Die Chronologie des Jahrhundertraubs

Ciudad del Este: Die paraguayische Geschichte ist voll von Anekdoten zu Raubüberfällen mit Millionenbeute, doch diese Vereinnahmung einer kompletten Stadt samt der detaillierten Planung übertrifft alles Dagewesene.

Die brasilianische Organisation von Häftlingen, PCC (Erstes Kommando der Hauptstadt), welche 1993 gegründet wurde, ist für die Tat verantwortlich. Etwa 30 bis 60 ihrer Mitglieder kamen nach Paraguay, raubten die Prosegur Filiale aus und kehrten wieder in ihre Heimat zurück. In den vergangenen Monaten gab es ähnliche Überfälle in Brasilien. Jedes Mal raubten sie mehrere Millionen US-Dollar.

Im Gegensatz zu paraguayischen Delinquenten, die kaum mehr als eine AK 47 haben, waren diese Brasilianer dermaßen gut ausgerüstet, dass einem die ballistische Schlagkraft wie der Beginn eines Krieges vorgekommen sein muss. Neben Panzerfäusten und .50 BMG Kanonen, die zur Panzerabwehr genutzt werden, kamen ebenso Scharfschützengewehre und C-4 Plastiksprengstoff zum Einsatz. Letzteren hat noch nicht einmal das paraguayische Militär wegen den hohen Kosten. In Bezug auf Infrastruktur sei nur gesagt, dass sie dutzende Fahrzeuge aus Brasilien mitbrachten und in Paraguay mehr als ein Dutzend in Brand steckten, um Zufahrten zu blockieren.

Diese Machtdemonstration kam pünktlich zum Staatsbesuch von Juan Manuel Santos, kolumbianischer Präsident und Nobelpreisträger, der sich sicherlich nicht zu 100% wohl fühlte.

Kurz nach Mitternacht wurden rund um das Gelddepot alle Zufahrten mit brennenden Autos blockiert. Während der ganzen Zeit des Raubes, etwa 3 Stunden, traute sich kein einziger Polizist in die Nähe des Tatortes. In dem Zeitraum gingen fast 900 Notrufe bei der Polizei ein, 99% wegen des Überfalls. Montagmorgen liegt die Mannstärke bei nur 30% des üblichen Kontingents. Unterstützung aus anderen Städten kam keine. Allerdings ließ Präsident Cartes die Marine ausrücken, um den Rio Paraná abzusichern. Auf der anderen Seite der Grenze, die nachts geschlossen wurde, patrouillierten ebenso Uniformierte.

Ein Sprecher des Unternehmens Prosegur erklärte, dass trotz hohem Sachschaden nur eines der Depots geöffnet werden konnte. Auch wenn unbekannt ist, wie viele es insgesamt gibt, scheint die Beute nicht so hoch zu sein, wie zu Beginn angenommen.

Umliegende Geschäfte wie die Fiat-Vertretung oder McDonalds erlitten hohen Sachschaden an ihren Gebäuden, was sie zu temporärer Schließung zwingt. Die Wohnhäuser in der Gegend wurden ebenso teilweise stark beschädigt, entweder durch herumfliegende Trümmerteile oder durch Einschüsse.

Einen Toten und mehrere Verletzte gab es ebenso. Polizist Sabino Benítez starb als er hinter dem Depot in seinem privaten Pkw Wache schob. Es hieß er soll im Schlaf erschossen worden sein. Ein weiterer Polizist wurde auch verletzt und derzeit im Krankenhaus behandelt. Zwei Zivilisten, die auf der Straße gestoppt wurden, erlitten ebenso einige Wunden.

Wenig ist darüber bekannt, wie die Räuber nach Hernandarias fliehen konnten, da wenigstens um Umkreis Polizisten bewaffnet die Situation versuchten in den Griff zu bekommen. Sternnägel wurden überall ausgeworfen, um eine Verfolgung zu verhindern. In den Morgenstunden fanden Polizisten sechs verlassene Geländewagen, fünf davon gepanzert. Nicht weit entfernt ist der Stausee des Wasserkraftwerkes Itaipú, welcher sich als Fluchtweg anbot.

Nur 12 Stunden nach dem Raub wurden brasilianische Polizisten nach Itaipulandia gerufen, einem Touristenort am Ufer des Stausees. Da einige Männer da an Land gingen, dauerte es nicht lange, bis die Uniformierten auf 10 bis 12 Räuber trafen. Da sie sich nicht ergeben wollten, wurde Feuer eröffnet und drei Mann starben, vier weitere konnten verhaftet werden. Eine zweite Gruppe wurde der Räuber wurde beschossen. Nach ihrer Flucht in den Wald, wartet man auf den Tagesanbruch, um zuzuschlagen. Ein Teil der Beute fanden Uniformierte dabei, anscheinend zu groß und zu schwer um weiter befördert zu werden.

Währenddessen durchsuchte die paraguayische Polizei mindestens ein Haus im Stadtteil San José von Ciudad del Este, wo vor drei Wochen etwa 10 Brasilianer eingezogen sein sollen. Im Inneren fand man schusssichere Westen und Munitionsreste.

Die Suche geht weiter.

Zusatz: Die gestohlene Bargeldsumme soll 8 Millionen US-Dollar erreicht haben.

