Die Blütezeit des Tannins

Puerto Casado: Die zufällige Entdeckung des Tannins im Jahr 1885, welches Jahre danach Paraguay zum weltgrößten Produzenten des Gerbstoffs machte, wurde vom deutschstämmigen Karl Harteneck gemacht. Dieser kam 1878 aus Pirmasens nach Buenos Aires und später nach Paraguay.

An einem Tag im Jahr 1885 als Karl Harteneck über sein Grundstück ging, fand er ein totes Rind neben einem abgeschnittenen Stamm eines Quebracho Colorado Baumes. Das Regenwasser bewirkte durch das Tannin im Holz des Baumes eine Wirkung auf der Haut des Tieres, die seltsam war und untersucht werden sollte.

Dieser Fund wurde zur Analyse nach Deutschland geschickt, wo man den hohen Anteil des Tannins (Ledergerbstoffs) nachweisen konnte. Die Harteneck Familie, die auch Gerbereien in Pirmasens besaß, nutzen ab da das gemahlene Holz des Quebracho Baumes zur Behandlung ihrer Tierfelle.

Als ihm bewusst wurde, dass der Quebracho Colorado nur im argentinischen Norden und im paraguayischen Chaco wächst gründete er eine Firma mit einem Landsmann dessen Nachname Proske war. Das Ziel war es das Tannin zu gewinnen, um damit Konkurrent zu den europäischen Produkten aus Kastanie, Walnuss und Eiche werden.

Mit dem Wissen der beiden kam 1889 der Spanier Carlos Casado del Alisal in Begleitung des französischen Technikers Jules Doctreleau nach Paraguay. Die einzige Tannin-Fabrik in Europa, gelegen in Le Havre Frankreich, wurde auf seinen Wunsch hin demontiert und nach Puerto Casado, Alto Paraguay, transportiert. Unter dem Namen „La Hispano-Paraguaya“ wurden 1.000 t Holzstämme jährlich verschifft. Das Unternehmen schaffte es 6,5 Millionen Hektar Land aufzukaufen und zu roden. Eine 150 km lange Eisenbahnstrecke in die Mitte des Chacos wurde von der Firma gebaut um die extrahierten Baumstämme abzutransportieren. Der Sohn des Gründers, José Casado, kam 1929 nach Puerto Casado und blieb da bis 1945.

Die zweite Firma mit dem gleichen Ziel wurde 1889 in Pehuajo, Argentinien, am Ufer des Paraná Flusses vom Deutschen Dr. Schmidt für die Gebrüder Herwig aus Hamburg montiert. Diese Fabrik schaffte es fast 1.000 t monatlich zu verschiffen. Später stieß die Firma Renner hinzu, die Farb- und Gerbstoffe herstellt.

Auch die Söhne Hartenecks, Carlos und Alberto, haben sich dieser Aufgabe angenommen, jedoch in der Provinz Santa Fe von Argentinien.

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4 Kommentare zu “Die Blütezeit des Tannins

  1. Jetzt weiss man auch, wenn man, unter anderem, die Abholzung hier in Paraguay zu verdanken hat. Bestimmt sind die Deutschen jetzt auch noch Stolz darauf. Und das alles nur wegen dem schnöden Mammon. Einfach nur eckelhaft sowas.

    1. Ich schätze mal, dass in dieser Zeit das Abholzen der
      Bäume für die Natur noch keine grosse Rolle gespielt hat.
      Immerhin gab es damals noch keine Maschinen, die das in grosssem Stil erledigt haben.
      Natürlich hat man sich in dieser Zeit auch keine Gedanken darum gemacht, dass Materialien, Tiere und Früchte irgendwann nicht mehr so schnell nachwachsen können, wie sie verbraucht werden.

      1. @lilo Ja ja Paraguay und ganz Südamerika war voller Urwälder seinerzeit. Das war damals noch überschaubar im Gegensatz zu heute.

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