ich da uebersetzte stammt aus damaligen Quellen und die die Ursache genau identifizieren: das Volk ist das Problem.
      Es hat mir die Augen geoeffnet das zu lesen denn das zeigt deutlich: frueher war es nicht notwendigerweise besser.
      Aber Leute deren Gott der Bauch ist (Gottlose), die haben anscheinend jegliche Kultur verloren und sind komplett abgestumpft „wie ein Vieh“.
      Nur ein Christ ist wach und versteht die Zeichen der Zeit – oder sollte es wenigstens.
      Sie xyz sind ein blinder Vogel…

  2. Junge, junge, junge was ist nur los mit dir? Wie kann man nur so durchgebrannt sein wie du? Jeden Tag muss ich mir hier diesen Abfall geben den du von dir gibst. Jeder Cracksüchtige am Frankfurter Hauptbahnhof tischt einen weniger geistigen Dünnschi** als du.

    1. Moyses Comte de Saint-Gilles

      Sie aergern sich wohl dass der Pornoring aufgedeckt wurde. Auch scheint es ihnen nicht zu passen wenn ich hier die Sinnlosigkeit der LGBTIQ Bewegung aufdecke.
      In diesem Artikel zeigte ich nur auf dass das paraguayische Volk an fuer sich diese perversen Strukturen als kulturellen Hintergrund, und zwar als Stammeskultur, aufweist. Das scheint ihnen nicht zu passen und sie moechten lieber die bisher gebrachten Klischees des indianischen Gutmenschen nachlaufen. Klar passt es den Gruenen nicht wenn man den Indianer so zeigt wie er wirklich war und heute noch ist. Niemand scheint es recht zu passen dass das Christentum fuer all das Gute verantwortlich ist und die indigenen Naturvoelker und Religionen immer steinzeitlich waren. Auch von den Germanen kann man anno dazumal nicht behaupten dass diese „eine Hochkulture“ entwickelt hatten. Schon nur die germanische Kriegsfuehrung zeigt dir deren steinzeitliche Kultur. Im Kampfe keiften und schrien die Weiber von der Schildburg her damit die angesoffenen Maenner nicht sofort das Weite suchten – dazu rissen sie sich auch die Kleider vom Leibe um den Toelpeln von Maennern beim Anblick der Reproduktionsorgane Mut zu machen. Sowas kann man kaum „Hochkultur“ nennen. Auch scheint es ihnen nicht zu passen dass man nicht ganze Voelker in die Sucht der Drogen fuehren sollte.

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