Der Mythos Alfredo Stroessner

Asunción: Kaum ein Mann polarisierte so wie er: Alfredo Stroessner. Heute ist sein Todestag. Die Ankündigungen über die Rückführung seiner sterblichen Überreste nach Paraguay konnten immer noch nicht umgesetzt werden.

Ein Tag wie heute, aber im Jahr 2006, starb Alfredo Stroessner im Alter von 93 Jahren in einem Krankenhaus in der brasilianischen Hauptstadt. Nach dem Militärputsch unter der Führung des Generals Andrés Rodríguez war er 1989 gezwungen gewesen, die Macht abzugeben und das Land zu verlassen.

Seine letzten Tage lebte er in einer Residenz von Brasilia. Die sterblichen Überreste von Stroessner ruhen auch auf dem Friedhof der brasilianischen Hauptstadt, wo er in einem blauen Anzug, einem weißen Hemd und dem Abzeichen der Colorado Partei im Knopfloch begraben wurde. Damit endete seine fast 17-jährige Verbannung. Nach seinem Tod konnten die Verwandten seine sterblichen Überreste trotz der Ankündigungen nicht zurückführen.

Als sein Enkel Alfredo Stroessner Domínguez 2012 Senator war, hatte die Familie beschlossen, aufgrund der Proteste der Opfer der Diktatur, nicht auf eine Rückführung zu bestehen. Der damalige Senator hatte jedoch gesagt, sie könnten die sterblichen Überreste “zum gewünschten Zeitpunkt“ zurückbringen.

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6 Kommentare zu “Der Mythos Alfredo Stroessner

  1. wieso Mythos? die „Sehnsucht“ nach Diktatoren findet überall da Gehör, wo das mit der Demokratie nicht so funktioniert. Wo die Kriminalität überhand nimmt, ist der Ruf nach Ordnung und Struktur halt lauter. Selbst von Landwirten, Beamten und Geschäftsleuten hört man das „unter Stroessner“. Unsereiner hält sich da lieber zurück.

  2. ..wir marschierten vor ihm in ehrfurcht…und wenn wir halbtags in die nächste Ortschaft zum einkauf fuhren schlossen wir unsere Wohnung nie ab…es wurde nie was gestohlen…heute unvorstellbar…man schließt ab wenn man zum Nachbarn geht……

  3. Kuno Gansz von Otzberg

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    Die Mentalitaet war damals auch anders und es gab eben so bei 3 Millionen Menschen im Land anstatt 7 Millionen Taugenichtse.
    Der „Geist“ in den Menschen war damals anders – das sagen auch die meisten Mennoniten.
    Das bedeutet es konnten damals weniger Menschen ihre Finger in den Staatstrog stecken und diesen als Selbstbedienungsladen benutzen. Der Zugang zu oeffentlichen Funktionen war damals limitierter wo man Demokratie wollte um endlich auch mal an den Trog zu duerfen. Die Menge der vom Trog saugenden verringert halt die Qualitaet des Gesoeffs und vor allem die Menge und es gibt ein Gerangel um den Platz an der Sonne so dass die Leute missmutig werden. Deswegen verringert die Korruption eben die Lebensqualitaet einer Gesellschaft und eines Landes. 1989 klang es aber garnicht so als ob man Stroessner mehr wollte sondern man erhoffte sich glorreiche Zeiten von der Demokratie.
    Dasselbe ja in Suedafrika – nach der Apartheid 1994 explodierte die Geburtenrate der Neger dort so dass die Bevoelkerung sich praktisch verdoppelte aber eben die Landmasse (Lebensraum wurde es bis 1945 genannt) sich nicht erweiterte. Folglich wurde man gezwungen auf engerem Raum miteinander auszukommen wo immer mehr Ressourcen mit immer mehr Leuten geteilt werden mussten was eine Ellenbogenmentalitaet hervorbrachte.
    Zudem wurde ja die Welt dank des Internets immer mehr vernetzt und der Mensch durch Technologie immer mehr ersetzt mit gleichzeitiger Abnahme des Glaubens an Jesus Christus.
    Daher, kam immer mehr Ungerechtigkeit auf die dann den Glauben (Agape Liebe) und die Liebe zu Gott und den Menschen (Naechsten) abwuergte.
    Wenn das Gras (Yerba) immer teurer wird so trinken immer mehr bei anderen mit und so bleibt immer weniger Gras fuer jeden einzelnen uebrig.
    Frueher wuden Volksvernichtungskriege ueber Ressourcen gefuehrt – Kelten in Frankreich, ganze griechische und thrakische Staedte wurden von den Roemern eingekesselt und alle Bewohner als Sklaven verkauft, Juden wurden deportiert als sie staendig rebellierten und 1 Million Juden kamen bei der Belagerung von Jerusalem 70 a.D. um, etc.
    Luft und Raum gibts mehr wenn man z.B. alle Indianer in Paraguay ermorder wuerde: 2 bis 3 Millionen Leute weniger und der Rest der Bevoelkerung greift sich deren Land und so ist mehr Raum im Land fuer die nunmehr 4 Millionen Paraguayer (anstatt 7 Millionen). Rein hypothetisch gesagt, natuerlich.

