Der Norden: Ausländer auf dem Rückzug

„Ausländer wollen nicht mehr im Norden investieren und analysieren einen Rückzug aus Paraguay“ titelt Última Hora einen Bericht, der auf Gesprächen mit mehreren Landwirten der Zone basiert, welche deren Redaktion besuchten. Die Investitionen seien durch die Unsicherheit, die auf die Präsenz der EPP und der ACA zurückgeht, gefährdet. Die Regierung setze dem Terrorismus nichts Wirksames entgegen.

Viele landwirtschaftliche Betriebe seien bereits von der EPP attackiert worden und Güter und Maschinen wurden angezündet. Die Ausübung der täglichen Arbeit sei durch die Unsicherheit nur eingeschränkt möglich, mehrere Mitarbeiter hätten bereits mit ihrem Leben bezahlt. Die Übergriffe und Drohungen seien konstant, Investitionen im Norden würden seit 10 Jahren zunehmend gefährlicher.

Mehrere der Interviewten äußerten, ihre Betriebe verkaufen zu wollen, um in anderen Ländern ihr Glück zu suchen. „Kein Unternehmer, der die Lage überdenkt, fühlt sich sicher, in einem Land weiter zu arbeiten, das nicht die geringste Unterstützung im Bereich Sicherheit für seine Arbeitskollegen, besonders die paraguayischen, bietet“, hieß es.

Der Wahrnehmung nach gehöre der Norden nicht mehr zu Paraguay und befindet sich unter der Kontrolle von Personen, die den Fortschritt verhindern wollen. Die Regierung könne dem nicht genügend entgegensetzen oder wolle vielleicht auch nicht, war zu vernehmen.

„Ich hoffe, eines Tages sehen wir ein friedliches Paraguay, in dem das Produzieren keine Sünde ist und in dem die Menschen über die Straße gehen oder auf dem Feld arbeiten können, ohne angegriffen oder umgebracht zu werden, nur weil sie ihre Mission auf dieser Erde erfüllen“, sagte einer der Unternehmer.

Die Situation ist allerdings nicht nur für Einheimische gefährlich. Der Deutsch-Brasilianer Arlan Fick wurde am letzten Weihnachtsfest nach neun Monaten Gefangenschaft der EPP freigelassen. Das deutsche Ehepaar Robert Natto und Érika Reiser wurden in der ersten Jahreshälfte bei einem Besuch auf ihrer Estancia ermordet. Der paraguayische Polizist Edelio Morínigo ist seit über einem Jahr von der EPP entführt und der mennonitische Kolonist Abraham Fehr wurde vor drei Monaten verschleppt.

Quelle: Última Hora