Die Gerechtigkeit unterliegt politischen und wirtschaftlichen Mächten

Caacupé: Der emeritierte Bischof der Diözese San Juan Bautista und Ñeembucú, Monsignore Mario Melanio Medina, sagte, dass die Justiz völlig den politischen und wirtschaftlichen Mächten unterliege.

Der Prälat hielt am Samstag die Messe im Rahmen der Novene zu den Feierlichkeiten der Jungfrau von Caacupé.

Monsignore Mario Medina sagte, es sei eigentlich vollkommen unvorstellbar, dass die Justiz völlig politischer Macht und Geld unterworfen sei. Dies sei nur in unserem Land der Fall. „Die Justiz ist eine Schande und erfordert tiefgreifende Veränderungen“, sagte er in seiner Predigt.

Der emeritierte Bischof betonte, dass die Bürger den Mut und die Einstellung haben sollten, zu verlangen, dass Richter und Staatsanwälte ihre Pflichten ordnungsgemäß erfüllen. Auf diese Weise werde die Arbeit der Justiz verbessert, fügte er an.

In diesem Zusammenhang beglückwünschte er die Menschen, die sich auf den Straßen mobilisiert hätten, um Sanktionen gegen die korrupten Behörden zu fordern. Es sei nicht mehr an Zeit zu schweigen. Der Christ sollte nicht nur in der Kirche sein, sondern muss auch in der sozioökonomischen und politischen Welt Präsenz zeigen. Medina fügte hinzu, dass die Hauptursache für Korruption Straflosigkeit und Straffreiheit sei. Er räumte jedoch ein, dass eine Hoffnung ins Auge gefasst werde, weil jetzt Werte von Verbrechern und korrupten Personen für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen, deren angesammeltes Vermögen unglaublich sei.

Er erwähnte insbesondere den Fall des ehemaligen Präsidenten des Instituts für ländliche Entwicklung und Land (Indert), Justo Cárdenas. „Cárdenas, zum Beispiel, wird derzeit vor Gericht gestellt. Es muss nicht nur bestraft werden, sondern es muss alles was gestohlen wurde, zurückgegeben werden“, betonte Medina.

Viele Machthaber, insbesondere die Öffentlichkeit, bereichern sich auf Kosten der Menschen im Land. „Schauen Sie sich an, wie die Direktoren von staatlichen Behörden mit viel Vermögen, hauptsächlich Landbesitz, aus ihren Ämtern ausscheiden“, sagte er.

Bischof Medina bezeichnete die Abgeordnetenkammer als “Katastrophe“. Er gab an, dass es sehr wenige Ausnahmen gebe und diese nichts tun könnten, weil die Mehrheit sich dreht und macht, was sie wollen.

„Heute gibt es in beiden Kammern (Abgeordnete und Senatoren) eine große Desorganisation. unds scheint ein großartiges Babylon zu sein, in dem alle bösen Geister, die schlechten Dinge zusammenkommen“, sagte er.

Er beschrieb auch das sogenannte “Gesetz der Immunität“ als eine Schande. „Wie können sie ein Gesetz schaffen, das es ihnen ermöglicht, leicht Verbrechen zu begehen? Gleiches gilt für die parlamentarische Immunität, die sie ausschließlich zum Zweck der Begehung von Straftaten und zur Inanspruchnahme der Straflosigkeit verwenden“, sagte er.

Er fügte hinzu, dass das Ideal für Paraguay ein Abgeordnetenhaus mit einer Kammer sei. „Warum so viele Senatoren und Abgeordnete mit einer so geringen Bevölkerung? Sie verwenden Millionen von Ressourcen, nicht nur wegen der hohen Gehälter, sondern auch mit der großen Anzahl von Sekretärinnen und Sekretären, die ebenfalls viele Kosten verursachen“, erklärte Medina.

Wochenblatt / ABC Color

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3 Kommentare zu “Die Gerechtigkeit unterliegt politischen und wirtschaftlichen Mächten

  1. Mir scheint, die katholische Kirche wacht langsam auf und erhebt ihre Stimme. Schlimm genug, daß sie im Grunde viele Jahre mehr oder weniger geschwiegen hat oder nur kleinlaut auftrat, wenn es galt Farbe zu bekennen. Sie könnte in Paraguay, sofern sie wollte, wirklich viel bewegen und Änderungen herbei führen, denn schließlich sind theorietisch über 80 % der Bevölkerung gläubige Katholiken. Ob sich die korrupten und verbrecherischen Politiker getrauen würden, sich mit der katholischen Kirche anzulegen? Von den vielen Freikirchen, wie Mennoniten und Baptisten u.a. hört man ja sowieso nichts. Aber so ist das mit den Christen, meist tauchen sie ab (U-Boot Christen) anstatt sich zu bekennen und standhaft Widerstand zu leisten im Sinne Jesus, nämlich „das Salz der Erde zu sein“. Das wird zwar vielen auch wieder nicht gefallen – aber soll nicht von Bedeutung sein.

