Deutschstämmiger Bürgermeister soll Journalist mit dem Tod gedroht haben

Hohenau: Ein Bürgermeister aus dem Departement Itapúa soll per Telefon Todesdrohungen gegen einen Fernsehmoderator eines Regionalprogrammes der Colonias Unidas ausgesprochen haben.

Fernando Sotelo, ein bekannter Moderator der Zone, war in der Stadt Jesus de Tavarangüe unterwegs. Auf dem Heimweg erhielt er einen Anruf des dortigen Bürgermeisters, Hernan Schlender (ANR), der ihn untersagt haben soll, über die Ausgaben der Stadt zu berichten. Falls er es doch tut, so Sotelo, so erwarten ihn unerwünschte Konsequenzen. Außerdem warnte er ihn nicht wieder in den Ort zu kommen.

Laut Sotelo gab es große Unregelmäßigkeiten bei der Umsetzung des Haushaltes von 2010 – 2015, wo 10 Milliarden Guaranies, also etwa 1.600.000 Euro, abhanden gekommen sein sollen.

Schlender (35), der für ein zweites Mandat wiedergehwählt wurde, erklärte zwar, „mit Sotelo per Telefon gesprochen zu haben, jedoch fragte er ihn nur ob er in der Zone unterwegs sei“. Um jeglicher Kritik vorzugreifen, erklärte er, „dass ihn die Bürger wiedergewählt hätten, demnach waren sie zufrieden mit seinen Leistungen“.

Hohenau liegt nur etwa 25 km von Jesús de Tavarangüe entfernt.

„Die Arbeit von Journalisten ist es nun mal Sachen auf den Grund zu gehen, logisch, dass sich da einige auf den Schuh getreten fühlen. Ich nehme die Drohung entspannt auf, ohne Furcht, aber ich nehme sie ernst. Diese Person hat den Ruf gewalttätig zu sein. Ich werde den Fall ans Licht zu bringen und wenn mir etwas passieren sollte, dann wisse man in welche Richtung man ermitteln müsse“, erklärte Sotelo abschließend.

Wochenblatt / Abc Color

Der Zweck dieses Dienstes ist die Wertsteigerung der Nachrichten und um einen flüssigeren Kontakt zu den Lesern zu etablieren. Kommentare sollten an das Thema des Artikels angepasst werden. Die Kommentatoren sind ausschließlich für den Inhalt verantwortlich, der sachlich und klar sein sollte. Schimpfwörter und persönliche Beleidigungen sowie Rassismus werden nicht geduldet.

9 Kommentare zu “Deutschstämmiger Bürgermeister soll Journalist mit dem Tod gedroht haben

  1. Ein sehr mutiger Journalist. Solche Leute braucht Paraguay viel mehr und dafür immer weniger korrupte, das Recht beugende Politiker. Solange jedoch die Masse der Bürger, leider auch der Jugend, sich viel zu wenig engagiert, bleiben solche aufrechten Mahner wie dieser Journalist einsame Rufer in der Wüste. Wenn es um mehr Geld geht (siehe Lehrerstreik) kommt die Masse von ihrem Sessel hoch. Wenn es um Werte und Rechte geht herrscht das große Schweigen im Walde. Anläßlich dieses Artikel will ich hinzufügen, daß nach meiner Erfahrung schon lange hier lebende Ausländer oder Einwanderer der 2. und 3. Generation stark paraguayisiert sind und im „Tango korrupti“ munter mit tanzen. Ein Beweis dafür, daß das Böse & Negative meist ansteckender und mitreißender ist, als das Gute & Positive.

    1. …”schon lange hier lebende Ausländer oder Einwanderer der 2. und 3. Generation stark paraguayisiert sind“….
      Sie würden sicherlich auch nicht Trump als deutschstämmig bezeichnen, denn er ist ein waschechter US Amerikaner.
      Alle Auswanderer werden früher oder später allein durch Mischehen in der einheimischen Bevölkerung aufgehen. Diejenigen die dies nicht machen bleiben ein Fremdkörper und meistens ohne Erfolg oder durch Inzucht degeneriert.
      Korruption gibt es überall nur ist eben das Ausmaß je nach Wohlhabenheit des Landes verschieden. In Deutschland können sie einem Verkehrspolizisten kein Geld zustecken. Bei Politikern und Minister durch Bau- und Rüstungsunternehmen oder fremden Regierungen bin ich aber nicht so sicher.