    1. Mythos Stroessner! KGvO ich lese ja sehr viel und ich verstehe nicht alles, aber hier hab ich so meine Schwierigkeiten. Wie kommt man auf “ Neger, Juden, Indianer, Kelten, Roemern und Jesus Christus“?

  4. Kuno Gansz von Otzberg

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    @lumilu
    Kriege sind Loesungen zum Problem Ueberbevoelkerung. Sollten nicht sein aber in der Praxis sind sie.
    Indianer: loesch sie in Nordamerika aus oder steck sie in Reservate und so wird das Land menschenleer und eigne es dir an.
    Juden: 1 Million kamen um 70 n.Chr. und somit gab es ein relative menschenleeres Land wo man Caesarea ad marem bauen konnte fuer die eigenen roemischen Veteranen.
    Neger: dank der Bevoelkerungsexplosion in Suedafrika steigt die Kriminalitaet da eben dieselben Ressourcen mit viel mehr Menschen geteilt werden muessen und daher das Subsistenzminimum des einzelnen nicht mehr erfuellt wird.
    Jesus Christus?
    Nun ein Christ wird nie dem Naechsten ueberfallen weil der reich ist und er arm oder am verhungern denn so stehts schliesslich in der Bibel.
    Man sehnt sich nach einem Diktator wegen der steigenden Kriminalitaet und weil man fuehrungslos ist – was man frueher nicht war. Die Abwesenheit Jesu im Menschen generiert ein Vakuum das durch einen Diktator erfuellt sein will. Denn haetten sie Jesus im Herzen haetten sie schon einen Fuehrer der dem Menschen den Weg zeigt. Weil die Leute halt nichts mehr glauben so fehlt ihnen der Kompass der ihnen die Richtung zeigt. Daher das lechzen nach Hitler, Stroessner, Mao Tse Tung, Merkel, Donald Trump, Winston Churchill, de Gaulle, den Koenig von Spanien nach Franco, Zensursula von den Laien, etc.
    Ein Christ braucht keinen Pfaffen, weil eben Jesus des Christen Hohe Priester ist – wenn du als Christ daher von einem Pfaffen abhaengig bist so zeigt das dass du nicht Christus in dir hast.
    Diese Steuerlosigkeit des Menschen resultiert durch dessen innere Leere und diese ist eine Folge der Abwesenheit Christo im Herzen des Menschen welches sich dann dadurch veraeussert dass die Masse nach einem Fuehrer schreit.
    Siehe den Werdegang hier bei den Israeliten.
    Gott wolltense nicht mehr als Fuehrer – Vakuum – dann wolltense einen Koenig – dann kam ein Buergerkrieg der das Reich in Nord und Sued teilte – dann irgendwann deportation durch die Assyrer und spaeter das Suedreich deportation durch die Babylonier. Jegliche Herrschaft gehoert nur Gott, aber der war zu „unsichtbar“ fuer die Israeliten so dass sie einen Koenig aus „Fleisch und Blut“ haben wollten – einen Koenig den sie sehen konnten.
    1. Samuel 8 V 1 ff.
    „1 Und es geschah, als Samuel alt geworden war, da setzte er seine Söhne als Richter über Israel ein. 2 Sein erstgeborener Sohn hieß Joel und der andere Abija; die waren Richter in Beerscheba. 3 Aber seine Söhne wandelten nicht in seinen Wegen, sondern gingen auf Gewinn aus und nahmen Geschenke und beugten das Recht.