Wochenblatt

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9 Kommentare zu “Die Chronologie des Jahrhundertraubs

  1. Wie konnten die Räuber nur die 2 Meter dicken Wände (s. Foto) der Prosegur aufbrechen? Haben sie mit 4 mit Steine gefüllte Plastiktüten im C4-Format auf die Wände eingeschlagen? Sei es wie es ist, jedenfalls gibt es für die Putzfrauen der Prosegur nun viel Arbeit, kann mir die Herren auf dem Foto schon in blauer Uniform mit Besen und Eimer vorstellen.

  2. Perfekt geplant und brutal ausgeführt.
    Mit den Raub von 30 Millionen Dollar in Paraguay
    hat das internationale organizierte Verbrechen
    gezeigt, über welche Macht und Mittel es
    mitlerweile verfügt.

    1. Das internationale organisierte Verbrechen? Meiner Ansicht nach war das die Gründung der FED als erste zionistische Zentralbank und überhaupt ist die Zentralbank eine zionistische Erfindung zur Regulierung der Inflation, welche es vorher gar nicht gab….und das ist Raub im großen Stil, mit Millionen Toten!

      1. Kaum ein normal Sterblicher weiß wirklich, was in unserer Welt passiert.
        „Die Welt besteht aus 3 Klassen von Menschen, nämlich einer äußerst kleinen Gruppe, die alles entscheidet, eine etwas größere, welche wahrnimmt, wie die Dinge laufen, und schließlich die überwältigende Mehrheit derjenigen, die keine Ahnung hat, was vor sich geht.“
        Nicholas Murray Butler, Nobelpreisträger, Präsident der Columbia University
        Anmerkung: die meisten Politiker, inklusive unsere liebe Merkel, gehören bestenfalls zur 2. Klasse.

      2. Das sehe ich auch so: diejenigen, die Billionen besitzen leihen Geld aus. Und kassieren fürs Nichtstun Zins. Oh, ja, da ist ja noch das Risiko. Und niemand leiht Geld aus ohne etwas dafür zurück zu bekommen.
        Dennoch sind diese Haushalte über Jahrtausende mit fraglichen Methoden reich geworden. Man siehe zB. das englische und belgische Königshaus mit der Beraubung des afrikanischen Kontinents oder das portugisische/spanische des südamerikanischen. Der Klerus hat seine eigene ebenso effiziente Methode entwickelt mit Nichtstun ihr Leben durch das Kleinvieh finanzieren zu lassen.
        Diese verleihen zwar kein Geld direkt, doch auf dem Sparbuch haben sie ihr Vermögen auch nicht, sondern geschickt angelegt: diese Gelder kann man sich dann ausleihen und das Doppelte zurück bezahlen.
        Die Paragauyer, mausarm, verdienen pro Jahr, was ein Europäer, Japaner oder Ami im Monat verdient. Möchten ein neues iTelefon, doch dieses können sie sich ohne Kredit nicht leisten. Mit dem Kredit und den Zinses zahlen sie das Doppelte für das iTelefon.
        Aber auch der Europäer, Japaner oder Ami ist ein fleißiger Konsument, denn gibt er sein Geld nicht aus, spart, und konsumiert nicht fleißig, dann fallen ganz einfach die Zinsen seiner Ersparnisse. Seine Bedürfnisse sind trotzdem da und da muss Homo Oeconimicus halt wieder Kredite aufnehmen. Ein perfides System, bei dem alle zum Mitmachen gezwungen sind.

        1. Am Einfachsten und Besten haben es die Eigentümer der Federal Reserve. Bekanntlich eine private Bank, was bereits 1977 ein US-Gericht feststellte. (Schuld hatte der naive Präsident Wilson)
          Die „drucken“ sich ihr Geld selbst (heute sind es größtenteils nur im Computer eingegebene Zahlen) und kaufen damit alles auf, was sie wollen. Teilweise über „Black Rock“ und ähnliche Einrichtungen. So kontrollieren sie inzwischen über 80 % der Rohstoffe der Welt.
          Das sind nun wirklich keine Verschwörungstheorien sonder nachprüfbare Tatsachen.

  3. Danke für die Zusammenfassung an’s Wochenblattteam. Sogar ein Hubschrauber soll im Spiel gewesen sein, außerdem Nachtsicht-und Wärmebildgeräte, die gibt es auch schon kombiniert…ist aber nicht ranzukommen ohne sehr hohe Beziehungen zu haben… Panzerfäuste und 50ger Kaliber fährt man auch nicht so durch die Gegend oder besorgt sie sich ohne Spur… die Bezahlschreiber hier enthalten sich natürlich…weil, das ist wieder eine offensichtliche Kriegserklärung gegen die Bevölkerung welche mit Manipulation in den Polizeistaat getrieben wird!!!!
    Schaut euch an was passiert: es kamen ein paar Systemlinge, drei Stunden lang bedrucktes Papier klauen, mit Militärtechnik und Sprengstoffkenntniss und die Polizei hat den Schwanz eingezogen….sind auch schlecht bezahlt und nicht zur Verteidigung des Vaterlandes ausgebildet….so meine Gedanken…

  4. Der brasilianischer Unternehmer Odebrecht hat es vorgemacht ohne Tote aber mit Bestechung. In der brasilianischen Regierung haben unehrliche Politiker das Sagen. Wo sind die Vorbilder für eine ehrliche Lebensweise? Die Verbrecher meinten nun nehmen wir uns mal die Paraguay vor da hapert es noch an zuverlässige Polizeiorgane und Militärs. Das ganze Geschehen wundert mich gar nicht.

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