Deutsche Schule Independencia

Die Ferien stehen vor der Tür, ob für Schüler oder Lehrer, eine Erholungsphase bis nächstes Jahr. Die deutschen Schulen im Land sind sehr verstreut und ihre Anzahl liegt auch nicht im hohen Bereich, jedoch bestehen viele schon über Jahrzehnte und versuchen Kindern deutscher Abstammung Bildung beizubringen. Dies erfordert manchmal große Hürden zu überwinden, damit dies beständig gelingt.

Matias Loidol ist Rektor der deutschen Schule Independencia und gab Einblicke in den aktuellen Schulalltag und auch aus der Vergangenheit. Er ist seit 2011 Schulleiter, war davor schon viele Jahre Lehrer an der Schule und ist in der Gegend aufgewachsen. Seine Lehrerausbildung absolvierte er im Chaco, in Filadelphia, dort haben auch 80% der angestellten Pädagogen ihre Ausbildung absolviert.

Insgesamt stehen 28 Lehrkräfte für 161 Schüler zur Verfügung, von denen 17 auch noch an anderen Institutionen arbeiten. Das Internat, welches auch angehängt ist, hat im Moment keine Zöglinge, steht aber jederzeit für Interessenten zur Verfügung. Ein leidliches Thema ist immer die Finanzierung solch einer privaten Schule. Loidol sagte, der Schulverein ist die Einrichtung, welche die Hauptarbeit in dem Bereich durchführt.

„13% der Einnahmen stammen aus Festivitäten, in der gleichen Höhe bekommen wir Spendenzuweisungen, 70% stammen aus den Schulgeldern und 4% erhalten wir in Form einer Sprachbeihilfe aus Deutschland“, erklärte der Schulleiter.
Erwähnt werden muss aber auch noch die Deutsche Botschaft, sie unterstützt uns in Form von Lehrmitteln, im Jahr 2013 in einer Höhe von 1.000 Euro.

In erster Linie erfüllen wir den nationalen Lehrplan, zum Anderen ist unsere Schule eine der 17 DSD Schulen in Paraguay für das deutsche Sprachdiplom. Mit diesem Nachweis können die Absolventen an einer deutschen Universität studieren, aber nicht sofort. Sie müssen entweder das Abitur in Deutschland nachholen oder das Studium an einer anerkannten international anerkannten Universität hier in Paraguay beginnen um nach einem Jahr in Deutschland weiter zu machen.

Des Weiteren führte er an, gebe es zwar zwei bis drei Schulen in Asunción, die einen internationalen Abschluss anbieten, jedoch sind dort die Schulkosten auch um ein Vielfaches höher.

„Zusammengefasst bekommen wir also in Abhängigkeit der Anzahl der bestandenen DSD Prüflinge mehr oder weniger Zuschüsse aus Deutschland“, sagte Loidol. Insgesamt gesehen sind diese aber immer im einstelligen Prozentbereich des Haushaltsplans. Angesprochen auf das paraguayische Bildungsministerium (MEC) erklärte er, dass dieses nur die 7. Klassen finanziere, die anderen werden von uns getragen.

Mittlerweile verfolge man aber auch noch andere Wege. Im Jahre 2012 unterschrieben wir ein Kooperationsabkommen mit der Österreichischen Gesellschaft der Freunde Lateinamerikas (ÖGFLA), sagte der Rektor. Sie erhielten Bücherspenden und weitere Zuwendungen. Mitte 2013 schien die Kooperation zu platzen, aber es ging doch weiter. In der Zwischenzeit werden die Kontakte wieder intensiviert.

Dies ist auch notwendig, denn die Prognosen für die nächsten zwei Jahre gehen von steigenden Schülerzahlen aus.

„Das Verhältnis der Herkunft hat sich jedoch seit den 70er Jahren gewandelt, hatten wir damals nur ca. 10% einheimische Kinder kam es vor etwa fünf bis sieben Jahren zu einem Umbruch. Jetzt besuchen unsere Schule in etwa 55% Kinder von Kolonisten, 20% sind aus deutschen Familien, die eingewandert sind und 25% kommen rein aus einheimischen Elternhäusern“, führte Herr Loidol an.

Wir haben schon darauf reagiert und Klassen aufgeteilt und bieten Deutsch als weitere Fremdsprache an, damit die Teilnahme am Unterricht für Jeden möglich ist.

Die Schule führt eine Vielzahl von Veranstaltungen durch, wie Osterbasar, Maifest, Mutter- und Vatertagsfeier, Sportfeste, Schüler- und Lehrerausflüge. Erwähnenswert ist auch die Teilnahme am jährlichen Mathematikwettbewerb, bei der immer einige Schüler Medaillen gewinnen.

Die Deutsche Schule Independencia, besteht in der jetzigen Form, seit 1956. Es gab jedoch früher noch etliche andere deutsche Schulen in dem Gebiet. Um das Jahr 1900 gründeten Einwanderer eine Bildungsstätte in Villarrica, die nach dem Ende des 2. Weltkrieges geschlossen wurde.

Ab 1931 begann Hermann Hummel in seinem eigenen Haus Unterricht bis Kriegsende zu erteilen. Mehrere einheimische Kinder besuchten auch diese Bildungseinrichtung. Des Weiteren befand sich eine Schule in Melgarejo unter der Leitung von Frau Erna Kröll. Sie wurde 1927 gegründet und wurde auch nach dem 2.Weltkrieg geschlossen.

Erwähnt seien auch noch die “Schindler“ Schule (1950-1952), die deutsche Stadtplatzschule und die Henningschule ab 1948, aus der dann 1956 die jetzige Independencia Schule wurde. Weitere Details können Sie hier nachlesen.
In der, hauptsächlich, von Österreichern gegründeten Kolonie Carlos Pfannl befindet sich die San Bonifacio Schule, dort wird noch Deutsch unterrichtet. Sie besteht seit 1967.

Unter anderem wird in der Kolonie Sudetia, in der Nähe von Independencia, heute auch noch Unterricht an einer deutschen Schule durchgeführt. Sie wurde 1934 gegründet, ein Jahr später war das Schulgebäude fertig. Auch hier kam es zur Enteignung im Mai 1945, wurde aber im darauffolgenden Jahr wieder eröffnet. Die Schülerzahlen sind natürlich geringer, es ist auch nur eine Grundschule und sie schwanken auch hier etwas, sodass man schon oft daran dachte, sie zu schließen, aber es funktioniert noch. Die Deutsche Botschaft hat auch diese Einrichtung in Höhe von 500 Euro für Lehrmittel unterstützt. Der Unterricht geht bis zur 6. Jahrgangsstufe, danach besuchen, in der Regel, die meisten Schüler die Schule in Independencia.

Herr Loidol ist mit sich und der Schule zufrieden und arbeitet weiter an einem System für die Zukunft, gemeinsam mit dem Schulverein. „Wir sind für die Zukunft gut aufgestellt, daran arbeiten wir ständig, um den Herausforderungen gewachsen zu sein,“ sagte er abschließend. Bildung sei ein wichtiges Gut.

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