  2. Ist es nicht irgendwie befremdlich, wenn man von einem Angestellten eines der größten „Sümpfe“ auf dieser Erde solche Worte liest?
    Vielleicht erst im eigenen Hause kehren, bevor man auf dreckige Vorgärten Anderer aufmerksam macht. Das gilt im Allgemeinen auch für Menschen, welche nicht Lohnempfänger der Kirche sind 🙂

  3. Johan Moritz van Nassau-Siegen

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    @Simplicus
    Seid es auch bei den Mennoniten die sogenante Perikopenpredigten gibt (hier genannt Predigerkalender wo der Bibeltext festgelegt wird), gibt es kaum Predigten die kontroverse Themen behandeln.
    Die modernen mennonitischen Prediger predigen nie ueber soziale Gerechtigkeit oder Exegese der Bibel sondern es sind eher psychologisch orientierte Motivationsansprachen. Man will der Bevoelkerung Mut machen die naechsten 6 Tage der Woche durchzustehen in der taeglichen Arbeit. Alles zentriert sich praktisch um die Arbeit, d.i. dem Mammon.
    Alle kontroversen Bibelstellen die Multi Kulti, Konsumgesellschaft oder andere Minderheiten vor den Kopf stossen koennten, werden aus den Perikopen rausgetan. Vor allem will man seinen Export von Rindfleisch und Milch nicht gefaehrden (was soll denn der Araber denken wenn man hier gegen den Islam predigt? Was soll der Russe denken wenn man hier gegen die Russisch Orthodoxe Kirche und ihre Irrlehren predigt? Das gefaehrdete ja auf einmal die Exporte).
    Vor allem ist die Einstellung des Mennoniten diese dass man das Geistliche bitteschoen am Sonntag praktiziere und am Alltag arbeite man und stoere andere nicht mit Bibelverse (so schoen wie die Juden im Propheten: „wann ist denn endlich Montag damit wir kaufen und verkaufen und das Geld (Preis) erhoehen und die Waage (Menge) verringern?“). Ja mir wurde schon von Bauern gesagt dass man dem Geistlichen genuege taete wenn man „zur Kirche wankt“, d.i. wanken bedeutet im Plattdeutschen slang „gehen“ d.i. das simple Aufkreuzen in der Kirche tut der Religioesitaet genuege.
    Die Generation meines Opas als Prediger predigte damals noch 4 Stunden non stop von 7 Uhr morgens (wenn die Sonne aufging sass der Mennonit schon in der Kirche) bis mittags 12 Uhr. Wir reden hier von 4 Stunden lange Predigten wo heute die Jugend kein 20 Minuten „Motivationsplausch“ aushaelt – der Rest ist Rockmusik, narrative Geschichtenerzaehlung, Guitarrengedoedel und die neueste Mode welches ist das Abspielen von aus dem Internet runtergeladener Musik (oft hoert man Hintergrundgeraeusche in der vom Internet runtergeladenen Musik die auf Deutschland schliessen lassen).
    Wenn man 4 Stunden lang soll predigen so reichten alle modernen Jahresperikopen zusammen nicht zu um die Predigt eines einzigen Sonntages auszufuellen.
    Zumal heute das Uebel der narrativen Geschichtenpredigten standard ist bei den Mennoniten. Wenn man glueck hat so wird da ein Bibeltext gelesen – der Rest ist Erfahrungsbericht wie man hier und dort missioniert hat, wie Leute sich bekehrt haben und aehnliche Reiseberichte.
    Also die moderne mennonitische Predigt ist ein Salat von Motivationsansprache, Erfahrungsbericht, Reisebericht und Psychoweisheiten.
    Die meisten Mennonitenprediger laden sich heutigentages die Predigten vom Internet runter, was oft zu laecherlichen Schlussfolgerungen fuehrt da diese Binsenweisheiten meistens den Intellekt des Pfaffen uebersteigt.
    Man will so sehr modern rueberkommen und es der Jugend recht machen – wo dann fuer einen halbwegs intelligenten Menschen die Flinte dann nach hinten losgeht.
    Verfuehrer und Verfuehrte.

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