Der Tanktourismus dürfte ein Ende haben

Buenos Aires: Tagtäglich fahren zahlreiche Paraguayer nach Argentinien um dort billigeren Benzin oder Diesel in ihre Fahrzeuge zu füllen. Jedoch dürfte dieser Tanktourismus bald ein Ende gefunden haben, nachdem das Nachbarland auf die Kennzeichen schauen lässt.

Die argentinische Ölgesellschaft YPF hat am vergangenen Mittwoch beschlossen, einen höheren Preis für das Betanken von Fahrzeugen mit ausländischen Nummernschildern zu verlangen, zu einer Zeit, in der der Mangel an diesem Produkt in dem südamerikanischen Land immer akuter wird.

Unternehmensquellen bestätigten, dass Autos und schwere Transportfahrzeuge mit einem ausländischen Kennzeichen nur “Infinia“ Diesel – den hochwertigsten Diesel von YPF – zu einem Literpreis von 240 Pesos (1,89 US-Dollar) tanken können.

In der Provinz Mendoza (im Westen, angrenzend an Chile) und in der Region Litoral (im Nordosten, angrenzend an Uruguay, Brasilien und Paraguay) wurde bereits mit der Anwendung der Maßnahme begonnen.

„Dieser Schritt zielt darauf ab, die ungewöhnlich hohe Nachfrage im Zusammenhang mit dem Grenz- und Logistikverbrauch einzuschränken, bei dem das Wachstum in einigen Teilen des Landes 30 % übersteigt“, sagten die konsultierten Quellen.

Vor einem Monat war der offizielle Wert von Infinia Diesel im ganzen Land auf 145,90 Pesos (1,15 USD) pro Liter gestiegen.

Mit allem, seit der Verschärfung der Verknappung von Diesel, wurden in den letzten Wochen in verschiedenen Landesteilen höhere und sehr unterschiedliche Preise für diesen Kraftstoff festgestellt.

Nach Angaben des argentinischen Verbands der Frachttransportunternehmen leiden 19 der 24 Distrikte, in die das Land unterteilt ist, unter Versorgungsproblemen mit Diesel, einem Kraftstoff, der vor allem für landwirtschaftliche Maschinen, Lastwagen und Busse verwendet wird.

Der Mangel an Diesel wird seit zwei Monaten verzeichnet, als ländliche Erzeuger berichteten, dass sie nicht genug Kraftstoff hatten, um ihre Felder abzuernten.

Aber das Defizit hat sich verschlimmert und auf die zentralen sowie nördlichen Regionen des Landes ausgebreitet, was zu ernsthaften Problemen im Güter- und Personenverkehr geführt hat.

Die Monate der Getreideernte und des Transports zum Hafen sind traditionell die Zeiten, in denen die Nachfrage nach Diesel in Argentinien steigt, was normalerweise dazu führt, dass die Importe dieses Kraftstoffs in dieser Zeit ansteigen.

Aber dieses Mal sieht sich das Land einem Szenario aus Mangel an Devisen und außergewöhnlich hohen internationalen Energiepreisen gegenüber.

Hinzu kommt, dass in den Grenzgebieten die Nachfrage nach Diesel durch Ausländer, wie zum Beispiel auch Paraguayer, gewachsen ist, die in Argentinien den Kraftstoff umgerechnet viel günstiger vorfinden.

Inmitten der wachsenden Nachfrage von Landwirten, Industriellen und Spediteuren versprach die argentinische Regierung letzte Woche, die Dieselimporte zu erhöhen, um die Versorgung zu normalisieren.

Wochenblatt / Hoy

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6 Kommentare zu “Der Tanktourismus dürfte ein Ende haben

  1. Siehe eu ungarn. Dort ist das böse rechts. Es muss natürlich der staatsbürger mehr zahlen als die anderen von illegal bis lgbt. Sonst kann man ja nicht umvolken und sein land nicht in einen klecks auf der landkarte verwandeln, der der globalen wirtschaft gefällt.

  2. Paraguay hat die mit Abstand höchste Tankstellendichte in Lateinamerika und die Leute gehen trotzdem nach Argentinien zum Benzin kaufen. Kann mir das mal jemand erklären? Das ist alles so dermaßen absurd, da fehlen mir die Worte. Argentinien kann natürlich für Ausländer den Preis erhöhen, wenn es bei denen knapp ist (vielleicht ist es aber auch nur eine Ausrede), aber dann kann doch bitte dieser Mercosur-Unfug gleich abgeschafft werden, wenn jedes Land ihre eigenen Regeln aufstellt.

    1. Du hast Dir die Frage schon fast selber beantwortet. Hohe Tankstellen dichte, alle wollen leben. In den meisten stecken auch unfähige Politiker drinnen, die natürlich auch noch riesen Gewinne machen wollen

  3. Der MERCOSUR-Lobbyverein ist der gleiche, billige UDSSR-Abklatsch wie die EU. Kaum finden die Menschen einen der (ganz wenigen) „Vorteile“ wird dem gleich ein Riegel vorgeschoben!

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