    4 Da versammelten sich alle Ältesten von Israel und kamen zu Samuel nach Rama; 5 und sie sprachen zu ihm: Siehe, du bist alt geworden, und deine Söhne wandeln nicht in deinen Wegen; so setze nun einen König über uns, der uns richten soll, nach der Weise aller Heidenvölker! 6 Dieses Wort aber mißfiel Samuel, weil sie sagten: Gib uns einen König, der uns richten soll! Und Samuel betete zu dem Herrn.
    7 Da sprach der Herr zu Samuel: Höre auf die Stimme des Volkes in allem, was sie dir gesagt haben; denn nicht dich haben sie verworfen, sondern mich haben sie verworfen, daß ich nicht König über sie sein soll! 8 Wie sie es [immer] getan haben, von dem Tag an, als ich sie aus Ägypten heraufgeführt habe, bis zu diesem Tag, indem sie mich verlassen und anderen Göttern gedient haben, genauso tun sie [es] auch mit dir! 9 So höre nun auf ihre Stimme; doch verwarne sie ausdrücklich und verkündige ihnen das Recht des Königs, der über sie herrschen wird!
    10 Und Samuel sagte dem Volk, das einen König von ihm begehrte, alle Worte des Herrn. 11 Und er sprach: Das wird das Recht des Königs sein, der über euch herrschen wird: Eure Söhne wird er nehmen und sie für sich einsetzen, auf seinen Streitwagen und bei seiner Reiterei, und damit sie vor seinem Wagen herlaufen; 12 und um sie sich als Oberste über Tausend und als Oberste über Fünfzig zu bestellen; und damit sie sein Ackerland pflügen und seine Ernte einbringen und damit sie ihm seine Kriegswaffen und seine Wagengeräte anfertigen. 13 Eure Töchter aber wird er nehmen und sie zu Salbenmischerinnen, Köchinnen und Bäckerinnen machen.
    14 Auch eure besten Äcker, Weinberge und Ölbäume wird er nehmen und seinen Knechten geben; 15 dazu wird er den Zehnten von eurer Saat und von euren Weinbergen nehmen und ihn seinen Hofbeamten und Knechten geben. 16 Und er wird eure besten Knechte und Mägde und Burschen und eure Esel nehmen und sie für seine Geschäfte verwenden. 17 Er wird den Zehnten eurer Schafe nehmen, und ihr müßt seine Knechte sein. 18 Wenn ihr dann zu jener Zeit schreien werdet über euren König, den ihr euch erwählt habt, so wird euch der Herr zu jener Zeit nicht erhören!
    19 Aber das Volk weigerte sich, auf die Stimme Samuels zu hören, und sprach: Das macht nichts, es soll dennoch ein König über uns sein, 20 damit auch wir seien wie alle Heidenvölker! Unser König soll uns richten und vor uns herziehen und unsere Kriege führen! 21 Da nun Samuel alle Worte des Volkes gehört hatte, redete er sie vor den Ohren des Herrn. 22 Der Herr aber sprach zu Samuel: Höre auf ihre Stimme und setze einen König über sie ein! Und Samuel sprach zu den Männern von Israel: Geht hin, jeder in seine Stadt! „.

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