Der Fall Gramont Berres

Paraguay wurde im August vor einem US-amerikanischem Gericht auf die Zahlung von 85 Millionen US-Dollar verklagt. Die Klage wurde von dem italienischen Versicherer Seziones Speciale per L’assicurazione del Credito All’esportaziones (SACE) eingereicht und ihre Grundlage wird von der paraguayischen Regierung bestritten.

Von 1986 bis 1987 berief der ehemalige Diktator Alfredo Stroessner den Argentinier Gramont Berres vorübergehend als Botschafter nach Italien. Während dieser Zeit beantragte Berres im Namen Paraguays zwei Kredite bei der Genfer Bank Overland Trust. Das als Garantie für den Kredit verwendete Bürgschaftsschreiben des paraguayischen Kongresses wurde nach Ansicht der Regierung gefälscht, der Kongress hatte hierzu niemals eine Genehmigung erteilt.

Später kaufte ein Konsortium von zehn Banken unter der Führung von Paribas (Frankreich) die Schuld auf und verklagten den vermeintlichen Schuldner in der Schweiz, am 31. Mai 2005 wurde den Banken vor dem höchsten Schweizer Gericht Recht gegeben und Paraguay zur Zahlung von 85 Millionen USD verurteilt. Die Regierung unter Nicanor Duarte Frutos verweigerte die Zahlung und wies das Urteil zurück. Später kaufte SACE, die mehrheitlich dem italienischen Staat gehört, die Schuld für 24.900.000 Euro auf und klagt nun in New York.

Am Montag gab es im Regierungspalast ein Gipfeltreffen der drei Staatsgewalten mit dem Landespräsidenten, Horacio Cartes, dem Präsident des obersten Gerichtshofs, Antonio Fretes, und Mario Abdo Benítez, dem aktuellen Vorsitzenden des Kongresses. Weiter waren der Prokurist des Landes, Roberto Moreno, der Außenminister, Eladio Loizaga, der Finanzminister, Santiago Peña, und der Kabinettschef, Juan Carlos López Moreira, zugegen.

Nach einer einstündigen Debatte erklärten die Versammelten die Forderung einmütig als „illegal und illegitim“. Der Außenminister sprach von einer unechten Schuld, die nicht Gegenstand der Anerkennung durch den paraguayischen Staat sei. Präsident Cartes erklärte, man würde die besten Anwälte New Yorks mit dem Fall beauftragen und schloss auch eine Behandlung durch den Internationalen Gerichtshof nicht aus.

Quelle: ABC Color, Foto: Última Hora

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5 Kommentare zu “Der Fall Gramont Berres

  1. wer hat denn das Geld eigentlich bekommen? Hat das der Berres persönlich eingesteckt oder ist es beim paraguayischen Staat gelandet? Die Antwort darauf würde uns Lesern das Verständnis erleichtern und eine Einordnung der tatsächlichen Schuld ermöglichen. Der Empfänger ist zu belangen und vor Gericht zu bringen.

  2. Mit dem Geld wurde unter anderem eine Konserven- und Saftfabrik in La Colmena errichtet, komplett ausgeruestet und diese ging nie in Betrieb. Nachdem jahrelang dort von Wachdiensten und der Polizei Wache geschoben wurd, fingen dann die Ameisen dort an zu arbeiten. Es fing ganz harmlos am Pfoertnerhaus und der Waaganlage an und frass sich dann durch die Innereien der Fabrik und den Buerotrakt.
    Zum Schluss wurde die ganze Hallenanlage und die Destilationskolonne, die Trafos, der Aussenzaun samt Pfosten und manches mehr aufgefressen.
    Heute ist das Gelaende verwildert und nur noch riesige Betonplatten und eine Art Keller sind noch sichtbar.
    Diese Firma hiess Rosi S.A.

  3. Wie hoch waren die 2 Kredite, sind diese dort komplett hinein geflossen? Warum ist die Anlage nicht in Betrieb gegangen? Die Bürgschaft müsste sich ja auch auf Echtheit prüfen lassen. Der Gerichtsstandort ebenfalls. Die Abzocker kennen wir ja in VSA.

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