Geier sind immun

Der Truthahngeier ist in Paraguay weit verbreitet, aber auch andere Arten kommen vor, er sucht einzeln oder in Gruppen nach Kadavern, umgangssprachlich nennt man sie auch einfach Aasgeier.

Erstaunlicherweise haben sie einen guten Geruchssinn, Kadaver, die mehrere Tage alt sind, werden ignoriert. Trotzdem ist der Verzehr von Aas extrem gesundheitsgefährdend. Eine Mikrobenstudie, die weltweit das erste Mal durchgeführt worden ist, erklärt nun wie die Geier diese giftigen Stoffe verdauen.

Die Ernährungsgewohnheiten dieser Spezies sind in der Tat außergewöhnlich, die Studie liefert nun eine mögliche Erklärung dafür. Ihre Nahrung, verwesende Tiere, enthalten so viele giftige Bakterien, dass die Aufnahme für nicht angepasste Lebewesen sehr gefährlich ist.

Eine dänische Forschergruppe hat die Exkremente von Geiern untersucht und stellte eine überraschende Bakterienarmut fest. Sie fanden nur 76 verschiedene Mikroorganismen, der menschliche Darm enthält mehr als 1000. Im Zuge der wissenschaftlichen Untersuchungen machte man noch weitere Experimente und fand heraus, dass in den Gesichtern der Vögel 528 Mikroben vorhanden sind.

Als Schlussfolgerung kamen die Forscher zu dem Ergebnis, die meisten giftproduzierenden Mikroben aus dem Aas werden durch die Magensäure der Vögel getötet.

Eine erstaunliche Gattung aus dem Tierreich, die sich auch die Polizei zunutze machen will. Der Geruchssinn der Tiere macht sie als Spürvogel für Nachforschungen interessant. Im Juli 2010 begann das Landeskriminalamt Niedersachsen mit der testweisen Abrichtung in Kärnten gezüchteter Truthahngeier zur Suche nach Leichen.

Quellen: Nature Communications, 5:5498, 2014 / Wikipedia: Hans Stieglitz

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