  2. Als ehrlicher und aufgeklaerter Buerger wuerde ich es unertraeglich finden, wenn so ein Buergermeister wiedergewaehlt wird.
    Neben den ueblichen Manipulationen an das aermere Wahlvolk, scheint es auch kaum jemand zu wissen, was für Spielchen der da treibt, die Bedrohung an den Journalisten spricht ja fuer sich.
    Wahrscheinlich hat der Buergermeister schon seinen Angestellten absolutes Informationsverbot erteilt und den Journalisten zur Persona non grata erklaert. Ich hoffe aber dennoch dass der Journalist am Ball bleibt. Durch Mittelsmaenner mit versteckter Kamera zum Beispiel.

    Ich moechte auch hierzu sagen, dass mich der Begriff „deutschstaemmig“ etwas irritiert. Dieser Mann spricht mit Sicherheit kein Deutsch, sieht nicht wie ein typischer Deutscher aus und hat ganz sicher keine „typisch deutschen“ Eigenschaften. Nur der Nachname verraet etwas ueber seine Wurzeln.
    Ich geb Manni auch Recht, dass schon die 2./3. Generation von Einwanderern so „paraguayisiert“ sind, dass es eigtl. wurscht ist, welche Vorfahren die haben.

  3. Man kann unmöglich Menschen nur aufgrund seines Äußeren beurteilen, aber der auf dem Foto, das ist genau so einer dem ich keine deutschen Vorfahren zugetraut hätte – sondern bei mir intern im Hypothalamus unter „nieto de hispañoles criminales“ läuft und auch wenn sein Bruder der beste Autoelectricista des Landes sei, lieber Kerzen in meine Scheinwerfer einbaue.

  4. Hab den Namen grad gegooggelt und bin auf das hier gestossen:
    http://www.ultimahora.com/condena-muerte-uso-agrotoxicos-n4077.html

    Demnach wurde dieser Mann zu 2 Jahren Haft im Jahre 2006 verurteilt, da durch den übermaessigen Gebrauch von Agrochemikalien auf Sojafeldern ein Kind von 11 Jahren zu Tode kam.

    Da kann man ja nur kotzen! Wir haben es hier mit einem absolut verantwortungslosen Verbrecher zu tun. Das Gesetz besagt doch, dass Leute mit Antecedentes penales nie und nimmer oeffentliche Aemter bekleiden duerfen. Aber das Gesetz gilt ja nur fuer den normalen Buerger und besonders fuer Oppostionelle. Colorados dürfen machen was sie wollen.

    Bürger von Itapua! Wehrt Euch!

    1. Hallo Philipp, Dein Aufruf in Ehren, aber ich fürchte niemand wird ihm folgen. Die Paraguayos lieben ihr Asado und einen weit nach hinten gelehnten Stuhl aus dem man nur schwer wieder hoch kommt. Dazu alle paar Minuten einen Terere mit allen möglichen unnötigen medizinischen Kräutern (deshalb fehlt ihnen ja ständig etwas und die permanente Laschheit sind die Merkmale) Spätfolgen eines fehlenden Schnullis? Und diese Idylle darf niemand stören, egal, auch wenn die Welt untergeht. Darum wird sich in diesem Land in 100 Jahren nichts ändern. Sie wollen es so – also sollen sie es so haben.

    2. Eigentlich unglaublich, dass ein „kleiner“ Ingenieur vom MOPC auf solche Ideen kommt. Ganz einfach nach den Namen gegockelt und darauf gestoßen? Philipp, du solltest meiner Meinung nach wegen dieser Leistung sofort ein Ministerium unterstellt bekommen, intelligenzmäßig bist du denen von dem zuständigen Ministerium weitaus überlegen.

Kommentar hinzufügen